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SparbemühungenEnde der Altersteilzeit und Wiederbesetzungssperre in Reichshof?

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Das Symbolfoto zeigt Euro-Münzen, die zu zwei nebeneinander stehenden Türmen aufgestapelt sind.

Der Rotstift dürfte in Reichshof bei großen, aber auch kleinen Beträgen angesetzt werden.

Der Gemeinderat hat verschiedene Anträge auf der Tagesordnung, die auf die Stellenplanung im Rathaus abzielen.

Wenn der Reichshofer Gemeinderat zur nächsten Sitzung zusammentritt, geht es erneut um die angespannte finanzielle Lage. Die Politik soll dann über die Haushaltssatzung 2026 und zugehörige Pläne beschließen. Aufgrund eingebrochener Gewerbesteuereinnahmen ist klar, dass der Gürtel enger geschnallt und an allen Ecken und Enden gespart werden muss.

Auf der Suche nach Sparpotenzialen

Eine der zahlreichen Stellschrauben: die Personalkosten. Obwohl Reichshof durch eine enge interkommunale Zusammenarbeit mit Morsbach etwa in den Bereichen Gewerbeordnung, Kassen, Gleichstellung sowie Kita- und OGS-Beiträge Synergien hebt, stehen gleich zwei Anträge zur Personallage auf der Tagesordnung. Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen zielt auf die Einstellung der Gewährung freiwilliger Altersteilzeit.

Demnach soll es in Zukunft das Angebot an Beschäftigte und Beamte der Gemeinde Reichshof nicht mehr geben, freiwillig in Altersteilzeit zu gehen. Bereits gewährte Vereinbarungen sollen davon unberührt bleiben. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen, demografischen und finanziellen Rahmenbedingungen sei dieses Instrument nicht mehr zeitgemäß, heißt es in der schriftlichen Begründung.

Der zunehmende Fach- und Arbeitskräftemangel macht es erfordelich, qualifizierte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lange im aktiven Dienst zu halten.
Aus dem gemeinsamen Antrag der CDU- und der Grünen-Fraktion

Ein Mangel an Fach- und Arbeitskräften mache es erforderlich, erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „möglichst lange im aktiven Dienst zu halten“, heißt es weiter. Außerdem gehe die Gewährung von Altersteilzeit mit zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Gemeinde einher, „etwa durch Aufstockungsbeträge oder den notwendigen Einsatz von Ersatzpersonal“.

Auch die AfD-Fraktion hat einen Antrag zur Personalsituation gestellt. Sie möchte, dass freiwerdende Stellen in der Gemeindeverwaltung „grundsätzlich mit einer Wiederbesetzungssperre von zwölf Monaten“ belegt werden sollen. Über „unaufschiebbare Ausnahmen für Kernaufgaben der Daseinsvorsorge (insbesondere Feuerwehr, Ordnungsamt)“ solle der Rat vor einer Neubesetzung detailliert und schriftlich durch die Verwaltung informiert werden, fordert die AfD.

Ausnehmen von der Sperre will sie laut Antrag ausschließlich gesetzlich vorgeschriebene Stellen und solche, deren Nichtbesetzung „eine unmittelbaren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder der Erfüllung gesetzlicher Pflichtaufgaben“ nach sich ziehen würden.

Die Verwaltung selbst kommt im vorgeschlagenen Stellenplan für 2026 zu einer Erhöhung der Stellenanzahl um 0,1 Stellen: Dem Abbau von Teilstellen in der Abteilung Personal und der Abteilung Bauverwaltung (Stätteakten) stehen leichte Erhöhungen in den Abteilungen Schule/Soziales und   Bauverwaltung (Städtebauförderung) gegenüber.


Der Rat tagt am Dienstag, 24. Februar, 17 Uhr, im Ratssaal im Rathaus in Denklingen.