Die traditionelle Prunksitzung der KG Tolle Elf Wildberg bot neben dem Karneval sportliche und geschichtliche Exkurse.
KarnevalBarbarossa ritt bei Prunksitzung in Reichshof-Wildberg auf Holzpferd in die Halle

Mit Schwertern und Schilden als Ritter gewandet zog ein Tross auf Steckenpferden in den Saal ein, darunter Barbarossa und sein Narr.
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„Wielberch – Hoi Boi“ schallte es am Samstagabend bei der Prunksitzung der KG Tolle Elf Wildberg dutzende Male durch die voll besetzte Glück-Auf-Halle in Reichshof. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Georg Freund und seine Tochter Rebecca als Moderatoren-Team setzte die Minigarde als Eisbrecher mit ihrem Tanz einen Standard, der in den darauffolgenden vier Stunden nicht unterboten werden sollte. Wenig später übertrafen sie sich selbst mit ihrem Showtanz, bei dem sie als Cowboys und Cowgirls über die Bühne wirbelten und die Atmosphäre des Wilden Westens in den Saal der Halle brachten.
Nahtlos an den Auftritt der Prinzengarde des FKC Fensdorf mit ihrem Mariechen Lea Wallenborn anknüpfend, begeisterte auch die Teeniegarde der Tollen Elf mit ihren Gardetänzen. Jubelnd wurde sodann das Wildberger Damendreigestirn, bestehend aus Prinzessin Katharina I., Bäuerin Monika und Jungfrau Marina, begrüßt. Die drei zogen zusammen mit Tanzgarde und Gefolge ein. „Wir sind ein Dreigestirn mit Sunnesching“, erklärte Katharina und freute sich über die Bombenstimmung im Saal: „Hier auf der Bühne zu stehen und Euch feiern zu sehen, da geht einem das Herz auf. Lasst uns den Karneval fühlen und die Hütte abreißen.“
Traditionelle Tanz der Wildberger Prinzengarde war ein Highlight
Ein weiterer Höhepunkt der Sitzung war der traditionelle Tanz der Prinzengarde. Spieß Bernd Bray kommentierte: „Oft kopiert, doch nie erreicht.“ Meterlange Alphörner schleppten die „Busenhääner Bläserbuam“ sodann auf die Bühne und präsentierten ein buntes Potpourri von Queen über „Macarena“ bis hin zu Deep Purple.
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Mit einem Aerobic-Flashmob animierten die Tänzerinnen der Großen Garde die Gäste danach zum Workout. Sie verteilten sich an den Tischreihen und luden die kostümierten Jecken bei Power-Musik zum Mitmachen ein. Die vier besten Gruppen wurden schließlich mit Preisen in flüssiger Form für ihren Einsatz belohnt.
„Nach Sport kommt Geschichte“, erklärte Rebecca Freund und gab einen kurzen Überblick, was der Stauferkaiser Friedrich I. mit der Region zu tun hat: „Barbarossa war seinem Kumpel, dem Erzbischof von Köln, sehr dankbar und deshalb schenkte er ihm Eckenhagen – und weil das ein bisschen wenig war, gab's den Reichshof noch dazu.“ Mit Schwertern und Schilden als Ritter gewandet, zog daraufhin ein Tross auf Steckenpferden in den Saal, allein Barbarossa ritt auf einem großen Holzpferd.
Er erklärte, dass er im Kyffhäuser aufgewacht sei und nach dem Rechten sehen wollte. Unterwegs hätten seine Getreuen jedoch zu murren begonnen, als sie von Work-Life-Balance erfahren hätten. In einer Weinlaune habe er ihren Forderungen nachgegeben: „Ab jetzt gibt es einen freien Nachmittag – alle drei Jahre einmal.“
Schwungvoll präsentierten sich die Karnevalsfreunde Schönenbach mit Prinz Jona I. und seiner Prinzessin Lisa I. Sie hatten die Tanzgruppe „Blue Girls“ aus dem benachbarten Ruppichteroth mitgebracht. Den krönenden Abschluss der Prunksitzung machte die Große Garde der Tollen Elf mit ihrem Showtanz „Apres Ski“ als Übergang in eine lange Karnevalsnacht.

