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1000 TeilnehmerBeste Feierlaune im Sonnenschein herrschte beim Karnevalszug in Waldbröl

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Zwei als Schnecken verkleidete Jecke.

Als bunte Schnecken zog die Awo-Kita Ida Wolff durch Waldbröl. 

Erstmals hat Manuel Salz die Leitung des Zugs übernommen. Mehr als 30 Wagen und Fußgruppen schlängelten sich durch Waldbröl.

Im wahrsten Sinne des Wortes ging in Waldbröl die Sonne auf, als Karnevalsprinzessin Emely I. am Sonntag den tausenden Jecken am Straßenrand zuwinkte. Noch bei der Aufstellung des 15. Karnevalszuges der Waldbröler Karnevalsgesellschaft WKG in der Bahnstraße lag ein milchiger Dunst über der Marktstadt. Doch bereits beim Start lugte die Sonne ein wenig hervor, bis der Himmel Minuten später in tiefem Blau erstrahlte.

Erstmals übernahm Manuel Salz die Zugleitung. „Alles tip-top – sämtliche Wagen hatten ihre Papiere dabei und kein einziger ist ausgefallen“, berichtete er zufrieden. Zuvor hatte diese Aufgabe immer Thomas Nosbach – seit dem ersten Zug in 2011 – übernommen. Zugkommentator Henning Hergt verriet, dass dieser mit seiner Frau Sabine in der Session 2010/2011 die WKG als Prinzenpaar repräsentiert hatte. Nosbach habe damals gesagt: „Ich mache das aber nur, wenn es in Waldbröl auch einen Zug gibt.“

Als goldene Bonbons verkleidet

Nach dem Countdown der WKG-Vorsitzenden Alexandra Noiron und einem dreifachen „Waldbröl pass op“ setzte sich der Lindwurm mit mehr als 1000 Zugteilnehmern pünktlich um 14.11 Uhr beim Kreisel an der Friedenstraße in Bewegung. Traditionell folgte auf den WKG-Trecker mit Benedikt Burghardt am Steuer der Musikzug Lichtenberg, der die bunt kostümierten Jecken am Straßenrand gleich in die allerbeste Feierlaune versetzte.

„Mit mehr als 30 Wagen und Fußgruppen ist das hier einer der größten Züge im Oberbergischen“, sagten die Zugkommentatoren Henning Hergt und Leo Wehling erfreut. Launig begleiteten sie die einzelnen Gruppen mit ihren jeweiligen Schlachtrufen. Gleich die erste war ein echter Hingucker. Mit goldfarbenen Bonbons geschmückt, präsentierte sich die Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof, die als einzige Schule seit dem ersten Zug teilgenommen hat, mit ihrem Motto „Wiedenhof in Narrenhand, mit Bonbons durch das Zuckerland!“

Eine Gruppe ist bei einem Karnevalszug als Bonbons verkleidet.

Aauffallen wollte die Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof als goldene Bonbons.

Von hoch oben grüßte sodann das Kinderprinzenpaar Noah I. und Isabella I. vom Wagen der KG Dattenfeld, im Gefolge die Windecker Burgmäuse. Süß wirkten die als Dalmatiner verkleideten Kinder des Awo-Familienzentrums „Käthe Strobel“, bevor die Awo-Kita „Marie Juchacz“ in Tierkostümen folgte. Bei der Kita „Ida Wolff“ hieß es „Die Awo-Kita grüßt die Jecken, in diesem Jahr als bunte Schnecken!“

Als Waldwichtel kam der Waldorf-Kindergarten „Linde“ vom Boxberg mit dem Motto „Wir haben nicht nur Kamelle, sondern auch 1000 Strüßjer mitgebracht.“ Betreuerin Samia El Bohli erzählte: „Gestern haben mehr als zehn Leute den ganzen Vormittag daran gebunden, am Ende sind es sogar noch mehr geworden.“

Die Firma Pro-Glas Dommeldinger ist mit ihrem Wagen seit dem zweiten Mal fester Bestandteil der Waldbröler Zugs, diesmal als „Glücksbärchis“, die in den 80er Jahren Kindern in Notlagen mit ihren Glücksstrahlen geholfen haben. Am anderen Ende der Altersskala kamen die „Dörper Fründe“ mit ihrem Wagen als Senioren und dem Spruch „Work-Life-Balance muss weichen, dann kann die Rente reichen.“

Nach der Tanzgarde „Black Lightnings“ und dem CBT Wohnhaus St. Michael wurde es knallbunt mit den Mitarbeitern des Klinikums Oberberg, worauf die Windecker Gruppe Sambawind mit ebenso buntem Kopfschmuck und südamerikanischen Trommelrhythmen einheizte. In den Volksbank-Farben orange und dunkelblau präsentierte sich die Waldbröler Filiale unter Leitung von Achim Krumm als Fußgruppe direkt hinter dem Baggagetrecker.

Frauen tragen bei einem Karnevalszug bunte Röcke.

Farbenfroh waren auch die Kostüme des Klinikums Oberberg, dessen Mitarbeiterinnen bunte Röcke trugen.

Der Musikkreis Holpe brachte die Jecken am Straßenrand noch einmal in Schwung, bevor mit befreundeten Karnevalsvereinen der Zug seinem Höhepunkt entgegenstrebte, allen voran die KG Morsbach und die Burggarde der KG Rot-Weiß Denklingen. „Waldbröl, jetzt läuft's!“ hieß es bei einem gemeinsamen Wagen von vier Unternehmen, bevor der Maiclub Obersaurenbach mit seinem knapp zehn Meter langen Wagen unter dem Motto „Bob, der Baumeister“ erschien, der aus dem Schönenbacher Zug in der Vorwoche hatte ausscheren müssen, weil er zu groß für die engen Gassen war. Die Partyvögel hatten ihren Wagen als Tresor gebaut – in Anspielung an den Bankraub in Gelsenkirchen.

Die „Schönenbacher Määädchen“, sonst als originelle Fußtruppe unterwegs, hatten zu ihrer 20-jährigen Määädchenfreundschaft erstmals einen Wagen gebaut und machten den Weg frei für das Schönenbacher Prinzenpaar Jona I. und Lisa I. und das nachfolgende Damendreigestirn Prinz Katharina I., Bauer Monika und Jungfrau Marina aus Wildberg, beide mit einem riesigen Gefolge.

Prinzessin Emely I. (M.) mit ihren beiden Adjutantinnen Eleni (l.) und Thalia (r.) auf einem Karnevalswagen.

Prinzessin Emely I. (M.) mit ihren beiden Adjutantinnen Eleni (l.) und Thalia (r.) schmiss fleißig Kamelle.

Nach den vier Garden der WKG zeigte sich schließlich Prinzessin Emely I. mit ihren Adjutantinnen Eleni und Thalia. Vom Prinzenwagen grüßten auch Bürgermeisterin Larissa Weber und der Vorstand der WKG. Nachdem sich der Zug über die Vennstraße geschlängelt hatte, löste er sich bei der Nutscheidhalle auf, wo bei der After-Zug-Party weitergefeiert wurde.