Nach einigen Jahren im Wald kehrt die Passionslandschaft nun zurück unter das Dach des CVJM-Hauses. Rund 2000 Menschen werden dort erwartet.
TraditionIn Waldbröl-Hermesdorf feiert der ursprüngliche Ostergarten seine Auferstehung

Petra Döhl-Becher baut an Jerusalem: Die Waldbrölerin hat im Jahr 2011 im CVJM-Haus den ersten Ostergarten in Hermesdorf initiiert.
Copyright: Michael Kupper
Sich auf eine Reise durch den Ostergarten des CVJM in der Waldbröler Ortschaft Hermesdorf zu begeben, heißt, gute 2000 Jahre in der Zeit zurückzuwandern. Es bedeutet, sich mit allen Sinnen auf das Geschehen in Jerusalem einzulassen, zu sehen, zu schmecken, zu hören, zu riechen und zu fühlen. Es bedeutet, sich berühren zu lassen, ein Passah-Mahl zu erleben, vor dem leeren Kreuz zu stehen. Und manchmal fließen Tränen: Mancher Besuchender, der den kleinen Stein, den er am Eingang bekommt, am Kreuz ablegt, fühlt sich leichter, erlebt schließlich einen lichten Auferstehungsraum voller Hoffnung.
Der Ostergarten, der für viele Menschen zur Einstimmung auf Ostern fest dazugehört, wirkt lange nach. Den ersten initiiert hat Petra Döhl-Becher, nachdem sie einen solchen Garten der Evangelischen Kirchengemeinde in Gummersbach besucht hatte und die Erfahrung sie sehr berührte. Sie nahm die Idee mit zum CVJM und stieß dort auf Begeisterung. Das war 2011.
Alle zwei Jahre bauten die Mitglieder das Vereinshaus in Hermesdorf danach mit zahlreichen liebevollen Details, großem Engagement und viel Kreativität zu einem Ostergarten um, wurden zu einfühlsamen Führern durch das Passionsgeschehen. Dann kam die Corona-Pandemie, der CVJM musste schweren Herzens 2020 mitten in den Vorbereitungen alles zurückbauen und wieder auf dem Speicher verstauen.
In Waldbröl-Hermesdorf war die Sehnsucht nach dem alten Ostergarten groß
Die Alternative, der gut zwei Kilometer lange Ostergartenweg an der frischen Luft, entweder geführt oder allein erlebbar mit der passenden App, sei auch sehr gut angenommen worden, berichtet Petra Döhl-Becher. Doch irgendwie habe allen der Ursprungs-Ostergarten gefehlt. Und so gibt es ihn nun wieder, zur großen Freude der Beteiligten. Döhl-Becher erinnert sich, dass zum ersten richtigen Organisationstreffen 35 Leute kamen. „Das war wunderbar!“ Und auch die bisherigen Anmeldezahlen machen deutlich, wie sehr diese Entschleunigung in der Fastenzeit gefehlt hat. Rund 2000 Besuchende erwartet der Verein insgesamt, fünf Führungen täglich soll es geben.
Neu dabei als Führerin ist die 16-jährige Helena Schmidt. Sie besuchte den Ostergarten als Jungscharkind, fand die Erfahrung beeindruckend und unvergesslich. Nun freut sie sich darauf, selbst Besuchende auf diese spezielle Zeitreise mitzunehmen: „Das wird sicher eine sehr besondere Erfahrung.“ Auch Heidi Krauß ist zum ersten Mal als Führerin dabei. Sie lächelt, als sie zugibt, dass sie als Besucherin oft die Tränen nicht zurückhalten konnte. „Aber das ging ja nicht nur mir so. Und als ich hörte, dass der CVJM den Garten jetzt wieder aufbaut, wollte ich unbedingt dabei sein“, betont sie.
Weil alle Generationen angesprochen werden sollen, so erläutert Petra Döhl-Becher, gibt es drei verschiedene Führungen, die jeweils etwa 60 Minuten dauern und in einem Takt von 90 Minuten angeboten werden – für Kinder ab dem zweiten Schuljahr, junge Erwachsene und Erwachsene. Barrierefrei sei das Gemeindehaus aber leider nicht, räumt sie ein.
Der Ostergarten kann nach vorheriger Online-Anmeldung von Sonntag, 15. März 2026, bis zum 2. April 2026 (Gründonnerstag) kostenfrei, gegen eine Spende, besucht werden. Weitere Auskünfte, Fotos und Anfahrtsskizzen gibt es online.


