Die drei Schwestern aus Drabenderhöhe genießen die Freiheit auf dem Eis in voller Ausrüstung oder im glizernden Kleid.
EissportNaemi, Zoe und Eleah Bär sind erfolgreich im Eishockey und im Eiskunstlaufen

Die drei Schwestern Bär haben Spaß auf dem Eis in voller Ausrüstung beim Eishockey oder im Kleid beim Eiskunstlaufen.
Copyright: Nastasja Kleinjung
Einmal im Jahr steht Familie Bär aus Drabenderhöhe gemeinsam auf dem Eis – neben den Eltern haben die fünf Töchter ihren Spaß in der Wiehler Eishalle. Drei von ihnen verbringen aber nicht nur an Weihnachten ihre Freizeit auf dem kalten Untergrund. Naemi (25) und Zoe (21) spielen in der Frauenmannschaft der Kölner Haie in der Zweiten Eishockey-Liga, Nesthäkchen Eleah Bär (17) ist Eiskunstläuferin.
Alle drei kamen über die Eislaufschule zu ihrem Sport. Gaby Krakau, Cheftrainerin beim TuS Wiehl Eissport warb Eleah Bär für den Sport. Während Naemi mit vier oder fünf Jahren die Eishockeyspieler bewunderte, die nach dem Nachwuchs aufs Eis kamen, schaute ihre Schwester auf die größeren Eiskunstläuferinnen, die ihre Pirouetten drehten.
Naemi Bär spielt bei den Kölber Haien im Sturm und möchte zurück in die 1. Bundesliga
„Ich habe die coole Ausrüstung bewundert“, erzählt Naemi Bär. Zuvor hatte sie keinen Kontakt zum Eissport. Sie bekam eine gebrauchte Ausrüstung der Wiehl Penguins, trug stolz ihre Tasche in die Halle und begann mit fünf Jahren bei den Bambini. Sie startete als Verteidigerin und spielt heute im Sturm der Haie meist auf der Center-Position.
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Der Trainer der Auswahlmannschaft war auch Trainer in Köln und mit 13 Jahren wechselte sie in die Stadt und musste warten, dass sie 14 Jahre alt wurde, um in den Spielbetrieb der Frauen einzusteigen. Sie begann in der 2. Liga, stieg mit den Haien in die 1. Bundesliga auf, spielte in der U15- und U18-Nationalmannschaft. Ausgestattet mit einer Förderlizenz trat e sie mit den Frauen aus Bergkamen in der 1. Bundesliga.
Zeo Bär kreiert mit ihrer Schwester bei den Haien Schwesterntore
Nach dem Abitur wechselte Naemi 2018 nach Berlin, wo sie Sport studierte und in der 1. Bundesliga spielte. Nach zwei Meisterschaftsrunden kam 2020 die Einsicht, dass es finanziell nicht mehr so weitergehen kann. Dabei gehörte die Wiehlerin der Nationalmannschaft an, spielte 2019 bei der WM in Finnland. Naemi Bär beendete ihre Laufbahn und kam in der Saison 2024/25 zu der Erkenntnis: „Ich brauche Eishockey“, sagt sie lachend. Heute tritt die 25-Jährige mit ihrer Schwester Zoe bei den Haien an.
Wie ihre große Schwester spielt auch Zoe im Sturm. „Ich bin ein bisschen später zum Eishockey gekommen“, erzählt sie, da hatte auch Eleah schon mit dem Eiskunstlaufen begonnen. Zehn Jahre war sie, als sie ihrer Schwester Naemi nach Köln folgte, dort absolvierte sie die Laufschule und spielte in der 2. und 3. Mannschaft und es dauerte eine Saison, ehe sie zunächst als Ersatzspielerin ins Team ihrer Schwester aufrückte. „Bei den Jungs habe ich in der Verteidigung gespielt, das machen alle Mädchen“, sagt die 21-Jährige. Heute steht sie im Sturm auf Außen, Naemi in der Mitte und es gibt in Kooperation „Schwesterntore“.
Eleah Bär hielt allen Abwerbeversuchen stand und blieb beim Eiskunstlaufen
Zweimal die Woche trainieren die Frauen der Haie am späten Abend auf dem Eis und stellen den Hauptteil ihrer Ausrüstung selber. Was hat Naemi wieder zurück in den Sport gebracht, der wenig Unterstützung erfährt? So hat der ESC Bergkamen als einzige Frauen-Bundesliga-Mannschaft in NRW zu dieser Saison keine Lizenz mehr beantragt.„Ich habe gemerkt, dass ich den Wettkampf und den Teamgedanken brauche“, erEishockey klärt Naemi Bär. Es brauche Ehrgeiz und Mut, sich durchzusetzen, vor allem da man in den ersten Jahren immer mit den Jungs zusammen spiele. „Es ist cool, in Eishockey-Montur aufs Eis zu gehen, die kalte Luft macht einen klaren Kopf und man bekommt Lust mit dem Puck zu zocken“, beschreibt es Zoe Bär, die eine Ausbildung zur Physiotherapeutin macht.
Trotz Olympia, wo die Frauen-Nationalmannschaft am Start war, es gehe im Eishockey für die Frauen nur in winzigen Schritten voran. „Ich würde mir wünschen, dass es schneller geht und ich glaube, dass wäre machbar“, sagt Naemi Bär, die in Köln Ernährungswissenschaften studiert. Doch bis zum Equal Pay oder der selben Anzahl an Trainingseinheiten sei es noch ein weiter Weg. Trotzdem möchte die 25_Jährige noch mal in der 1. Bundesliga spielen.

Trotz ihrer unterschiedlichen Sportarten unterstützen sich Zoe, Eleah und Naemi Bär (v.l.).
Copyright: Nastasja Kleinjung
Mit einem Augenzwinkern sprechen die Schwestern vom Kampf gegen die Kringeldreher, wie sie Eiskunstläuferinnen nennen, und sind doch mächtig stolz darauf, wie ihre kleine Schwester die Sache durchziehe und sich durchsetz. „Sie läuft eine stabile Saison und dass sie sich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert hat, war toll. Ihre Kurve geht ganz hart nach oben“, sagt Zoe Bär.
Auch sie habe der Trainer zum Eishockey holen wollen, erklärt Eleah Bär, doch sie habe sich anders entschieden. Sie schaut sich öfters Spiele ihrer Schwestern an, die vor allem über den Live-Stream die Auftritte von Eleah verfolgen, die weite Wege zu den Wettkämpfen zurücklegen muss. Sie besucht das FCBG in Gummersbach und steht fünf bis sechsmal die Woche zum Training auf dem Eis.
„Es hat mir Spaß gemacht, die größeren Eiskunstläuferinnen zu beobachten“, blickt Eleah Bär zurück. Es habe sie schon als kleines Mädchen fasziniert, wie elegant sie übers Eis glitten und das in ihren glitzernden Kleidern. Zu „Angry Birds“ lief sie ihre erste Kür in einem für sie individuell genähten Kleid. Mittlerweile läuft sie in der Jugendklasse Damen und qualifizierte sich für die deutsche Meisterschaft. Als nächstes Ziel möchte sie sich in der höchsten Kürklasse 3 etablieren. Wenn sie aufs Eis gehe, beschreibt die 17-Jährige, dann schalte sich der Kopf ab, man vergesse alles was da ist. „Ich fühle mich glücklich auf dem Eis und ich fühle mich frei.“


