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Foto des Jahres 2025
Die oberbergische Heimat mit anderen Augen sehen

3 min
Alles Gewinner: Diesen 20 Hobbyfotografen ist es gelungen, sich in der Konkurrenz von knapp tausend Einsendungen durchzusetzen. Nun wurden sie ausgezeichnet.

Alles Gewinner: Diesen 20 Hobbyfotografen ist es gelungen, sich in der Konkurrenz von knapp tausend Einsendungen durchzusetzen. Nun wurden sie ausgezeichnet.

Ganz vorne dabei unter knapp 1000 Einsendungen – Sieger des 40. Fotowettbewerbs verrieten ihre Tricks.

Die Bilder sind toll, aber die Geschichten dahinter oft ebenso schön. Etwa von der Entstehung der schwindelerregenden Aufnahme, die Thomas Brand von einer Wendeltreppe in Innsbruck gelungen ist und für die er mit dem zweiten Platz belohnt wurde. Eigentlich sei seine Ehefrau Claudia die Fotografin im Team, und er müsse oft lange auf sie warten, berichtete Brand. „Aber als sie dann endlich kam, habe ich das Motiv gesehen, und gesagt: Gib mir doch bitte mal die Kamera.“ Bei der Siegerehrung des Wettbewerbs „Foto des Jahres“ im Brau-stübchen der Erzquell-Brauerei in Wiehl-Bielstein wurde wieder viel gelacht.

Natürlich mit einem Foto dankte Redakteur Andreas Arnold (r.) Brauereichef Axel Haas für dessen vier Jahrzehnte währende Unterstützung.

Natürlich mit einem Foto dankte Redakteur Andreas Arnold (r.) Brauereichef Axel Haas für dessen vier Jahrzehnte währende Unterstützung.

Zum 40. Mal hat unsere Zeitung mit Unterstützung der Brauerei die besten 20 von diesmal knapp 1000 Einsendungen in einem spannenden Countdown ausgezeichnet. Gastgeber Axel Haas stellte in seiner Begrüßung fest: „Der Fotowettbewerb hat noch immer eine hohe Anziehungskraft.“ Erstmals seien ausschließlich digitale Bilder in die Wertung aufgenommen worden. Wegen der hohen Qualität der Aufnahmen habe die Jury ein schweres Spiel gehabt. Redaktionsleiter Arnd Gaudich würdigte Haas dafür, dass dieser die Zeitungsaktion seit Anfang an unterstützt, und seinen Redaktionskollegen Andreas Arnold, weil dieser seit nunmehr 20 Jahren die Mühe der Wettbewerbsorganisation übernimmt. Arnold wiederum dankte Haas mit einem Geschenk – natürlich mit einem Foto, das er einmal vom Unternehmenschef in der Brauerei aufgenommen hat: „Auf die nächsten 40 Jahre.“

Sodann ging es um die Auszeichnung der Gewinner, aufsteigend vom 20. Platz, den Udo Wiesener mit einer grandiosen Aufnahme des Colorado Rivers in den USA erreichte. Auch auf den weiteren Plätzen waren es oft Natur- und Landschaftsaufnahmen, die von der Jury mit den meisten Punkten bewertet wurden. Nicht selten entstanden sie vor der Haustür. Etwa der „Polarexpress“ von Wolfgang Cieplik an der winterlichen Regionalbahnstrecke bei Marienheide, für den er sich kalte Füße holte.

In zwei Fällen wurden Siegerbilder sogar durch das heimische Fenster aufgenommen: Zum einen die Serie eines Baumes im Wechsel der Jahreszeiten von Gabi Krause, zum anderen der Blick ins Tal bei Niederseßmar von Birgit Wippermann, der in der Sonderkategorie „Wanderland Oberberg“ prämiert wurde. Mal war Glück dabei, etwa als Anita Holtappels von ihrem Ehemann auf ein graziles Heupferd auf der Fensterscheibe aufmerksam gemacht wurde. Dann wieder wird nichts dem Zufall überlassen: Gaby Greese verbrachte „einige Stunden“ an einer Pfütze im Wald, in der sie eine Miniaturfigur platziert hatte. Zwischendurch sei sie von einem besorgten Förster angesprochen worden, ob sie in Not ist.

Und manchmal muss man tricksen. Dirk Müller legte ein paar Körner in das Objektiv, um ein Rotkehlchen auf die Kamera zu locken, das er dann mit einem anderen Apparat als „Vogelfotografie“ aufnehmen konnte. Auch das Siegerbild von Joachim Kühn ist in Oberberg entstanden, an einer unscheinbaren Stelle der Bruchertalsperre, an der schon so viele Menschen vorbeispaziert sind. Das Bild vom Bootssteg im Morgennebel ist aber so perfekt komponiert, dass dem fachkundigen neidlosen Publikum im Braustübchen ein spontanes „Wow!“ entfährt, als es auf der Leinwand erscheint. Auch der 40. Fotowettbewerb wird dazu beigetragen haben, dass auch Nicht-Fotografen die oberbergische Heimat mit anderen Augen sehen. Auf unserer Internetseite kann man alle Siegerbilder bewundern. ovz-digital.de


Interview mit dem Sieger: „Schönes Licht in der Frühe“

Joachim Kühn (66) aus Gummersbach hat das „Foto des Jahres“ aufgenommen.

Sind Sie für Ihre Aufnahme am Bruchersee früh aufgestanden?

Bei diesem Bild nicht, die Sonne steht ja schon recht hoch. An anderen Tagen bin ich aber bereits zum Sonnenaufgang da, dann ist das Licht am schönsten.

Wie wichtig ist für Sie als Fotograf eine gute Ausrüstung?

Als Achtjähriger habe ich von meinem Vater eine alte Voigtländer-Kamera bekommen und gelernt, damit umzugehen. Auch heute arbeite ich mit dem manuellen Modus, allerdings mit einer schönen Kamera von Sony und einem hervorragenden Objektiv. Das macht einen gewaltigen Unterschied.

Joachim Kühn (r.) hat den Fotowettbewerb mit seinem Bild von der Bruchertalsperre gewonnen.

Joachim Kühn (r.) hat den Fotowettbewerb mit seinem Bild von der Bruchertalsperre gewonnen.

Haben sich die Talsperren als Motiv nicht irgendwann erschöpft?

Nein, wir haben davon ja einige im Oberbergischen.