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KrötenwanderungNabu sucht Lebensretter für Oberbergs Amphibien

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Eine Kröte.

Sobald das Thermometer nicht mehr unter fünf Grad fällt, macht sich die besonders geschützte Erdkröte auf den Weg zu ihrem Laichplatz.

Die oberbergischen Naturschützer brauchen dringend neue Helfer für die bevorstehende Wanderung von Kröte und Co. zu den Laichgewässern.

Die für die nächste Woche gemeldeten steigenden Temperaturen sind für Frösche, Molche und Kröten allmählich das Startsignal für die Massenwanderung zu ihren Paarungs- und Laichgewässern. Darauf macht der Naturschutzbund Oberberg (Nabu) aufmerksam.

Bereits an milden Abenden mit mindestens fünf Grad und im besten Falle etwas Regen verließen die Tiere ihre Winterquartiere und machten sich auf den Weg. Je milder es wird, desto stärker die Aktivität, so der Nabu. Entfernungen zwischen 400 Metern und zwei Kilometern legten Kröte und Co. dabei in der Nacht problemlos zurück.

Allein in Marienheide wurden 10.000 Tiere gerettet

Auch in diesem Jahr werden die Naturschützer kreisweit in der Nähe von Straßen wieder feste und flexible Amphibienschutzzäune aufstellen und entlang dieser Zäune ebenerdig Eimer eingraben, in die die Tiere auf ihrer Route zum Laichgewässer fallen. Früh am Morgen und spät am Abend werden die Amphibien dann eingesammelt und auf die andere Straßenseite getragen. Der Nabu bewertet diese Methode als höchst erfolgreich – allein auf Marienheider Gebiet habe man so bereits bis zu 10.000 Tiere vor dem Tod durch den Autoreifen bewahrt.

Allerdings braucht es für die Lösung auch eine Menge Helferinnen und Helfer. Genau deshalb haben sich die Naturschützer in dieser Woche mit einem Aufruf an die Oberberger gewandt: Der Nabu sucht dringend Freiwillige, die beim Sammeln der Amphibien mitmachen. Angesprochen sollten sich alle Menschen im Kreis fühlen, die Frühaufsteher sind oder regelmäßig spät ins Bett gehen. Die Naturschützer sprechen von einer Stunde Aufwand am Morgen und/oder Abend.

Dabei hat die Wiehler Geschäftsstelle des Nabu sechs Bereiche identifiziert, in denen die Unterstützung durch neue Freiwillige im bevorstehenden Frühling drängt. Dies sind: Die Bereiche Kaltenbach und Blumenau in Engelskirchen, der Ölsbach in Nümbrecht, der Bereich rund um die Lingesetalsperre in Marienheide sowie das Sülzufer in Lindlar-Quabach und ein Stückchen weiter in Halfenslennefe, an der Grenze zu Overath. Der Nabu betont: Ohne eine regelmäßige Leerung werden die Tiere in den Eimern sterben.

Wer sich angesprochen fühlt, erreicht die Geschäftsstelle des Nabu Oberberg unter Telefon (0 22 62) 71 27 28 oder per E-Mail an kroetenwanderung @nabu-oberberg.de.