Wechsel in Overaths Gastronomie: Aus der Kneipe „Die Stadtmitte“ wird das „Burgerwerk“
GastronomieAus der Overather „Stadtmitte“ wird das „Burgerwerk“

Bürgermeister Michael Eyer (l.) mit Kollegen aus der Verwaltungsspitze und Pächter Christos Batgidis (3.v.l.)
Copyright: Christopher Arlinghaus
Bald kehrt in der „Stadtmitte“ in Overath wieder Leben ein. Seitdem Kerstin Wald ihre beliebte Kneipe im Spätsommer geschlossen hat, finden Sanierungsmaßnahmen in dem Gebäude direkt am Bahnhof statt. Die „Stadtmitte“ befindet sich in städtischem Eigentum, weshalb sich die Verwaltung auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht hat und fündig geworden ist.
So wird Christos Batgidis bald der Inhaber seiner zweiten Burgerwerk-Filiale sein. Die erste befindet sich in Wiehl. „Der Gedanke hinter unserem Konzept ist es, moderne Elemente mit der traditionellen Kneipenkultur zusammenzubringen“, erklärt Batgidis beim Pressetermin.
Neues Konzept
Der moderne Teil des Konzeptes spiegle sich in der Inneneinrichtung wider, wobei die Holzelemente der „Stadtmitte“ erhalten bleiben sollen, und im Angebot von Burger- und Frittenvariationen, Salaten, Bowls, Cocktails und mehr, in dem auch Veganer und Vegetarier fündig werden. Die Zutaten sind dabei regional.
Eher traditionell sind die Stammtische. „Das sind Bräuche, die junge Leute zum Teil nicht mehr so kennen“, und die sie dann im Burgerwerk kennenlernen können. In Wiehl sei das sehr gut angekommen, viele Stammtische bestünden aus jungen Leute.
Stempel sammeln
Wer einen Stammtisch mit mindestens vier Personen gründet und regelmäßig vorbeikommt, sammelt dabei Stempel, die etwa mit gratis Shots, Bier oder, für fleißige Stammtische, sogar mit eigenen T-Shirts belohnt werden. Außerdem seien auch Events vorgesehen. So könne man im Sommer etwa mit Live-Musik oder zum Beispiel Open-Mic-Veranstaltungen rechnen und die Terrasse werde es auch beim Burgerwerk geben. Das neue Konzept hat auch die Verwaltung überzeugt, wie Thorsten Steinwartz, Erster Beigeordneter, erzählt.
„Wir hatten mehrere Kontakte und Gespräche von denen einer überzeugt hat“, sagt er und schielt zu Batgidis. Nach Absprache mit der Politik, stand es dann fest. „Wir freuen uns darüber, dass das Konzept auch junge Leute anspricht. In Overath gibt es bisher nicht sehr viel für die Jugend“, meint auch Bürgermeister Michael Eyer.
Auf diese Weise würden aber alle Altersklassen angesprochen. Wie Batgidis erklärt beruht das Geschäftsmodell vom Burgerwerk auf drei Säulen, von denen eines das Lokal ist. Daneben gibt es aber auch einen Lieferservice und Cateringbetrieb.
Digital unterwegs
„Wir decken gerade beim Catering alle Veranstaltungsgrößen ab. Egal ob es ein Firmensommerfest ist oder ein Meeting, für das ein paar Snacks benötigt werden.“ Der Lieferservice als auch das Catering oder Reservierungen im Lokal – alles kann zu 100 Prozent digital reserviert oder bestellt werden. Er selbst ist ein Gastrokind, wie er sagt und arbeitet seitdem er 16 Jahre alt ist, durchgehend in der Gastronomie, seit 2010 ist er selbstständig.
Ein Studium in Tourismus- und Eventmanagement hat sein Wissen zusätzlich erweitert. Momentan kann Batgidis noch nicht absehen, wann er öffnen kann, das hängt nämlich von der Lieferung der Küche ab. Dabei könne es schonmal zu langen Lieferzeiten kommen, wie er meint. In der Zwischenzeit wird noch saniert und den Räumen ihren modern-rustikalen Look verpasst.
Verbindung zum Kulturbahnhof
„Das Gebäude ist 20 Jahre lang in Nutzung gewesen, dadurch hatten wir keine Gelegenheit es zu sanieren, gerade im Bereich Elektrik zum Beispiel“, erläutert Manfred Allmayer. Abgesehen davon, dass das Burgerwerk vermehrt jüngere Kundschaft in die Stadtmitte führen könne, gebe es noch einen weiteren Vorteil für Stadt und Burgerwerk, der sich ergeben könne, wie Allmayer sagt.
„Der Kulturbahnhof befindet sich daneben, wo Veranstaltungen stattfinden oder das Foyer zum Beispiel für Hochzeiten gemietet wird. Viele entscheiden sich in solchen Fällen dafür, den nächstgelegenen Gastwirt zu buchen.“ Und umgekehrt, wenn größere Veranstaltungen im Burgerwerk geplant sind, kann Batgidis das Foyer des Kulturbahnhofs zusätzlich mieten. So hätten beide etwas davon.
Ausreichend Personal
Während viele andere Gastronomiebetriebe Schwierigkeiten haben Personal zu finden, ist Batgidis mit 80 bis 100 Beschäftigten gut aufgestellt. Grund dafür ist ein ausgeklügeltes System sowohl bei der Einarbeitung als auch bei den Rahmenbedingungen. „Wir sind so strukturiert, dass Arbeitsfelder auch abgegeben werden können“, erklärt er. Dadurch sei man flexibler, etwa bei Ausfällen, Urlauben oder auch wenn längere Auszeiten gewünscht werden.
Unter den Beschäftigten gebe es deshalb auch viele Teilzeitkräfte wie Studierende oder Abiturienten, die einen Job für den Übergang suchen. In Wiehl wird bereits Personal für den Standort Overath eingearbeitet, doch Batgidis sucht derzeit weiter nach Personal. Interessierte können sich auf der Website einen Termin für ein Vorstellungsgespräch buchen. Das Burgerwerk wird dienstags bis sonntags von 12 bis 22 Uhr geöffnet sein. Montags ist Ruhetag. www.das-burgerwerk.de

