Der Feldhasenbestand der Region hat sich erholt und das, obwohl das letzte Jahr im Bergischen reich an Niederschlägen war.
Hasenpest unter KontrolleDen bergischen Osterhasen geht es gut

Viele gesunde Kräuter sorgen im Rheinisch-Bergischen Kreis für eine gute Ernährungsgrundlage der Feldhasen.
Copyright: Hegering Overath
Jedes Jahr werden die Feldhasen in Deutschland von der Jägerschaft systematisch gezählt, damit man belastbare Zahlen über den Hasenbestand im Bergischen Land hat. Das letzte Jahr sei allerdings auch im Bergischen reich an Niederschlägen gewesen, normalerweise kein gutes Zeichen, denn Hasen mögen laut einer Pressemitteilung des Hegerings Overath keinen Regen.
Sie hätten es lieber trocken und warm. Insbesondere die Junghasen, die ab März gesetzt, also geboren würden, würden kein nass-kaltes Wetter vertragen. Sie werden von der Mutter nämlich nicht gewärmt oder umsorgt. Aus Sicherheitsgründen suche sie die Kleinen nur ein bis zwei Mal pro Tag zum Säugen auf und lasse sie ansonsten allein. Zu viel Nähe würde Fressfeinde nur auf die kleinen Häschen aufmerksam machen.
Räuber und Hunde stellen eine Gefahr für Jungtiere da
Ähnlich wie Rehkitze verließen sich Junghasen auf ihre Tarnung und würden auch dann nicht flüchten, wenn sich Räuber nähern. Ein erwachsener Hase könne einem Fuchs, Marder oder Waschbären durch schnelle Flucht und Hakenschlagen entkommen. „Ein Junghase kann das nicht. Einmal entdeckt hat er keine Chance“, wird Gabriele Pollerhoff von der Jägerschaft des Hegerings Overath zitiert.
Auch Hunde, die nicht an der Leine geführt werden, stellten für Junghasen eine Gefahr dar. Einmal Zupacken und das Hasenleben ist vorbei. Deshalb gebe es in vielen Bundesländern eine Anleinpflicht in Wald, Feld und Flur während der Brut- und Setzzeit.
Feldhasenbestände haben sich im vergangenen Jahr weiter erholt
Die aktuellen Ergebnisse der Hasenzählung zeigen laut Hegering, dass sich die Feldhasenbestände im vergangenen Jahr weiter erholen konnten. Nordrhein-Westfalen bleibe mit 34 Hasen pro Quadratkilometer bundesweit das Hasenland Nummer Eins.
„Auch bei uns im recht nassen Bergischen Land haben viele Junghasen Regen und Kälte überlebt, so dass sich der Hasenbesatz positiv entwickeln konnte“, wird Pollerhoff weiter zitiert. „Der Hase ist ein Steppentier, das es trocken und warm mag. Deshalb wird es bei uns im Bergischen auch nie so viele Hasen geben wie zum Beispiel in der Aachener oder der Soester Börde (Ackerbaulandschaft). Aber wenn ich hier früh morgens oft bis zu fünf oder sechs Hasen sehe, dann ist das allerhand.“
Den Hasen geht es gut, also kann Ostern kommen
Das komme aber nicht von ungefähr: Eine intensive Bejagung der Fressfeinde wie dem Waschbären, aber auch die Aussaat einer abwechslungsreichen Nahrungsgrundlage mit vielen gesunden Kräutern habe dem Hasen im Bergischen geholfen. Auch eine gut strukturierte Landwirtschaft mit relativ kleinen Feldern und Hecken tue dem Hasen gut.
Wenn es dem Mümmelmann im Bergischen so gut geht, dann findet er sicher auch noch die Zeit, allen viele bunte Eier ins Nest zu legen. Ostern kann also kommen.
