Mit dem riesigen Andrang am Samstag war Bauer Kalli Müllenbach mehr als zufrieden. Der Erlös geht an die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde.
Rösrath-HoffnungsthalDas Osterfeuer auf dem Hofferhof hat keine Ankündigung mehr nötig

Das Osterfeuer auf dem Hofferhof hat Tradition: Vor rund 15 Jahren wurde mit dem Feuer am Tag vor dem Radrennen „Rund um Köln“ begonnen.
Copyright: Sigrid Schulz
Die Atmosphäre ist atemberaubend, wenn in der Dunkelheit auf dem Hofferhof in Rösrath-Hoffnungsthal das riesige Feuer leuchtet. Die Flammen schlagen weit in den Himmel hoch und die Funken glitzern in tausend Farben. Kein Wunder, dass hier auf der einen Seite gefeiert wird und auf der anderen Seite doch eine etwas andere Stimmung als bei üblichen Dorffesten herrscht.
Natürlich wird auch hier getrunken, gegessen und gelacht und doch liegt auch ein etwas anderes Gefühl in der Luft – vielleicht ist das am ehesten mit ein bisschen Ehrfurcht zu beschreiben. Die Kinder dagegen toben unbeeindruckt fröhlich über das Gelände. Mitten im Geschehen natürlich Altbauer Kalli Müllenbach, dessen Sohn inzwischen auf dem Hofferhof einen Pferdehof mit seiner Ehefrau Helene betreibt.
Gefeiert wird solange, wie die Leute Lust dazu haben
Mit dem riesigen Andrang am Samstag war Müllenbach mehr als zufrieden: „Wir haben mit so einer Resonanz gar nicht gerechnet. Ganz ohne Plakate.“ Die Leute wüssten eben, dass die Würstchen gut und die Getränke preiswert seien, so Müllenbach: „Die Leute sind zufrieden, wir sind zufrieden. Und das wird alles für den guten Zweck gemacht.“ In diesem Jahr können sich die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde über den Erlös freuen. Pastor Thomas Rusch sprach zur Andacht ein paar Worte.
Beim Feiern auf dem Hofferhof gab es keine Sperrstunde, das Ende sei völlig offen, sagt Müllenbach: „Bis dass die Leute keine Lust mehr haben.“ Vor rund 15 Jahren hätten sie mit dem Feuer am Tag vor dem Radrennen „Rund um Köln“ begonnen. Damals hätten sie noch Plakate drucken lassen müssen.
Das Rezept für die Würstchen ist 50 Jahre alt
Dass das heute nicht mehr nötig sei, hat nach Einschätzung von Müllenbach unter anderem den Grund in einem ganz besonderen Rezept für die Würstchen. Dieses Rezept habe er vor 50 Jahren kurz vor dem Tod des örtlichen Metzgers erhalten. Hergestellt würden die Würstchen jetzt nach diesem Rezept in Dürscheid, erzählt Müllenbach.
Der Brauch des Osterfeuers geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zurück, die nicht völlig unumstritten ist. In manchen Gegenden werden Hexenpuppen verbrannt. In anderen Regionen Puppen, die Judas darstellen sollen. Tierschützer fordern vor dem Anzünden das Umschichten des über längere Zeit angesammelten Holzes, weil sich dort häufig während der teils über Monate dauernden Lagerung Tiere einnisten.

