Die Stadt Rösrath will mit neuen Hinweisschildern auf die Tiere und auf Biberlöcher in Ufernähe aufmerksam machen.
Biber in RösrathErster Zaun schützt Baum an der Sülz in Venauen vor Biberfraß

Ein erster "Verbissschutz" soll den wertvollen Baumbestand im Uferbereich der Sülz schützen
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Aufmerksame Spaziergänger und Spaziergängerinnen an Agger und Sülz werden die Spuren der Biber schon entdeckt haben. Seit zwei Jahren ist die Art zurück in der Region. Angenagte Bäume und Stämme mit abgeschälter Rinde hat der Biber unter anderem an der Sülz zwischen Rösrath und Hoffnungsthal hinterlassen. Um den wertvollen Baumbestand im Uferbereich zu schützen und gleichzeitig ein gutes Miteinander von Natur und Nutzung zu ermöglichen, wurde nun erstmals ein sogenannter Biberverbissschutz an einem Baum installiert, informiert die Stadt Rösrath.
Aggerverband, Biologische Station Rhein-Berg, Stadt Rösrath und Stadtwerke Rösrath haben sich gemeinsam darum gekümmert. Der Schutzzaun um den Baum verhindert, dass Biber die Rinde annagen und den Baum dadurch langfristig schädigen oder sogar fällen.
Naturschutz und Sicherheit sind gleichermaßen zu berücksichtigen
Schutzmaßnahmen wie diese gehören zum regionalen Bibermanagement. Durch Schutzzäune können einzelne besonders schützenswerte Bäume gesichert werden, ohne die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten einzuschränken oder aus ihrem Lebensraum zu verdrängen. „Auf diese Weise können Naturschutz und Sicherheit gleichermaßen berücksichtigt werden“, schreibt die Stadt Rösrath in einer Presseinformation.
Durch die Aktivitäten der Biber entstünden neue Strukturen, von denen zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten profitieren: „Ihre Anwesenheit ist daher auch ein Hinweis auf die gute ökologische Qualität des Gebietes.“
15 Ehrenamtliche sind als Biberpatinnen und Biberpaten in Rhein-Berg aktiv
Der Rheinisch-Bergische Kreis hat bereits ein „Bibermonitoring“ mit den ersten 15 ehrenamtlichen Biberpatinnen und Biberpaten in Rhein-Berg aufgebaut. Biologin Ulrike Wolpers aus dem Kreisveterinäramt sagt, „in der Fläche viele Augen zu haben“, erhöhe die Wahrscheinlichkeit, Neuzugänge von Bibern rasch zu erkennen und mögliche Risiken bewerten zu können. Denn einerseits bereichere die Rückkehr des Europäischen Bibers in den Kreis die Biodiversität und verbessere die Landschaft hinsichtlich der Folgen von Klimaextremen, so Kreistierarzt Dr. Thomas Mönig. Andererseits stelle der Natur- und Artenschutz die kommunale Gefahrenabwehr vor neue Aufgaben.
Biber nagen insbesondere im Uferbereich Bäume an, wodurch diese instabil werden und umfallen können. Darüber hinaus entstehen durch ihre Aktivitäten sogenannte Biberrutschen sowie Biberlöcher, die sich häufig direkt im Uferbereich befinden und sehr tief sein können. Die Stadt Rösrath hat deshalb auch zwei Hinweisschilder „Achtung Biber“ entlang der Sülz im Bereich Venauen aufgestellt. Sie machen auf das Vorkommen der Biber aufmerksam und weisen auf mögliche Begleiterscheinungen der Tiere hin. Spaziergängerinnen und Spaziergänger sollten entlang der Sülz in Venauen achtsam sein und im Uferbereich aufmerksam bleiben.

