Welche Verkehrsverbindungen der Kreis dieses Jahr zu sanieren plant – und welche Altlasten bisher stehen blieben und nun teils rausfallen.
Abgerutscht und verschobenWarum es bei den Kreisstraßen in Rhein-Berg kaum weitergeht

So marode, dass sie seit Ende 2023 abgesackt und weggebrochen ist: die Kreisstraße 38 bei Mittelbech im Overather Holzbachtal.
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Seit mehr als einem Jahrzehnt, so hatte der Landtagsabgeordnete a. D. Rainer Deppe (CDU) bereits vor zwei Jahren moniert, wird die Kreisstraße 38, die vom Overather Aggertal über Kreutzhäuschen nach Steinenbrück im Sülztal führt, saniert. Allerdings geht es seit Jahren nur stückchenweise voran. Und zuletzt gar nicht mehr.

Durch eine provisorische Umfahrung konnte die K 38 im Holzbachtal bei Overath-Steinenbrück wieder freigegeben werden – und wartet seitdem auf ihre Sanierung.
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Auf dem noch ausstehenden Abschnitt zwischen Sticher Mühle und Mittelbech im Holzbachtal war Ende 2023 die wegen einer Langzeitbaustelle in Overath-Heiligenhaus als Busumleitung genutzte K 38 abgesackt und teilweise weggebrochen. Für mehrere Monate hatte die Straße gesperrt werden müssen und konnte am Ende nur durch eine in den Hang gegrabene „Umfahrung“ der abgerutschten Stelle wieder provisorisch freigegeben gemacht werden.
Sanierung und Ausbau der K 38 im Holzbachtal wird erneut verschoben
Eigentlich hätte im vergangenen Jahr mit der grundlegenden Sanierung und dem Ausbau des letzten Teilstücks der Straße begonnen werden sollen – doch getan hat sich nichts. Die Kreisverwaltung begründet die Verzögerung mit einer nötigen „aufwendigen Böschungssicherung“ sowie für den Ausbau notwendigen Grunderwerb. Bei der Vorstellung des neuen Kreisstraßenbauprogramms steht sie nun gar nicht mehr auf der Agenda.

Gefährlich kaputt und schmal: K 34 auf der Overather Höhe.
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Ebenso wie einige weitere seit Jahren vorgesehene Sanierungen wie die der maroden nicht ungefährlichen Höhenstraße vom Kreisverkehr an der „Sonne“ bei Overath über Warth und Eulenthal Richtung Kreisgrenze (K34/42) oder der noch fehlende Ausbauabschnitt der Kreisstraße 39 zwischen Oberschönrath und Münchenberg.

Eine beliebte Pendlerstrecke ist die Kreisstraße 39, deren Ausbau zwischen Rösrath-Oberschönrath und Münchenberg erneut geschoben wird.
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Hier hatte man in der Vergangenheit unterdessen beim Bauprojekt auch deshalb gebremst, weil die Straße als Umgehungsstrecke benötigt wird, wenn in Hoffnungsthal die maroden Sülzbrücken durch den Landesbetrieb Straßen erneuert werden, was sich auch immer wieder verzögert hat.
Primär aufgrund von Planungsverzögerungen konnten 2025 fünf geplante Baumaß- nahmen nicht abgeschlossen werden.
Ausbauen will der Kreis unterdessen in diesem Jahr die ebenfalls bereits seit mehreren Jahren zur Sanierung anstehende Kreisstraße 37 von Overath-Falkemich bis Niedergrützenbach, die Ortsdurchfahrt in Kürten Richerzhagen bei Bechen sowie die Kreisstraße 2 von Burscheid-Berghamberg bis Dierath. Voraussetzung für einen Baustart noch in diesem Jahr seien unterdessen, dass alle Genehmigungen vorliegen, der Grunderwerb unter Dach und Fach sei und die „Kapazitäten“ des Planungsbüros ausreichten, schränken die Verantwortlichen im Kreishaus offenbar vorsorglich schon ein.
Damit es schneller geht, hatte der Kreis schon vor zwei Jahren auf dem Abschnitt zwischen Falkemich und Niedergrützenbach nur die beiden obersten Straßendeckschichten erneuern wollen. Mit einer „Verzögerung aufgrund erhöhtem Planungsaufwand“ erklärte man unterdessen bereits vor einem Jahr, warum die Kreisstraße noch nicht einmal angefangen worden war. Im vergangenen Jahr hat es dann offenbar auch nicht funktioniert. Nun steht das Projekt für dieses Jahr erneut auf dem Plan. Begründung für die Verzögerung laut Kreisverwaltung: Es habe Entwässerungsprobleme gegeben und es habe sich ein „erhöhter Erneuerungsbedarf“ herausgestellt.
Starkregenflutschäden aus dem Juli 2021 sind teils noch immer nicht repariert
Noch aus dem Juli 2021 rührt der Starkregenschaden an der Kreisstraße 6 in Burscheid-Unterwietsche, die anders als die im vergangenen Jahr fertiggestellte Straßenbrücke über den Eifgenbach bei Wermelskirchen-Neuemühle (siehe „Mittlerweile abgeschlossene Kreisstraßen-Bauprojekte“) immer noch nicht fertig gestellt worden ist. Nun steht sie für dieses Jahr wieder auf der Agenda. Immerhin wird das Straßenbauprojekt zu 100 Prozent aus dem Programm „Wiederaufbau NRW“ gefördert.
Kein neues Datum für K 38 Anders ist das bei der über die Jahre marode gewordenen Bachverrohrung unter der Kreisstraße 18 bei Wermelskirchen, die der Kreis in diesem Jahr ebenso anzugehen plant wie die Nachrüstung von Absturzsicherungen (Geländer, Schutzplanken) an 36 Bauwerken entlang seiner Straßen.
Drei der fünf nicht realisierten Projekte aus 2025 erneut auf dem Plan
„Primär aufgrund von Planungsverzögerungen konnten 2025 fünf geplante Baumaßnahmen nicht abgeschlossen werden “, erläuterte die Kreisverwaltung den Verkehrspolitikern des zuständigen Ausschusses des Kreistags die erneuten Verzögerungen.
Drei der Projekte stehen nun für dieses Jahr erneut auf dem Plan, der fehlende Ausbau der Kreisstraße 38 im Overather Holzbachtal wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, bei der ursprünglich geplanten grundlegenden Sanierung des Radwegs entlang der Straße zwischen Odenthal-Blecher und -Glöbusch wurden laut Kreis „neue Prioritäten“ gesetzt und es bei einer „punktuellen Sanierung“ belassen (siehe „Mittlerweile abgeschlossene Kreisstraßen-Bauprojekte“).
Angesichts der kommunalen Finanznot, die wie berichtet unter anderem auch bereits beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis zu Sparmaßnahmen geführt hat, könnte die Finanzierungsproblematik künftig beim Straßenbauprogramm auch noch eine zunehmende, verzögernde Rolle spielen.
Mittlerweile abgeschlossene Kreisstraßen-Bauprojekte
Die Kreisstraße 33 zwischen Bergisch Gladbach-Herrenstrunden und Odenthal-Eikamp hat der Kreis im zurückliegenden Jahr sanieren lassen. Die stark befahrene Querverbindung zwischen der Bundesstraße 506 auf der Höhe und der Landstraße 286 durch Herrenstrunden im Tal hatte der Kreis im vergangenen Jahr auf sein Sanierungsprogramm gesetzt. Allerdings gibt es auch nach Erneuerung des Asphalts Unebenheiten. Der Kreis hat nach eigenen Angaben die Abnahme des Bauprojekts verweigert. Eine Klärung stehe noch aus, hieß es im Verkehrsausschuss des Kreises.

Frisch saniert, aber noch holprig: Die Verbindung zwischen Herrenstrunden und B 506.
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Nachdem die Brücke der Kreisstraße 15 über den Eifgenbach in Wermelskirchen-Neuemühle im Juli 2021 so stark beschädigt wurde, dass sie gesperrt werden musste und auch der Bergische Wanderbus seitdem eine erhebliche Umleitung fahren musste, ist sie nun endlich erneuert. Ab dieser Saison (28. März bis zum 4. Oktober 2026) kann der Bergische Wanderbus damit wieder seine ursprüngliche Route fahren. In der kommenden Saison drohen dann nicht neue Sperrungen, sondern eine grundsätzliche Einstellung des Wanderbusses – wenn sich keine zusätzlichen Finanzmittel aus der Tourismusbranche locker machen lassen. Die Kreispolitik ist diesbezüglich unterdessen zuversichtlich.

2021 zerstört (links), jetzt erneuert (rechts): die Eifgenbach-Brücke in Neuemühle.
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Rad-/Gehwege hat der Kreis im vergangenen Jahr instandgesetzt an der Kreisstraße 26 zwischen Odenthal- Scheuren und -Neschen, an der K28 bei Odenthal-Scheuren in Richtung Odenthal-Mitte sowie an der Hilgener Straße in Burscheid.
Für den Rad-/Gehweg an der Bergstraße zwischen Odenthal-Blecher und -Glöbusch sei eine „punktuelle Sanierung ausreichend“ gewesen erläutert die Kreisverwaltung, warum die ursprünglich geplante grundlegende Instandsetzung hier nicht begonnen worden sei.

Pendlerroute: Die K37 zwischen Vilkerath und Hohkeppel ist frisch saniert.
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Die Kreisstraße 37 zwischen Overath-Vilkerath und Lindlar-Hohkeppel, eine wichtige Pendlerverbindung, ist unterdessen ebenso erneuert worden wie die K 18 zwischen Wermelskirchen-Dabringhausen und Engersfeld. (wg)

