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Fußball-Mittelrheinliga:Zwanziger verspielen Führung

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Das Bild zeigt den Frechener Kapitän Tobias Strecker (r.), der von einem Bornheimer Gegenspieler umlagert wird.

Aus der Umklammerung können sich Tobias Strecker (r.) und seine SpVg nur schwer lösen.

Zwanziger unterliegen Bornheim – TuS BW Königsdorf hat in Merten das Nachsehen

Die SpVg Frechen 20 traut ihren Augen nicht und lässt nach dem 1:0 ein 1:4 gegen Bornheim zu. Der TuS BW Königsdorf kehrt mit einem 1:3 vom Tabellenvierten SSV Merten zurück.

SpVg Frechen 20 – SSV Bornheim 1:4 (0:0). Es ging direkt so richtig zur Sache. Zweikämpfe verhinderten einen kontrollierten Spielaufbau. Die ersten Chancen boten sich den Gastgebern. Frechens Andrii Tykhonow tankte sich am rechten Flügel durch und flankte auf den Elfmeterpunkt, wo Patrick Friesdorf-Weber lauerte. Sein Kopfball strich knapp übers Tor. Dann war der Goalgetter erneut zur Stelle, traf aber nur den Pfosten, den Abpraller versenkte Simon Doll im Tor. Er stand jedoch knapp im Abseits.

In Unterzahl

Dann der Aufreger schlechthin in der ersten Hälfte, als Friesdorf an der Strafraumgrenze von Kevin Biermann hart genommen wurde und minutenlang behandelt werden musste. Nach einem Standard von Tobi Stecker verfehlte Mats Vogel nur hauchdünn die Führung. Von den Gästen, die kämpferisch voll dagegenhielten, kam vorne einfach zu wenig.

Bevor es in die Pause ging, holte sich Tykhonow Rot nach einer Notbremse ab. Eine harte Entscheidung, da Vogel den Ball noch von der Linie kratzte. Statt einer verdienten Führung im Rücken mussten die Platzherren die zweite Hälfte komplett in Unterzahl bestreiten.

Goalgetter vom Dienst

Friesdorf (50.) behielt die Übersicht und wuschelte den Ball zur Führung ein. Die hatte zehn Minuten bestand, ehe Julio Heiner Molongua Efemba ausglich. Er köpfte freistehend ein (72.). Mit einem lupenreinen Hattrick beschert Mohamed Amin Zaim dem SSV wichtige Zähler im Abstiegskampf.

Frechens Coach Okan-Tamer Özbay wollte überhaupt nicht wirklich über das sportliche Geschehen reden. Die Schiedsrichterentscheidungen standen im Fokus. Insbesondere die Rote Karte, als Tykhonow nach einem taktischen Foul Gelb sah, dann aber vom Gegenspieler bedroht und beleidigt wurde und dann vom Feld musste.

Frechener Groll

Darüber hinaus war die angebliche Abseitsstellung von Doll ein Thema. Da ist er gespannt auf das Ergebnis der Videoanalyse. Auf die beiden Situationen angesprochen, schilderte Schiedsrichter Tobias Strauß die Vorfälle anders: „Beim Treffer von Doll standen beide Frechener Spieler im Abseits. Bei der Ampelkarte ging Andrii Tykhonow nach seinem taktischen Foul zum Gegenspieler und stieß ihn vor die Brust, was eine Unsportlichkeit war und daher mit der zweiten Gelben Karte geahndet wurde.“

SpVg Frechen 20: Hill, Tykhonow, Ruhrig (68. Hachimi), Taskale, Doll (63. Dilley), Friesdorf, Agirbas, Stecker, Tokumoto, Ali, Vogel.

SSV Merten – TuS BW Königsdorf 3:1 (1:1). Die Gastgeber profitierten vom fehlerhaften und schlechten Aufbauspiel der Gäste. Nachdem Lewin Murat sich einen Fehlpass im eigenen Strafraum erlaubte, brauchte Mertens Maximilian Decker (21.) die Kugel nur noch unbedrängt einzuschieben. Bis dahin war es ein chancenarmes Spiel.

Nach dem Rückstand kam Königsdorf besser ins Spiel. Der erste vernünftige Angriff, mit einer Seitenverlagerung auf Leo Kirch von Oliver Ploch eingeleitet, führte zum Ausgleich durch Jonas Hoge (33.), der den Querpass von Kirnich in den Winkel schlenzte. Bis zum Wechsel passierte nichts mehr, da sich beide Teams neutralisierten und zu keinen Möglichkeiten kamen.

Der Druck wächst

Merten erhöhte dann sofort den Druck, lief sich aber immer wieder in der TuS-Abwehr fest. Am Ende fand der SSV dann doch den verdienten Lohn. Bilal El Morabiti netzte zur Führung ein (78.). Nun riskierten die Gäste deutlich mehr und drängten auf den Ausgleich.

Das spielte Merten in die Karten. In der ersten Minute der Nachspielzeit legte Hamza Salman den Deckel auf den verdienten Erfolg. Königsdorf muss sich den Vorwurf gefallen lassen, einfach zu viele Ballverluste im Spielaufbau zu haben.

TuS BW Königsdorf: Hellingrath, Murad, Khvedelidze, Hoge (82. Lamberz), Nonaka (82. Nacu), Kirnich, Marnu (68. Ikai), Kürmali (78. Mvutu), Ploch, Maruki, Waldvogel (82- Pesch).