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Plätze reichen ausKita-Neubauten in Bergheim haben sich ausgezahlt

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Das Bild zeigt die Baustelle der Kita an der Heerstraße, vor dem Gebäude sind Bauzäune, am Gebäude sind Gerüste zu sehen.

Die Kreisstadt hat mit neuen Kita-Bauten, wie hier an der Heerstraße, die Versorgung mit Plätzen erweitert. 

Die Kreisstadt kann ihr Gebiet aktuell bedarfsdeckend versorgen – und könnte bald sogar mehr Plätze haben, als gebraucht werden.

Wer in Bergheim auf einen Kita-Platz angewiesen ist, wird künftig wohl auch einen bekommen. Wie die Gebit Münster berichtet, kann die Kreisstadt ihr Gebiet aktuell bedarfsdeckend versorgen. Das Beratungsunternehmen hat im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie die Bedarfsplanung für die Jahre 2025/26 bis 2031/32 in den Blick genommen.

Nach der aktuellen Prognose könne Bergheim künftig sogar mehr Plätze anbieten, als nach der zu erwartenden demografischen Entwicklung nötig wären. „Heute ist ein Glückstag für Bergheim“, erklärte Uwe Ulbrich (Grüne). „Mit dieser Bilanz stehen wir als Kreisstadt sehr gut da.“

Bergheim: Auch die Provisorien sollen zurückgebaut werden

Der Vorsitzende des Ausschusses, Heiko Möller (CDU), erinnerte daran, dass das nicht immer der Fall gewesen sei. Es habe Situationen gegeben, in denen die Tribünen im Ratssaal voller frustrierter Eltern waren, die für ihre Kinder keinen Platz bekommen hatten. Das soll der Vergangenheit angehören. „Wir haben gute Arbeit geleistet“, konstatierte er.

Heiko Möller erinnerte an Zeiten, in denen Eltern wütend die Sitzungen verließen.

Heiko Möller erinnerte an Zeiten, in denen Eltern wütend die Sitzungen verließen.

Auch die Zeit der Provisorien soll langfristig ein Ende finden, weil sie allmählich durch Neubauten ersetzt werden. So will die Politik unter anderem die Container-Kitas „Rappelkiste“, „Kaleidoskop“ (2028/29) und Fliesteder Kids (2029/30) entsprechend der aktuellen Bedarfe zurückbauen und auch andere Provisorien je nach Bedarfslage im Blick behalten.

Kreisstadt baute eine ganze Reihe an neuen Kitas

Georg Heller von der Gebit Münster, der im Ausschuss die Bedarfsplanung vorstellte, erklärte, dass die Stadt proaktiv gebaut und ihre Plätze erweitert habe. Die Liste an Erweiterungen und Neubauten ist lang: Beispielsweise wurde die Kita Villa Kunterbunt in Niederaußem um zwei (2023/24), die KiTa „Abenteuerland“ in Kenten um eine Gruppe erweitert (2024/25).

Neu gebaut wurden die viergruppige KiTa „Thorrfalken“ (2024/25) und die sechsgruppige KiTa „Entdeckermühle“ (2025/26) in Glessen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Kita „WeltKulturKinder“ ist zum 1. Dezember 2025 in ihr neues Gebäude in Ahe gezogen.

Darüber hinaus sind eine Reihe von Einrichtungen im Bau, etwa die viergruppigen Kitas „Heerstraße“ (2026/27) in Bergheim und „Spielburg“ in Rheidt-Hüchelhoven (2026/27), die sechsgruppige Kita „Am Tonnenberg“ in Oberaußem (2027/28), und der Ersatzneubau „Am Wildwechsel“ mit vier Gruppen in Quadrath-Ichendorf (2028/29). Die Pressestelle der Stadt Bergheim erklärte auf Anfrage, dass die Stadt seit 2018 rund 50 Millionen Euro für den Kitaausbau ausgegeben hat, wobei 23 Millionen Euro durch Fördermittel des Landes NRW refinanziert würden. 

Kitas in Paffendorf und Büsdorf sollen nicht hinterfragt werden

Im Hinblick auf ein mögliches Überangebot waren auch geplante Kitas in Paffendorf und Büsdorf im Blick. In einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und FDP sprachen sich die Ausschussmitglieder allerdings dafür aus, lediglich ihre Gruppengrößen überprüfen zu lassen, nicht ihre Notwendigkeit. Entgegen der Idee, mögliche Lücken über Kitas in anderen Stadtteilen aufzufangen, sprach sich etwa Anna Keller (CDU) dafür aus, die Wege zu den Kitas kurz zu halten.

Dezernentin Andrea Lehmann-Pedyna erklärte, dass die Stadt in den letzten Jahren hauptsächlich reagieren musste und nur den Ansatz gehabt habe, mehr Plätze zu schaffen. Jetzt komme man in einen Handlungsansatz und könne sich über weitere Inhalte unterhalten. „Wir können gestalten“, so Lehmann-Pedyna.

Ruth Wienecke, Leiterin der Grundschule am Schwarzwasser und im Ausschuss als Beratendes Mitglied tätig, wies bei allem Lob für die Räumlichkeiten auch darauf hin, den Fachkräftemangel im Blick zu behalten. Es sei nach wie vor eine Herausforderung, genug Leute zu bekommen, die auch in den Kitas arbeiten.