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Neue LeitungStabwechsel im Jugendtheater des Bergheimer Medio

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Zu sehen sind Axel Gehring,Christina Simon und Anika Beer vom Jugendtheater im Medio.

Axel Gehring gibt nach 20 Jahren die Leitung des Jugendtheaters im Medio weiter an Anika Beer (r.) und Christina Simon. 

Axel Gehring übergibt die Leitung nach 20 Jahren an Anika Beer und Christina Simon.

Eine Flussbrücke markiert die Grenze zwischen zwei ungenannt gebliebenen Staaten. Havlicek wurde als Staatenloser aus seinem Heimatland abgeschoben und vom Nachbarland nicht aufgenommen. Jetzt wird er auf der Brücke von den dienstbeflissenen Grenzern hin und her geschickt. So geschehen auf der Medio-Bühne im wiederholten Stück „Hin und Her“ von Ödön von Horváth. Ungleich geschmeidiger gelang mit dem Stück der Wechsel in der Leitung des Jugendtheaters im Medio. Axel Gehring und Anika Beer führten gemeinsam Regie.

Vor 21 Jahren hatte der damalige Medio-Programmchef Schobbe Vois den Chef des Brühler Theaters FunDaMental angerufen und gefragt, ob er ein Jugendtheater am Medio leiten wolle. Er wollte und begann im Jahr darauf mit rund 25 jugendlichen Laienschauspielern den Sommernachtstraum von Shakespeare zu erarbeiten.

Bergheim: Neue Leiterin war einst junges Ensemble-Mitglied

Mit dabei auch Anika Beer als 15-Jährige. Vor zwei Jahren wurde Beer, in Kenten aufgewachsene Wahl-Brühlerin, Co-Leiterin und jetzt die Chefin des Ensembles. „Als ich das angeboten bekam, habe ich mir überlegt, dass ich gerne mit Christina Simon eine Doppelspitze bilden möchte“, sagt Beer. Beide, Beer und die Kölnerin Simon, kennen sich vom Kölner Rochus Theater und vom Theater FunDaMental, wo sie seit einigen Jahren zum Ensemble gehören.

Gehring, gebürtiger Bielefelder, inzwischen als Gymnasiallehrer in Bad Münstereifel und später in Euskirchen im Ruhestand, verlässt die Truppe „mit etwas Wehmut und mit großer Dankbarkeit. Nach so vielen Jahren sollte man aber mal was anderes machen“, sagt der Kreis-Kulturpreisträger des Jahres 2016. „Wichtig ist mir, dass es mit dem Jugendtheater weitergeht und es keinen holprigen Übergang gibt“, betont er. Es sei „ein Highlight gewesen im Medio spielen zu dürfen. Das ist der beste Theaterort im Kreis“, lobt er ebenso das Haus und das Medio-Team, „das uns genauso behandelt wie die Profis“, wie Beer ergänzt.

Untätig will Gehring, der über Umwege zu Regiearbeit und Theaterpädagogik fand, nach dem Abschied nicht sein. Er will weiterhin das FunDaMental leiten und ist als Geschäftsführer des NRW-Amateurtheaterverbandes unter anderem mit der Durchführung eines Festivals im Juni im Hürther Bürgerhaus betraut.

Beim Jugendtheater im Medio beginnen jetzt unter der neuen Regie die Proben für das erste von zwei Stücken, die das Ensemble jährlich auf die Bühne bringt. In der letzten gemeinsamen Inszenierung von alter und neuer Leitung, die ebenso frugal in der Ausstattung wie empathisch in der Darstellung das Publikum überzeugte, gelingt Havlicek schließlich die Einwanderung ins Nachbarland – mit Unterstützung eines Schmugglers und schnöde mit Geld.