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Arthur Michel (10)Nachwuchs-Posaunist aus Brühl spielte bereits mit seinem Idol

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Das Bild zeigten einen 10-jährigen Jungen mit seiner Posaune.

Arthur Michel (10) mit seiner Posaune vor der Brühler Kunst und Musikschule.

Der zehnjährige Arthur Michel aus Brühl begeistert sich für Jazz – Er ist Mitglied in drei Bands

Selbstsicher und routiniert packt der zehnjährige Arthur Michel vor den Türen der Brühler Kunst- und Musikschule sein Instrument aus. Gülden und silbern poliert, erstaunlich groß und etwas sperrig: Arthurs Posaune. Sie begleitet den Jungen an mehreren Tagen die Woche. Bereits früh, etwa in der zweiten Klasse, hatte der Junge auf die Frage des Vaters, welche Musik er denn möge, klar und direkt geantwortet: „Jazz!“.

Obwohl Arthur im Alter von vier Jahren mit dem Trompete-Spielen begonnen hatte und auf den Leverkusener Jazztagen live den berühmten Trompeter Till Brönner neben Dieter Ilg sah, wollte er mit sieben Jahren überraschend das Instrument wechseln. Auslöser hierfür war ein Geschenk: eine CD der Formation „Nils Landgren Funk Unit“, die Arthurs Vater bei den besagten Leverkusener Jazztagen für den Sohn erwarb. Nachdem Arthur den Song „Ghostbusters“ hörte und ein Video von Landgrens Performance auf der Bühne sah, stand für ihn fest, dass es nunmehr die Posaune sein musste. In der Garderobe musiziert Seitdem übt und spielt Arthur als Posaunist auf größeren und kleineren Bühnen und in mehreren Bands.

Vorbild Nils Landgren in der Künstlergarderobe getroffen

Auch sein Vorbild Nils Landgren konnte Arthur schon persönlich vor einem Konzert treffen, in Landgrens Künstlergarderobe musizierten die beiden sogar gemeinsam, wobei Arthur sogleich die Profiposaune des Musikers ausprobieren durfte. Sie klingt ganz anders als sein eigenes Instrument: „Die Profiposaune von Nils hat mehr Klang und Obervolumen und eine ganz andere Anspielqualität.“

Bei der Zugabe auf die Bühne geholt

Ein anderes Mal, als man sich bereits kannte, holte Landgren ihn zur Zugabe auf die Bühne. Alt und Jung scheinen hier einander gleichermaßen zu imponieren. Doch was macht die Besonderheit der Posaune aus? Für Arthur ist die Antwort eindeutig: „Besonders ist die Klangfarbe und die Vielfalt der Klänge, die man mit der Posaune viel verändern kann. Man kann schrill, tief oder hoch spielen und den Ton mit den Lippen modulieren. Außerdem finde ich den Zug an der Posaune witzig.“

Etwas ganz Besonderes ist für Arthur immer wieder das gemeinsame Spiel, weshalb er gleich in drei Bands Mitglied ist. So auch in der Nachwuchs-Big-Band der Brühler Kunst- und Musikschule, für die zu Arthurs Erleichterung kein Mindestalter gilt. In der Praxis posaunt Arthur fast täglich, er nimmt Einzelunterricht, doch das Schönste ist für ihn das Improvisieren und Jammen in der Gruppe. Es ist also kaum verwunderlich, dass er auch Teil des Weltrekords ist, den die meisten gleichzeitig zusammenspielenden Posaunen auf dem Trombone-Festival im vergangenen Jahr im französischen Lille aufgestellt haben.

Wenn Arthur mal nicht mit seiner Posaune umhertourt, schwingt er auch gerne mal die Drumsticks auf dem Schlagzeug, geht auf Konzerte, zockt mit seinen Freunden oder spielt Baseball. Und doch dominiert die Liebe zur Musik seinen Alltag. Und wer weiß, vielleicht wird Arthur noch ein weiteres Mal mit dem großen Nils Landgren auf der Bühne stehen. Am Pfingstsamstag, 23. Mai, spielt Arthur mit der Big Band der Kunst- und Musikschule Brühl auf der „Jazz Night“ um 19 Uhr im Innenhof des Brühler Rathauses.