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SpendenaktionDas Herz des 17-jährigen Taylan aus Frechen hörte plötzlich auf zu schlagen

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Auf dem Bild ist eine Mutter mit ihrem Sohn in inniger Umarmung zu sehen.

Ihren 17-jährigen Sohn Taylan hat die Frechenerin Tülay Türkoglu ganz plötzlich Anfang der Woche verloren, er starb vermutlich an einem Herzstillstand.

Seine Mutter Tülay trauert schmerzlichst um ihr einziges Kind, eine Arbeitskollegin des Jungens hat eine Spendenaktion gestartet.

 „Wieso mußtest Du mir aus dem Herzen gerissen werden, es tut so unendlich weh“ – mit schmerzerfüllten Worten nimmt die Frechenerin Tülay Türkoglu in einem berührenden Post in den sozialen Medien Abschied von ihrem geliebten Sohn Taylan. Der 17-Jährige verstarb völlig überraschend in der Nacht von Montag auf Dienstag (3. Februar), vermutlich an einem Herzstillstand.

„Er hatte immer leicht hohen Blutdruck“, erzählt die erschütterte Mutter in einem Gespräch mit dieser Redaktion. Anfang Januar sei bei einer kardiologischen Untersuchung alles noch in Ordnung gewesen. Auch die Messung des Blutdrucks am Montagabend (2. Februar) habe normale Ergebnisse geliefert. Ihr Sohn sei danach mit einem Freund unterwegs gewesen und habe ihr später beim Nachhausekommen noch einen Kuss gegeben und gesagt: „Mama, ich habe Dich lieb!“

Frechen: Rettungskräfte und Ärzte kämpften 2,5 Stunden um das Leben des 17-Jährigens

Die alleinerziehende Mutter, die ihr einziges Kind verloren hat, erinnert sich schluchzend: „Gegen halb zwölf bin ich durch komische Geräusche wach geworden, sie kamen aus Taylans Zimmer. Ich bin sofort hin und habe gemerkt, dass er nicht mehr atmet.“ Sofort habe sie ihren Bruder gerufen, der auch in der Wohnung übernachtete, und hätte mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen: „Bis der Rettungswagen kam, habe ich Mund-zu-Mund Beatmung und Herzmassage gemacht.“

Ich will Gewissheit haben, was passiert ist. Wieso hört so ein junges Herz plötzlich auf, zu schlagen?
Tülay Türkoglu, Mutter von Taylan, Frechen

Die Rettungssanitäter hätten erst eine Stunde lang mit einem Defibrillator versucht, Taylan in seinem Zimmer zurück ins Leben zu holen. Als dies nicht wie gewünscht gelang, sei er in die Uniklinik gefahren und dort weitere 1,5 Stunden lang intensivst behandelt worden – doch vergeblich. Nach zweieinhalb Stunden Behandlung durch die Rettungskräfte und Ärzte stand fest, dass ihr Sohn verstorben war. „Sein Kämpferherz wollte nicht mehr schlagen, nun fühlt es sich an, als ob mein Herz heraus gerissen worden sei“, so Türkoglu.

Taylan hatte viele Ziele

Ihr Sohn sei nun zur Untersuchung in der Gerichtsmedizin und solle wohl am kommenden Montag obduziert werden: „Ich will Gewissheit haben, was passiert ist. Wieso hört so ein junges Herz plötzlich auf, zu schlagen?“, fragt sich die Frechenerin. Taylan sei ein herzensguter und aufrechter Junge gewesen und sei gerade nach seinem Hauptschulabschluss in ein neues Leben mit vielen Zielen gestartet: „Er hatte nicht nur gerade seinen Führerschein bestanden, sondern erfolgreich ein Praktikum in einer Arztpraxis absolviert und sollte dort eine MTA-Ausbildung beginnen.“ In zwei Wochen hätte seine Berufsschule begonnen, in ihrer Erziehung habe das Lernen immer an erster Stelle gestanden, so die Alleinerziehende. Alle diese Ziele seien ihm nun nicht mehr vergönnt.

Mit einer jungen Kollegin aus der Praxis habe sich ihr Sohn besonders gut verstanden, erzählt Türkoglu. Diese hat in den vergangenen Tagen eine Spendenaktion auf Paypal gestartet, um die Alleinerziehende zu unterstützen. Das gesammelte Geld ist auch für die Beerdigungskosten gedacht. Noch steht dieser Termin auf dem Frechener Friedhof nicht fest, doch die Mutter hat bereits feste Vorstellungen von der Zeremonie. Da es ihr selber gesundheitlich nicht gut gehe und sie bereits ihre Eltern, ihre Tante und Onkel, ihren Bruder und eine gute Freundin in den vergangenen Jahren verloren habe, habe sie erst vor wenigen Wochen mit ihrem Sohn über ihre eigene Beerdigung gesprochen.

Weiße Luftballons sollen bei der Beisetzung in den Himmel aufsteigen

„Ich habe Taylan erzählt, dass ich eine Urnenbeisetzung möchte und dass alle Gäste in Weiß kommen sollen.“ Da habe ihr Sohn gesagt: „Mama, das möchte ich später, wenn ich einmal alt und gestorben bin, genauso machen.“ Diesen Wunsch wolle sie nun erfüllen, zudem sollen weiße Luftballons in den Himmel hinauf steigen. „Ich möchte meinen Sohn vernünftig beisetzen, er war mein einziger Halt“, sagt Türkoglu.

Von der Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme sei sie überwältigt. „So viele Menschen melden sich, so viele Anrufe, so viele Nachrichten. Auch seine Lehrer haben mich schon besucht und erzählt, wie sehr sie Taylan mochten.“ Trotz ihres großen Schmerzes wolle sie sich dafür bedanken. Wenn ihr Sohn gesehen hätte, wie viele Menschen an ihn denken und Solidarität zeigen, wäre er sehr stolz gewesen, so die 46-Jährige. Sie hoffe nun, dass viele den letzten Weg ihres geliebten Sohnes mit ihr zusammen gehen würden.

„Ich kann es noch immer nicht realisieren, dass mein Baby nicht mehr nach Hause kommt“, trauert die Alleinerziehende. „Es ist so surreal, ich zittere am ganzen Körper und bin nonstop am Weinen“, berichtet sie. „Oft habe ich das Gefühl, er ist einfach nur auf Klassenfahrt. Habt tausend Dank, dass ihr alle an meinen geliebten Sohn denkt.“ Die Spendenaktion kann im Internet unterstützt werden. www.paypal.com/ pool/9ml4ykglDd?sr=ancr