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762 MenschenFast alle Plätze in den Unterkünften in Frechen sind belegt

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Auf dem Bild ist die Alte Feuerwache zu sehen.

Die Alte Feuerwache wurde provisorisch als Unterkunft erweitert.

Um eine ausgewogenere Verteilung der untergebrachten Menschen zu fördern, hat die Verwaltung die Zahlen in den einzelnen Stadtteilen untersucht.

Im Stadtgebiet herrscht zur Zeit eine hohe Auslastung der vorhandenen Unterbringungen für Menschen in Not: 762 von 828 tatsächliche verfügbaren Plätzen sind belegt, dies entspricht einer Auslastung von 92 Prozent. Dabei werden nicht nur Geflüchtete, sondern auch Obdachlose und Spätaussiedler berücksichtigt.

Nur noch geringer Spielraum an Plätzen

In vielen Unterkünften bestehe nur noch ein geringer Spielraum für die Belegung, teilt die Verwaltung mit. Die Platzsituation bleibe damit angespannt und erfordere eine fortlaufende Beobachtung sowie die rechtzeitige Entwicklung zusätzlicher Kapazitäten, um auf künftige Zuweisungen flexibel reagieren zu können, so die Stadt.

Hinzu kommt, dass in der Containerunterkunft an der Burgstraße, dem Wohnen am Mühlenbach, weiterhin Schäden an Dächern und Böden auftreten. Einzelne Wohneinheiten können dort daher aktuell nicht genutzt werden. Auch die provisorisch erweiterte Unterkunft an der Schützenstraße an der Alten Feuerwache kann nicht komplett bewohnt werden.

Frechen: Wagenhalle in der Alten Feuerwache kann wegen fehlender Heizung nicht belegt werden

Im ehemaligen Aufenthaltsraum im ersten Obergeschoss wurden zusätzlich vier Zelte für maximal 16 Personen, in der Wagenhalle neun weitere Zelte für 36 Personen aufgestellt. Die Zelte in der Wagenhalle wurden allerdings bisher nicht belegt und sollen nur eine „absolute Notlösung“ und keine Unterbringungsmöglichkeit auf Dauer darstellen. Der Grund: Die Halle kann nicht ausreichend geheizt werden, so dass bei den bislang niedrigen Außentemperaturen die Plätze nicht belegt werden konnten.

Um eine ausgewogenere Verteilung der untergebrachten Menschen zu fördern, hat die Verwaltung auch die Unterbringung in den einzelnen Stadtteilen untersucht. Mit der „sozialräumlichen Perspektive“ sollen die aktuellen Zahlen theoretischen Zielbildern gegenüber gestellt werden, um Belastungsschwerpunkte besser erkennen zu können.

So zeigte sich, dass in der Innenstadt-Süd mit 232 Personen das Optimum von 71 Untergebrachten stark überschritten ist. Auch in Habbelrath sind mit 106 statt 51 Personen sowie in Benzelrath (88 statt 15)überproportional viele Menschen untergebracht. In Königsdorf, Bachem, Hücheln und Grefrath gibt es rechnerisch noch hohe Aufnahmepotenziale. So sind in Königsdorf aktuell 41 statt 174 Menschen und in Buschbell 17 statt 41 Personen untergebracht. In Bachem leben 59 statt der theoretisch empfohlenen Untergebrachten, in Grefrath aktuell niemand statt der 25 Empfehlungen. Die Unterbringung solle daher „perspektivisch weiter sozialräumlich ausbalanciert werden“, so die Stadt.