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SanierungPannenserie verzögert weiter Freibad-Eröffnung in Frechen

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Auf dem Bild ist eine Personengruppe zu sehen, die eine Baustelle besichtigt.

Die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien, Mitglieder des Sportausschusses, Bürgermeister Uwe Tietz sowie Vertreter der Verwaltung und des Architekturbüros besichtigten gemeinsam die Problem-Baustelle des Terrassenfreibads in Frechen.

Der in Umlauf gebrachte Eröffnungstermin im August wackelt, auch wenn einige Arbeiten aktuell laufen. Gestohlene Pumpen müssen noch neu bestellt werden.

Entsetzen, Resignation und auch Wut – dies waren die Reaktionen der Politiker der Ratsparteien in Frechen, die am Freitagmittag (6. Februar) die Baustelle des Terrassenfreibads besichtigten. Bürgermeister Uwe Tietz (SPD) hatte die Mitglieder des Sportausschusses sowie die Fraktionsvorsitzenden zu einem Treffen mit der Verwaltung und dem neu beauftragten Architekturbüro geladen. „Mir geht es jetzt um Ehrlichkeit und Offenheit“, erklärte er.

Wir werden alles versuchen, aber ich kann nichts garantieren
Uwe Tietz, SPD-Bürgermeister von Frechen

Auch der kürzlich in Umlauf gebrachte mögliche Eröffnungstermin im August 2026 scheint nach dem gemeinsamen Besuch der Baustelle mehr als fraglich. „Wir werden alles versuchen, aber ich kann nichts garantieren“, konstatierte Tietz sichtlich betroffen. Die Negativserie in den vergangenen Jahren, die immer wieder Mängel und Ungereimtheiten zu Tage gebracht hatte und mit der Kündigung des beauftragten Architekturbüros durch die Stadt im April 2025 zum Eklat führte, wird noch durch einen eklatanten Diebstahl verschärft.

Auf dem Bild ist ein Sprungturm zu sehen.

Auch der Sprungturm muss noch einmal aufwendig bearbeitet werden.

Auf der Baustelle wurden bereits im Oktober 2025 die neuen Pumpen und Zubehör im Wert von rund 190.000 Euro gestohlen. Die Verwaltung klärt aktuell rechtliche und organisatorische Fragen. Solange können erst einmal keine neue Pumpen bestellt werden, im nächsten Sportausschuss am 19. Februar soll erneut darüber beraten werden. Sie werden aber dringend benötigt, um das Schwimmbad eventuell doch in diesem Spätsommer öffnen zu können.

Frechen: Immer wieder neue Überraschungen entdeckt

Die neu beauftragten Architekten kg5, die in Frechen bereits an der Mauritiusschule und am Parkhaus Josefstraße beteiligt sind, zeigten sich auch skeptisch: „Die Pumpen hätten im Januar bestellt werden müssen, damit der August-Termin nicht wackelt“, sagte Architekt Uwe Küstermeier. Der neue Bauleiter von kg5, Richard Gentner, berichtete bei der Baustellenführung, dass es immer wieder neue Überraschungen gegeben habe, die zu Verzögerungen und Mehrarbeit geführt hätten. „Wir haben losgelegt, als die Tinte auf unserem Vertrag noch nicht trocken war“, so Küstermeier. Doch sie hätten eine fertige Planung vorgefunden, die so „nicht zum Erfolg geführt“ hätte. Viel hätte überabeitet und neu ausgeschrieben werden müssen.

Rohre mit Isolierung auf Putz im Duschraum verlegt

So wurden beispielsweise im Bad des Personalraums, der eigentlich gar nicht auf den Plänen stand, in der Dusche offenliegende Rohre mit Isolierung auf Putz verlegt. Im Technikgebäude musste eine neue Betondecke eingesetzt werden. Und auch der Sprungturm muss neu bearbeitet werden: Das Beton-Podest des 10-Meter-Spungturms muss aus Sicherheitsgründen um 50 Zentimeter gekürzt werden, damit niemand außerhalb des Beckens landet.

Auf dem Bild sind isolierte Rohre auf Putz zu sehen.

In der Dusche des Personalraums gab es bei den Rohren eine Panne.

Da das Sprungbecken aber bereits neu mit Aluminium verkleidet ist, muss dies in einem aufwendigen Verfahren geschehen, damit der abzuschlagende Beton nicht auf die neue Verschalung bröckelt. Zudem müssen am kompletten Sprungturm die Geländer durch Aluminiumgeländer ersetzt werden. 

Aktuell laufen auf der Baustelle die folgenden Maßnahmen: Pflasterarbeiten, die Beschichtung der Vorhaltebecken in der Filter- und Pumpenstube, die Montage und Installation der Mess- und Fühltechnik der Badewasseraufbereitung im Schwallwasser- und Filtergebäude. Zudem die Fliesenarbeiten im Sanitärgebäude, die Elektroarbeiten im Filtergebäude und die Dachdecker arbeiten am Schwimmmeisterraum.