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„Landtag macht Schule“Schüler aus Frechen diskutieren mit Berivan Aymaz über Wehrpflicht

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Jugendliche und Erwachsene haben sich zum Gruppenfoto aufgestellt.

Berivan Aymaz (Mitte) bei ihrem Besuch in der Gemeinschaftshauptschule Herbertskaul.

Die Vizepräsidentin des Landtages sprach mit Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftshauptschule Herbertskaul.

Demokratie stärken: Am Montag versammelten sich an der Gemeinschaftshauptschule Frechen Herbertskaul Schülerinnen und Schüler, um gemeinsam mit der Vizepräsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen, Berivan Aymaz im Rahmen des Projekts „Landtag macht Schule“ ins Gespräch zu kommen.

In diesem Rahmen tourt unter anderem die Wanderausstellung des Landtags durch Schulen in Nordrhein-Westfalen, um über politische Arbeit, insbesondere die des Landtags zu informieren, einen Einblick in Politik und Demokratie zu geben und die Schülerinnen und Schüler einzubinden.

Zur Eröffnung der Ausstellung stellte sich Vizepräsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen den Fragen einer zehnten und einer neunten Klasse der GHS Herbertskaul und kam mit ihnen ins Gespräch.

Frechen: Auch das Wahlrecht ab 16 Jahren wurde besprochen

Doch den Fragen an Berivan Aymaz ging bereits die Vorarbeit der beteiligten Jugendlichen voraus, die sich in ihrem Wahlpflichtkurs zur Demokratiebildung auf den Besuch der Politikerin vorbereiten konnten. Die Schülerinnen und Schüler haben die Fragen zuvor mit ihrem Lehrer Björn Althoff erarbeitet, in Kategorien eingeteilt und schließlich, soweit es die Zeit zuließ, ins Gespräch mit Berivan Aymaz eingebracht.

Auch fördert die Schule klassenübergreifende, teils außerschulische Projekte, darunter eine Fahrt nach Brüssel, die Juniorwahl oder den Erstwählercheck – Möglichkeiten, bei denen sich Jugendliche mit Politik, Demokratie oder Wahlen auseinandersetzen können. „Es geht uns auch darum, einen Gegenpol zu Social-Media aufzuzeigen und die Jugendlichen dazu zu bringen zu reflektieren, dass man auch hier an der Schule demokratische Bildung lebt“, sagt die Schulleiterin Monika Azizmohammadi. Bereits eingangs war die Diskussion lebhaft, als die Schülerinnen und Schüler über die Wehrpflicht diskutierten.

Doch auch das Wahlrecht ab 16 Jahren wurde im Laufe des Austauschs besprochen: Pro-und Kontrapositionen waren vertreten, die Diskussion verlief durchaus leidenschaftlich und emotional aufgeladen. „Und genau so läuft es im Parlament auch“, kommentiert Berivan Aymaz, „das ist wie ein Spiegelbild des Parlaments, denn genauso emotional wird bei uns manchmal debattiert.“

Aymaz klärte auch über die Möglichkeiten auf, sich für seine Meinung stark zu machen, zum Beispiel in Form von Petitionen. „Ich habe gelernt, dass man wählen sollte, damit die Partei, die man unterstützt gewinnen kann. Jeder sollte seine Meinung sagen dürfen“, sagt Sahira, die ganz vorne mit ihren Mitschülerinnen Isabelle, Angeliki und Lyan die Fragen stellen und mit moderieren durfte.

Bereits vergangene Woche war Landtagsabgeordneter Thomas Okos in Herbertskaul zu Gast und tauschte sich in einer Fragerunde mit den Jugendlichen aus. Auch wenn Sahira erzählte, dass Politik in ihrem Alter eher wenige interessiere, zeigte sich bei beiden Besuchen eine rege Beteiligung. Politische Themen wurden plötzlich interessanter, denn schließlich geht Demokratie alle etwas an.