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Geräumtes SündenwäldchenBehörde prüft  weiter Beschwerde gegen Landrat des Rhein-Erft-Kreises

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Mit einem Großaufgebot waren Polizei und RWE gegen die Besetzer des „Sündenwäldchens“ vorgegangen.

Mit einem Großaufgebot waren Polizei und RWE gegen die Besetzer des „Sündenwäldchens“ vorgegangen. 

Die Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ wirft Rock Vorverurteilung vor. Er hatte von „wenigen kriminellen Besetzern“ gesprochen. 

Die Bezirksregierung Köln hat über eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Landrat Frank Rock (CDU) noch nicht entschieden. Ein Sprecher teilte auf Anfrage dieser Redaktion mit, seine Behörde habe weitere Informationen bei der Polizei im Rhein-Erft-Kreis zum Polizeieinsatz bei der Räumung des „Sündenwäldchens“ in Kerpen Mitte November 2025 angefordert. Diese Informationen seien erforderlich, um die Dienstaufsichtsbeschwerde zu beurteilen.

Die Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ wirft Rock unter anderem vor, er nehme eine Vorverurteilung von Menschen vor, die ihm qua Amt nicht zustehe. Damit greife Rock einer möglichen Gerichtsentscheidung vor und setze „eine unangemessene Tonalität in diesem Konflikt, die unmittelbar zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt“.

Landrat Rock hat niemanden pauschal verurteilt
Sprecher der Kreisverwaltung

Der Landrat hatte in einem Facebook-Post von „wenigen kriminellen Besetzern“ gesprochen, die „nach und nach aus dem Betriebsgelände entfernt“ werden. Nach Ansicht der Initiative „Buirer für Buir“ obliege es Gerichten, nach entsprechender Anzeige und staatsanwaltschaftlicher Beweisführung zu entscheiden, ob eine kriminelle Tat vorliegt. Zudem entstehe der Eindruck, dass Rock in seiner Funktion als Leiter der Kreispolizeibehörde eng mit dem bergbaubetreibenden Unternehmen RWE zusammenarbeite und in dessen Interesse handele.

Zuvor hatten bereits Linke, BSW und die Grünen-Landtagsabgeordnete Antje Grothus Kritik an Rocks Aussage geäußert. Der Landrat ließ daraufhin mitteilen, seiner Überzeugung nach sei es in einer Zeit, in der sachliche Debatten in der Gesellschaft zunehmend durch sprachliche Empfindlichkeiten erschwert würden, wichtiger, Dinge klar zu benennen. Und weiter: „Landrat Rock hat niemanden pauschal verurteilt, sondern in klarer Sprache das für alle öffentlich erkennbare Verhalten Einzelner vor Ort beschrieben, das als strafrechtlich relevant einzustufen ist.“