Die Kreishandwerkerschaft lehnt die geplante Prämie entschieden ab. Zusätzliche finanzielle Herausforderungen seien das falsche Signal.
1000-Euro-PrämieKreishandwerkerschaft Rhein-Erft kritisiert Bundesregierung scharf

Martina Engels-Bremer, Kreishandwerksmeisterin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft, kritisiert die vorgeschlagene 1000-Euro-Prämie scharf.
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Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft mit Sitz in Frechen lehnt die von der Bundesregierung geplante 1000-Euro-Prämie entschieden ab. Nach ihrer Ansicht ist es nicht vermittelbar, dass die Betriebe in einer wirtschaftlich angespannten Lage erneut finanziell belastet werden sollen.
Die Betriebe im Rhein-Erft-Kreis stünden bereits seit geraumer Zeit unter enormem Druck: Steigende Energiepreise, hohe Bürokratiekosten, Fachkräftemangel und eine fortdauernde wirtschaftliche Unsicherheit würden die Unternehmen erheblich belasten. Zusätzliche finanzielle Herausforderungen seien für viele schlicht nicht darstellbar.
Wer die Betriebe weiter mit neuen Lasten versieht, obwohl sie schon heute am Limit arbeiten, gefährdet nicht nur Investitionen und Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft des Handwerks insgesamt
Kreishandwerksmeisterin: Politik soll Mineralölkonzerne an die Leine legen
„Unsere Betriebe leisten tagtäglich Enormes, um Ausbildung, Beschäftigung und Versorgung in der Region zu sichern“, sagt Martina Engels-Bremer, Kreishandwerksmeisterin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft. „Wer die Betriebe weiter mit neuen Lasten versieht, obwohl sie schon heute am Limit arbeiten, gefährdet nicht nur Investitionen und Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft des Handwerks insgesamt.“
Das Handwerk sei nicht weiter bereit, die verfehlte Struktur- und Industriepolitik sowie Energiepolitik auszugleichen, vielmehr solle die Politik nun endlich die Mineralölkonzerne an die Leine legen, so Engels-Bremr. Das Bundeskartellamt unter Andreas Mundt solle endlich mal mutiger gegenüber der Industrie auftreten, wünscht sich die Kreishandwerksmeisterin.
Jetzt noch eine weitere Prämie zu erwarten, ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Das Handwerk braucht Entlastung statt neuer Erwartungen
Auch der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Peter Ropertz, kritisiert die Pläne deutlich: „Die Belastungen sind längst zu hoch. Energiepreise, Bürokratie und steigende Abgaben setzen unseren Betrieben massiv zu. Jetzt noch eine weitere Prämie zu erwarten, ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Das Handwerk braucht Entlastung statt neuer Erwartungen.“
Frechen: Kreishandwerkerschaft fordert Umdenken von der Politik
Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft verweist darauf, dass Löhne und Arbeitsbedingungen in der Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt werden. Staatlich vorgegebene oder politisch indirekt erzwungene Zahlungen seien kein Ersatz für eine verlässliche Tarifpolitik und schon gar keine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme des Mittelstands.
„Das Handwerk ist bereit, Verantwortung zu übernehmen“, so Engels-Bremer weiter. „Aber Verantwortung braucht auch Verlässlichkeit. Wer das Handwerk stärken will, muss es entlasten und nicht zusätzlich belasten.“
Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft fordert deshalb von der Politik ein klares Umdenken: weniger Regulierung, spürbare Entlastungen bei Energie und Bürokratie sowie bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Betriebe im Handwerk.

