Auf das Angebot, den Rathausschlüssel anzunehmen und in den nächsten Tagen einen Haushalt aufzustellen, verzichtete die Tollität dankend.
ProklamationPrinz Ralf I. will nicht ins Wesselinger Rathaus

Den Rathausschlüssel lehnte Prinz Ralf I., den nimmt er lieber später.
Copyright: Margret Klose
Im Sturm eroberte Prinz Ralf I. (Pütz) kaum im Amt am Samstagabend (3. Januar) die Herzen all der vielen Jecken in der restlos ausverkauften Kronenbuschhalle. Diese hatten die „Heinzelmännchen“ der Großen-Wesselinger-Karnevalsgesellschaft (Gro-We-Ka) quasi über Nacht in ein Märchenschloss verwandelt. Gefeiert wurde im Märchenland mit vielen Königinnen und Königen.
Mit seiner Rede zog der Prinz sie alle in seinen Bann. Auf Platt sprach er sein Volk an und lobte das Wesselinger Brauchtum. Es sei eine Session der Jubiläen. Die Gro-We-Ka werde 130 Jahre alt, ihre Fändelschwenker 77 und zum 75. Mal in Folge habe die Gro-We-Ka einen Kinderprinz proklamieren können.
Wesseling: Jede Menge Lebenserfahrung
Außerdem feiere die Damen-Karnevalsgesellschaft Löstige Knolleplänzche ihr 88-jähriges Bestehen, die KG Kornblumenblau ihr 66-jähriges und die Südstädter würden bereits 44 Jahre alt. „Unsere Tradition hier in Wesseling lebt und darauf können wir stolz sein“, so Prinz Ralf. Fastelovend sei nicht nur Brauchtum, das sei auch Herz, Gemeinschaft und richtig viel Spaß, Freunde und Leidenschaft.
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Laut rief er dann sein Motto aus: „Schwaade, singe, danze – do springk et Hätz, do laach de Siel“. Prinz Ralf I. ist der 28 Karnevalsprinz der Gro-We-Ka. Zusammen mit seinem persönlichen Adjutanten Alfred Schlappa, Sprit-Adjutant Ulli Keilhau und Finanzadjutant Helmut Schallenberg bringen die „Jungen aus Urfeld“ mit 266 Lenzen die meiste Lebenserfahrung der Wesselinger Tollitätenteams seit mindestens drei Jahren mit.
Wesseling: Dankend abgelehnt
Das hatte Bürgermeister Ralph Manzke ausgerechnet und auf die Idee gebracht, dieser geballten Lebenserfahrung schon lange vor dem traditionellen Rathaussturm den Rathausschlüssel zu überreichen. Dann könnten die doch den Haushalt einbringen und ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen, fand der Verwaltungschef.
Doch Prinz Ralf lehnte dankend ab: Er habe jeden Tag mit so vielen Schlüsseln zu tun, dass der Bürgermeister ihm mit diesem Angebot keinen Gefallen tun könne. Dazu muss man wissen, dass Prinz Ralf schon seit 1989 er bei der Firma DOM Sicherheitstechnik arbeitet. Dort ist er Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung.
Andreas Over, Präsident des Wesselinger Festkomitees, stellte die Tollität vor und verriet, dass die Eltern, die Ehefrau und der Sohn des Prinzen mächtig stolz auf ihn sind. In der Gro-We-Ka ist Prinz Ralf bereits eine Institution. Er tanzte schon 1992 bei den Fändelschwenkern und zum 100-jährigen Bestehen der Gesellschaft durfte er als Vize-Kommandant der Fändelschwenker den Jubiläums-Prinzen durch die Session begleiten.
Dem Prinzen und den vielen Gästen zu Ehren gab es nach der Proklamation ein märchenhaftes Programm: Gro-We-Ka-Präsident Andreas Mertin konnte auf der „Kronenburg“ unter anderem Klaus und Willi, die Domstürmern, Martin Schopps, die Bläck Fööss und Kasalla begrüßen.
Schweigeminute
Noch vor der Proklamation hatte Bürgermeister Ralph Manzke von der Bühne aus zu einer Schweigeminute ausgerufen, um an den am zweiten Weihnachtstag verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Erwin Esser zu erinnern. Dankbar und mit Applaus nahmen die Gäste dieses Angebot an. Sie hatten sich von ihren Plätzen erhoben, ihre Mützen, Hüte und den Festschmuck von ihren Köpfen genommen und innegehalten. (mkl)

