Machbarkeitsstudie kommt zu dem Schluss, dass Umzug in bestehende Gebäude nur schwer möglich ist.
GutachtenUmzug der Eitorfer Grundschule auf das Krewelareal wohl vom Tisch

Der Umzug der Grundschule Brückenstraße auf das Krewelgelände ist wohl vom Tisch
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Der Plan, die sanierungsbedürftige Grundschule Brückenstraße im leerstehenden Gebäude der Krewelwerke unterzubringen, ist wohl endgültig vom Tisch. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Eitorfer Gemeinderats klar, nachdem das Architekturbüro Farwick und Grote aus Aarhaus eine Machbarkeitsstudie darüber vorgelegt hatte. Das Stadtplanungsbüro ist auch für Schulbauten im Bestand zuständig.
Das Gutachten, das Carina Hagen per Internetübertragung erläuterte, zeigte erhebliche funktionale Defizite sowie verschiedene Risiken beim Umbau in den Gebäuden und im Gelände auf. So kamen die Autoren des Gutachtens zu dem Schluss kam, dass die Integration einer vierzügigen Grundschule dort nicht empfehlenswert ist.
Krewel-Gebäude entsprechen nicht dem energetischen Standard
Das Fachbüro räumte zwar ein, dass die Krewelgebäude über gute Verbindungen zu den Wohngebieten und dem Bahnhof verfüge. Und sie seien auch in einem guten substanziellen Zustand. Für die Gebäude mit ihren Stahlbetonstützen aus den Jahren 1960 bis 1987 seien jedoch noch statische Prüfungen erforderlich. Denn ihre Konstruktion sei mit tragenden Teilen teilweise auch mit den Fassaden verbunden, und neue Fassaden bedeuteten einen hohen Aufwand und seien nicht einfach.
Die Gebäude entsprächen zudem nicht mehr dem heutigen energetischen Standard und müssten auch deshalb saniert werden. Hohe Anforderungen sind laut Hagen an die Entlüftung zu stellen. Ein Gutachten sei für die Untersuchung von Schadstoffen wie etwa in der Isolierung erforderlich. Die Erschließung werde zudem für die Schüler wegen fehlender barrierefreier Zugänge schwierig.
Teuer würde zudem ein notwendiges Erdmassenmanagement für das Gelände. Die Funktionen der Gebäude entsprechen laut Gutachten nicht den pädagogischen Anforderungen, und die Nutzbarkeit sei eingeschränkt.
Sorge vor einer Industriebrache auf dem Gelände von Krewel Meuselbach
Bernd Thienel erklärte, die SPD hoffe, dass damit die Sache endgültig vom Tisch sei, und betonte: „Wir hoffen, dass wir uns damit nicht mehr befassen müssen, denn die Gemeinde kann das nicht stemmen!“ Sascha Liene (FDP) meinte, das sei kein Grund zur Freude, schließlich sei auch ein Neubau unbezahlbar. Dietmar Tendler (SPD) betonte: „Wir haben jetzt sehr viel Druck im Kessel und müssen uns Gedanken machen, wie wir die Grundschule optimieren können.“
Statt 100.000 Euro für ein solches Gutachten auszugeben, hätte man zum Beispiel auch schon die maroden Toilettenanlagen der Schule sanieren können, argumentierte Tendler. Dem widersprach Bürgermeister Rainer Viehof: Das Gutachten habe keine 100.000 Euro gekostet. In der Summe seien noch weitere Gutachten enthalten. Für die CDU sagte Fraktionschefin Jessica Jacob, sie habe schon frühzeitig gesagt, dass ein Umbau ähnlich hohe Kosten wie ein Neubau verursache.
Jochen Scholz (Bündnisgrüne): „Das Thema Krewel können wir grundsätzlich beenden. Das ist durch, und zwar nicht nur für die Schule, sondern auch für das Rathaus und die Feuerwehr! Jetzt müssen wir pragmatisch daran gehen, wie wir das umgesetzt kriegen.“ Bürgermeister Viehof wies allerdings nach der Sitzung darauf hin, dass die Gemeinde aufpassen müsse, dass auf dem Krewelgelände keine Industriebrache entstehe. Der Neubau einer vierzügigen Grundschule für 41 Millionen Euro sei sehr wohl zielführend, und er halte es auch gar nicht für verkehrt, in den Hang zu bauen.
Die Gebäude halte er trotzdem für gut geeignet, Rathaus und Feuerwehr aufzunehmen, außerdem brauche die Gemeinde eine Lagerhalle für den Katastrophenschutz. Viehof sagte, er warte mit Spannung auf das gemeinsame Konzept von CDU und SPD, das am 11. März ausgearbeitet sein und am 27. März mit den Eitorfer Bürgern besprochen werden soll.

