Köstliche Cupcakes und Teatime locken in die Orangerie von Schloss Merten, wo Katrin Ewers ihr Café betreibt.
Gastro-TippSüße Stunden in der Zuckerbäckerei in Eitorf-Merten

Das Auge isst mit: Die Teatime in der Zuckerbäckerei in der Orangerie von Schloss Merten in Eitorf.
Copyright: Sandra Ebert
Fluffige Scones, Clotted Cream, Lemon Curd und Orangenmarmelade in winzigen, geblümten Tässchen, fein belegte Sandwiches im Rüschenpapierchen und Cupcakes sind liebevoll auf der Etagere angerichtet: Es ist Tea-Time in der Zuckerbäckerei auf Schloss Merten in Eitorf. Katrin Ewers hat den Tisch bereits gedeckt – mit zartem Porzellan, frischen Blumen und einer Lampe aus einer alten Kaffeekanne.
Wer durch das große Eingangstor des Gebäudeensembles oben auf dem Berg schreitet, betritt beinahe einen historischen Roman: Stolze Gebäude aus Naturstein liegen – umgeben von einer alten Mauer – in einer gepflegten Parkanlage mit Blumen, Säulen und Springbrunnen. Eingerahmt von großen Bäumen empfängt die Orangerie mit ihren Säulen und dem kuppelförmigen Kupferdach die Gäste. Seit November 2025 hat das zuvor in Hennef beheimatete Café Zuckerbäckerei hier eine neue Heimat gefunden.
Im Inneren der Orangerie in Eitorf-Merten laden alte Tische und Stühle zum Verweilen ein
Die ehemalige Klosteranlage, vermutlich von Gräfin Mathilde von Sayn gestiftet, wurde erstmals im Jahr 1217 urkundlich erwähnt. 1909 erwarb die Grafenfamilie Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein die Gebäude, ließ die Anlage zu einem Schloss umbauen und erweiterte die Außenanlagen zu einem neobarocken Park nach dem Vorbild französischer Gartenarchitektur. Heute beherbergt die Anlage, die in unmittelbarer Nähe zu den Wanderwegen des Natursteigs Sieg liegt, ein Altenheim.

1909 wurde die neobarocke Orangerie von Schloss Merten errichtet, in der seit 2025 die Zuckerbäckerei beheimatet ist.
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Nicht nur ihre Gäste, auch sie selbst ist von der Orangerie begeistert, sagt die gelernte Konditorin Katrin Ewers. Viel Unterstützung erhält sie von Hausherrn Patrick de Schrevel. Die Außengastronomie kann sie im Sommer bis auf die Wiese ausweiten: Sitzgelegenheiten mit kuscheligen Kissen und Decken auf der Terrasse laden zum Verweilen ein, Picknickdecken stellt sie den Gästen zur Verfügung. Auch Hochzeiten sind hier möglich, zudem sind ein Sommerkino und ein italienischer Abend geplant.
Ich bin gern Gastgeberin. Den Tisch nett zu decken. Es für alle schön zu machen, das liebe ich sehr.
Im Inneren der Orangerie laden alte Tische und Stühle zum Verweilen ein. „Die Tische und Stühle stammen aus der Familie“, berichtet Ewers. „Und ganz viel haben wir auch geschenkt bekommen.“ Die alten gedrechselten Stühle oder der gemütliche Ohrensessel gehören dazu, ebenso wie die alten Tischdecken oder das nostalgische, geblümte Porzellan. „Die Leute sollen sich bei mir fühlen, als würden sie nach Hause kommen“, sagt Ewers.

Liebevoll mit alten Möbeln eingerichtet ist die Zuckerbäckerei in Eitorf-Merten.
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Bei Vorbestellungen, etwa für den englischen Afternoon Tea oder zum Frühstück, bereitet die 52-Jährige die Tafel festlich vor. „Ich bin gern Gastgeberin. Ich mag es, den Tisch schön zu decken“, sagt sie. „Es für alle schön zu machen, das liebe ich sehr.“
15 bis20 verschiedene Sorten von Cupcakes werden täglich angeboten
Als Konditorin arbeitete Ewers zunächst in Bad Honnef, dort lernte sie vor 22 Jahren auch ihre Kollegin Barbara Zils kennen. Gemeinsam machten sich die beiden dann mit der Zuckerbäckerei in Hennef selbstständig. Dass sie sich auf Cupcakes spezialisierten, sei den kleinen Räumlichkeiten an der Lindenstraße in Hennef geschuldet gewesen, erzählt die passionierte Konditorin. „Wir hatten nur eine kleine Kühltheke!“

Katrin Ewers zog im November mit ihrer Zuckerbäckerei in der Orangerie von Schloss Merten in Eitorf.
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Die Theke zog mit um – und mit ihr das Konzept der köstlichen Miniaturkuchen: Kaffee-Karamell, Stracciatella, Himbeer-Joghurt, Mousse au Chocolat. Winzige Gugelhupfe, bepuderte Kugeln, garniert mit kunstvoll aufgetürmter Creme und frischem Obst. „Wir können 15 bis 20 Sorten anbieten und uns saisonal anpassen“, beschreibt Ewers das Konzept. Die großen Schwestern – Torten und Kuchen unter gläsernen Hauben – finden auf einem Sideboard Platz. Besondere Hochzeits- oder Geburtstagstorten werden auf Bestellung gefertigt. „Und auch die sollen besonders und frisch schmecken, das ist unser Bemühen.“
Um sechs Uhr morgens beginnt der Tag in der Zuckerbäckerei. „Dann machen wir die Tagesportionen und Windbeutel-Rohlinge. Wenn wir merken, dass es im Laufe des Tages knapp wird, können wir nachbacken“, sagt die 52-Jährige. Die Backstube liegt direkt neben dem Gastraum. Jeden Tag öffnen sie die großen Türen zur Orangerie für die Gäste. „Das machen wir auf jeden Fall über den Sommer, in der Wandersaison – wir wollen uns ja hier etablieren!“
Zuckerbäckerei in der Orangerie von Schloss Merten, Schlossstraße 14, 53783 Eitorf, 02243/86276. Täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr. Parkplatz am Kirchweg. 35 Plätze im Innenraum und etwa 35 Plätze außen.
Eine kleine Auswahl
Süßes: Die Cupcakes (zwischen 3,90 und 4,50 Euro) variieren je nach Jahreszeit. Immer im Sortiment sind Mousse au Chocolat, Himbeerjoghurt, Käsesahne und Donauwelle. Darüber hinaus gibt es Sorten wie Beere, Rübli mit Zitrone, Stracciatella, Schokolade, Eierlikör-Kaffee und viele weitere. Auch Waffeln werden angeboten: mit Puderzucker 3,50 Euro, mit Kirschen 4,50 Euro, Sahne kostet zusätzlich 1 Euro. Zwei Scones mit Butter und Marmelade kosten 6,50 Euro.
Auf Vorbestellung gibt es die Teatime: Scones mit Clotted Cream und Marmelade, Sandwiches sowie eine Auswahl an Cupcakes und Törtchen – für 17,50 Euro pro Person.
Frühstück (auf Vorbestellung): Kleines Frühstück (Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Butter, Marmelade) für 10 Euro. Der Frühstückstisch mit Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Butter, Marmelade, Rührei im Glas, Joghurt mit Obst kostet 19,90 Euro. Brotzeit (Brezel mit Butter, Wurst, Käse und „Gedöns“) 17,50 Euro.
Salziges: Suppe 6,50 Euro, Gemüsequiche: 4,80 Euro, vegetarische oder vegane Klappstulle 4,50 Euro, Brezel mit Butter 4,50 Euro, Käsewürfel 6,50, Brotzeit (Laugenbrezel mit Butter, Käsewürfel, „Gedöns“) 12 Euro.
Getränke: Tasse Kaffee 2,50 Euro, Gestreifter (Milch, Espresso, Schokosauce) 3,50 Euro, Espresso 2,50 Euro, Marshmallow Schokolade 4 Euro, Goldene Milch (mit Kurkuma, Pfeffer, Ingwer, Zimt und Muskat) 4,50 Euro, Tee (sechs Sorten) 3,80 Euro. Wasser 2,50 Euro, Grapefruitlimonade 3 Euro, Apfel-/Rhabarberschorle 3 Euro, alkoholfreies Bier/Radler 3,50 Euro.

