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Rathaussturm in WindeckJecke legten Bürgermeisterin Alexandra Gauß in Ketten

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Die großen und kleinen Tollitäten hatten Windecks Bürgermeisterin Alexandra Gauß Ketten angelegt.Rathaussturm Windeck

Die großen und kleinen Tollitäten hatten Windecks Bürgermeisterin Alexandra Gauß Ketten angelegt.

Im 20. Jahr der Rathauserstürmung trickste das Prinzenpaar der KG Herchen, Thomas II. und Prinzessin Carina I., die Verwaltungschefin aus.

Eine ganz üble Nummer hatten sich die drei Windecker Prinzenpaare überlegt, um im 20. Jahr der Rathauserstürmung in Windeck die Herrschaft im Rosbacher Verwaltungssitz bis Aschermittwoch an sich zu reißen. Kurzerhand übertölpelten sie die gesundheitlich noch angeschlagene Bürgermeisterin Alexandra Gauß und ließen sie vom mitgeführten Gefolge, einer ungehobelten Rockergang, in Ketten legen. In den Rathausfenstern drängelte sich das vorwitzige Personal und reckte die Hälse, unten jubelten die Jecken. Hilfe für die Amtsträgerin sieht anders aus.

Im Schwarm waren zuvor die Jecken vom Berliner Platz bis zum nahen Rathaus mit Blaskapellchen vormarschiert. Sie alle flankierten nicht nur das Windecker Prinzenpaar der KG Herchen, Thomas II. und Prinzessin Carina I. Becher, sondern auch die beiden Kinderprinzenpaare Noah I. Grab und Isabella I. Thiel von der KG Dattenfeld sowie von der Förderschule Rossel Luca I. und Milly I.

Prinzenpaaare hatten sich schon ins Rathaus geschlichen

Erwartet wurden sie vor dem Rathaus vom ehemaligen Bürgermeister Jürgen Funke und von Alexandra Gauß. Funke hatte damals den Anstoß zum ersten Rathaussturm gegeben, diesmal waren erstmals aber scheinbar die Prinzenpaare abhandengekommen. Auch der Ruf nach den Tollitäten brachte keine Aufklärung. Die Bürgermeisterin blieb cool, denn wer ins Rathaus will, muss erstmal an ihr vorbei. Denkste!

Prinz Thomas hat als Beigeordneter längst den Schlüssel zum Rathaus - und schlich sich mit den Kinderprinzenpaaren und seiner Carina I. in den Verwaltungssitz.

Prinz Thomas hat als Beigeordneter längst den Schlüssel zum Rathaus - und schlich sich mit den Kinderprinzenpaaren und seiner Carina I. in den Verwaltungssitz.

Auf dem Balkon über ihr plusterte sich Prinz Thomas gehörig auf und fuchtelte mit Zepter und dem großen Rathausschlüssel in der Hand herum. Im wahren Leben ist er der Beigeordnete im Rathaus und hatte sich wohl überlegt: „Was die Gauß kann, kann ich auch“ - schließlich hat er auch einen Schlüssel zum Verwaltungssitz.

Die Bürgermeisterin wurde zum  Luftgitarrenweitwurf aufgefordert

„Das ist eine rockige Hausbesetzung“, rief er, und schon gesellten sich die anderen Tollitäten hinzu, während unterhalb seine Bagage die Bürgermeisterin in Ketten legte. Kalle Andree, seines Zeichens Adjutant des Prinzenpaares, mussste gar streng werden, weil die Rathauschefin keine Anstalten machte, sich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen. 

Gegen zwei rockige Bewährungsproben waren die Rathausstürmer dann aber doch bereit, die Bürgermeisterin von den Ketten zu befreien. Gegen die Prinzenpaare musste sich beim Luftgitarren-Weitwurf und bei einem Quiz beweisen; natürlich ein abgekartetes Spiel der Paare, null Chance für die Bürgermeisterin. Der Prinz gefiel sich darin, den Schwur abzulegen, das Rathaus bis zum Aschermittwoch nicht nur zu verwalten, sondern auch zu rocken.

Für die Bürgermeisterin hieß es: raus aus dem Rathaus, rein ins Gefolge!“ Erleichtert rief sie: „Rock on, Windeck!“. Hinter dem Rathaus ging die Feier fröhlich weiter.