Zum zwölften Mal hat die Ateliergemeinschaft KUNST-WERK zur Ausstellung „30 x 30 = 100“ eingeladen. Zur Eröffnung war die Resonanz groß.
Kleines FormatAusstellung in Hennef bietet wohlige Reizüberflutung

Die Vernisssage war stark besucht, viele Bilder waren schnell verkauft.
Copyright: Markus Peters
Das ging schnell. Kaum war die Ausstellung „30 x 30 = 100“ der Ateliergemeinschaft KUNST-WERK in der ehemaligen Druckerei Halft im Zentrum von Hennef eröffnet, schon zierten die ersten „Verkauft“-Schilder die Wand mit den Exponaten. Wenig überraschend waren einige der besonders originellen Exemplare der Schau, die in Windeseile neue Besitzer gefunden hatten; manch ein Gast auf der stark besuchten Vernissage dürfte sich ärgern, nicht schneller zugegriffen zu haben. Denn die Auswahl und die Vielfalt der Präsentation können sich auch in diesem Jahr sehen lassen.
Feste Regeln sind das kleine Format und der Preis
Zum zwölften Mal war die Ausstellung von Ulrike Biermann, Gudrun Schwellenbach, Ute Andorfi und Ursula Novotny-Schmandt organisiert worden. Die Regeln sind seit Jahren unverändert: Während bei Motiven und Materialien völlige Wahlfreiheit herrscht, muss das ausgestellte Kunstwerk genau 30 mal 30 Zentimeter groß sein und an eine Wand gehängt werden können. Zudem kann jedes Werk nur einmal an dem Projekt teilnehmen.

Rudolf Kaplan bittet in seinen Bildern zum Tanz
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Wer diesen formalen Kriterien genügt, kann bis zu drei Arbeiten einreichen, die dann auch in den Räumen der Ateliergemeinschaft gezeigt werden. „In diesem Jahr präsentieren wir über 120 Arbeiten von 49 Künstlerinnen und Künstlern“, freute sich Ulrike Biermann, die auf einen Aspekt des Ausstellungstitels hinwies, der den Organisatorinnen besonders wichtig ist: In „30 x 30 = 100“ steht die 100 für den Einheitspreis der gezeigten Arbeiten, von dem 50 Euro an den Künstler und die anderen 50 Euro an den Kinderschutzbund Hennef gehen. Auf diese Weise hat die Ateliergemeinschaft im vergangenen Jahr mit ihren verschiedenen Aktivitäten über 2000 Euro als Spende gesammelt.
Die meisten Exponate werden im Foyer der alten Druckerei ausgestellt, wobei das Einheitsformat eine kachelartige Präsentation ermöglicht. Den Besuchenden bescherte dies eine wohlige Reizüberflutung bei nahezu tropischen Temperaturen auf enger Fläche – was offensichtlich die Wahrscheinlichkeit von Spontankäufen erhöhte. Im Gegensatz zu mancher Schau in den Vorjahren ist 2026 ein inhaltlicher Schwerpunkt kaum ausmachbar.
Die Schau in Hennef ist noch an zwei weiteren Tagen zu sehen
So schickt Ute Ebeler mit Donald Duck und seiner Daisy die wohl bekannteste On-/Off-Beziehung der Comic-Welt ins Rennen, gesichtslose Cowboys verstören bei Barbara Mader. Mischarbeiten wie von Miriam Arens oder ein Portrait von Anne Sadarczuk fielen aus dem Rahmen. Gastgeberin Ulrike Biermann musste zur Inspiration nur ein paar Schritte um die Ecke gehen, um dem Kur-Theater Hennef ein ebenso eigenwilliges wie originelles malerisches Denkmal zu setzen.
Rudolf Kaplan beschert den Akteuren auf seinen Bildern extravagante Tanzeinlagen und sorgt so für Schmunzeln. Mehr noch gilt dies für die Werke von Gabriele Müller, die hyperrealistisch portraitierte Rentner in ein exotisches Ambiente versetzt – eine von etlichen Arbeiten, an denen man sich nicht satt sehen kann.
Zu besichtigen ist die Ausstellung noch am Sonntag, 26. April zwischen 11 und 17 Uhr, sowie am Sonntag, 10. Mai, ebenfalls zwischen 11 und 17 Uhr, in der Gartenstraße 10 in Hennef, wobei zur Finissage AGA+ „Klezmer und more“ spielen werden. Weitere Informationen online.

