Seit Dezember steht der gläserne Aufzug still. Für die Grundsanierung fehlen dem Lohmarer Altenheim noch zehntausende Euro.
Vorsitzender bittet um SpendenDefekter Aufzug am Altenheim in Lohmar-Wahlscheid – Geld fehlt

Der gläserne Fahrstuhl am evangelischen Altenheim in Wahlscheid ist seit Dezember außer Betrieb.
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Der gläserne Fahrstuhlturm am Wahlscheider Altenheim ist aktuell kaputt. Bewohnerinnen und Bewohnern, Besucherinnen und Besuchern und Mitarbeitenden erleichtert er seit mehr als zwanzig Jahren, zum Altenheim auf dem Hügel mitten im Ort zu gelangen. Schon seit Dezember 2025 ist das nicht mehr möglich. Jetzt soll er repariert werden, dafür fehlt jedoch noch Geld.
Das Wahlscheider Altenheim muss den Unterhalt des Fahrstuhls komplett über Spenden finanzieren
Als „Sonderbau“ gehört der gläserne Fahrstuhl nicht zum Pflegesatz des Altenheims, sagt Reinhard Bartha, Vorsitzender des gemeinnützigen Trägervereins Evangelisches Altenheim. Nach den Anerkennungsrichtlinien des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) sei der Aufzug zwar „Nice to have“, aber nicht notwendig. „Wenn die mal gesehen hätten, wie sich die Leute hier hochquälen mussten mit ihren Rollatoren, hätte der LVR das vielleicht anders gesehen“, so Bartha. Der Bau des Fahrstuhls und alle Unterhaltungskosten müssen und mussten immer komplett über Spenden finanziert werden.
Bartha selbst war die Idee zu dem Fahrstuhl gekommen, nachdem er eine ähnliche Konstruktion in Köln gesehen hatte. Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2001 hatte sich der ehemalige Superintendent und Pfarrer des evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein Spenden gewünscht, um einen solchen Bau zu finanzieren. Insgesamt kostete der Bau 220.000 Euro. Die Hälfte davon finanzierte die Wohlfahrtspflege NRW, zahlreiche größere und kleinere Spenden erreichten das Projekt. „So kam am Ende diese riesige Summe zusammen“. Im Sommer 2004 konnte der gläserne Fahrstuhl fertiggestellt werden.

Reinhard Bartha (75), Vorsitzender des Altenheims, initiierte den Bau vor 25 Jahren.
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Die Nutzung des Fahrstuhls war und ist immer kostenfrei, betont Reinhard Bartha. „Er ist mittlerweile eine Art Wahrzeichen der Stadt geworden.“ Genutzt wird er nicht nur von den 189 Bewohnerinnen und Bewohnern des Altenheims, den 250 Angestellten und 110 Ehrenamtlichen, sondern auch von Anwohnerinnen und Anwohnern im Umfeld der Wahlscheider Straße.
Ersatzteile sind bestellt: Idealerweise soll der Fahrstuhl im Mai oder Juni wieder fahren
Als der Fahrstuhl im Dezember 2025 aus dem Betrieb genommen werden musste, erreichten das Altenheim zunächst mehrere wütende Briefe mit der Nachfrage, wann der Aufzug endlich wieder genutzt werden könne. Ihm sei daher wichtig, zu betonen, dass alle Wartungsmaßnahmen eine freiwillige Leistung des Altenheims seien, sagt Bartha. Ihm sei bewusst, wie wichtig der Aufzug vor allem für ältere und bewegungseingeschränkte Menschen sei. Daher habe man immer eine schnellstmögliche Reperatur angestrebt, aber leider gab es hier einige Schwierigkeiten.
Zuerst wurde festgestellt, dass die Manschette des Stempels nicht mehr dicht war. Bei der genaueren Untersuchung wurde jedoch klar, dass eine Generalüberholung des mehr als 20 Jahre alten Fahrstuhls notwendig war. Auch die elektrische Steuerung sei fehlerhaft. Insgesamt werden die notwendigen Maßnahmen etwas mehr als 60.000 Euro kosten. So einen großen Betrag musste das Altenheim seit dem Bau des Fahrstuhls noch nie für diesen aufbringen.

Der Aufzug am Wahlscheider Altenheim wurde 2004 fertiggebaut.
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„Ich bin ununterbrochen am Sammeln, aber diesen Betrag zusammenzukriegen, das ist fast unmöglich“, sagt Bartha. Mittlerweile seien rund 10.000 Euro für die Reparatur des Fahrstuhls zusammengekommen. „Letztens kam eine Spende von einer Beerdigung über 1350 Euro, auch die ehemalige Bürgermeisterin hat zugesagt, eine größere Spende auf den Weg zu bringen“, sagt Reinhard Bartha. Er betont, dass jeder Beitrag hilfreich sei und das Altenheim sich auch über sehr kleine Spenden freue.
Dass die Instandsetzung des Aufzugs einige Monate dauern würde, war schnell klar. „Der Aufzug war damals eine Spezialanfertigung. Daher ist das Problem, dass wir jetzt Ersatzteile brauchen, die teilweise Lieferfristen von mehreren Monaten haben“, erklärt Reinhard Bartha. Die Ersatzteile sind bereits bestellt, idealerweise soll der Aufzug so im Mai oder Juni wieder in Betrieb gehen können. Und wenn bis dahin nicht genug Spenden zusammenkommen? „Theoretisch können wir den Auftrag stornieren – das wollen wir aber auf keinen Fall“, so der Vorsitzende des Altenheims. Es gebe Rücklagen, die das Altenheim temporär vorausstrecken könne, aber durch Spenden nachfinanzieren müsse.
Wer die Grundsanierung des Fahrstuhls unterstützen möchte, findet die Daten des Spendenkontos für das Wahlscheider Altenheim auf dessen Webseite: www.altenheim-wahlscheid.de/spenden/

