Der Ex-Profi beendet seine erste Cheftrainer-Station nach nur zwölf Spielen. Der Fußball-Bezirksligist setzt im Saisonendspurt auf ein Duo.
Paukenschlag beim SC UckerathTrainer Frank Süs tritt zurück

Frank Süs (vorne) ist nicht mehr länger Trainer des SC Uckerath.
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Das nennt man wohl einen Paukenschlag. Frank Süs (56) ist am Montagabend beim Fußball-Bezirksligisten SC Uckerath zurückgetreten. Nach nur zwölf Spielen als Cheftrainer (und einen Tag nach der bitteren 2:4-Niederlage gegen RW Merl) zog er die Reißleine. Der Grund war aber offensichtlich nicht die magere Ausbeute von elf Punkten, sondern die Einstellung der Spieler. „Obwohl wir über einen 26-Mann-Kader verfügen, waren phasenweise weniger als zehn Leute beim Training. Teilweise kamen die Absagen kurz vor der Einheit und per WhatsApp“, erklärt der frühere Zweitliga-Profi. In der Bezirksliga könne man mit dieser Arbeitsmoral einfach nicht erfolgreich sein: „Das ist die bittere Erkenntnis – und letztlich nicht mein Anspruch.“
Das ist die bittere Erkenntnis – und letztlich nicht mein Anspruch
Im jüngsten Match gegen Merl hatte der SCU mit 0:4 zurückgelegen und erst in der Nachspielzeit die beiden Ehrentreffer erzielt. Und das, obwohl ein Gästespieler kurz nach der Pause die Rote Karte gesehen hatte. Süs hatte Anfang November den nach neun Jahren ebenfalls zurückgetretenen Didi Rombach ersetzt – und damit (nach seinen beiden Co-Trainer-Stationen beim SCU und FC Hennef 05) seinen ersten Job als Chefcoach angenommen. Auch sein Vorgänger hatte nach seinem Weggang die durchgehend schwache Trainingsbeteiligung moniert.
Der Uckerather Sportchef Thomas Daas bedauert Süs' Entscheidung („Das muss man akzeptieren“), richtet den Blick aber nach vorne: Die beiden Co-Trainer Jochen Sehl und Maik Szewczyk übernehmen bis zum Saisonende das Kommando an der Seitenlinie. Nach der sportlich schwierigsten Bezirksliga-Saison seit Jahren plant der SCU in der Spielzeit 2026/27 einen Neustart mit einem komplett neuen Trainerteam.
Alle Spiele in der Übersicht: So., 13 Uhr: SV Deutz 05 II – TuS Buisdorf, 15.15 Uhr: RW Merl – 1. FC Niederkassel, MSV Bonn – Hertha Rheidt, TuS Oberpleis – SV Leuscheid, VfR Hangelar – FC Friesdorf, 15.30 Uhr: Volmershoven-Heidgen – Wahlscheider SV.
Während die Uckerather nun spielfrei haben, empfängt der Spitzenreiter TuS 05 Oberpleis am Sonntag (15.15 Uhr) den SV Leuscheid. Die Heimmannschaft geht ausgeruht ins Derby, schließlich liegt hinter den 05ern ein spielfreies Wochenende. Dieses nutzte man in erster Linie zur Regeneration. Ob Torjäger Nikolas Klosterhalfen nach seiner Muskelverletzung wieder eingreifen kann, entscheidet sich trotzdem erst nach dem Abschlusstraining am Freitag.
Er dürfte jedenfalls auf einen Einsatz brennen, schließlich ist die Tabellenspitze wieder enger zusammengerückt. Denn während der TuS (18 Spiele/41 Punkte) zum Zuschauen verdammt war, punkteten die Verfolger 1. FC Niederkassel (20/39), FC Friesdorf (19/38) und RW Merl (19/36) jeweils dreifach. Für den Oberpleiser Trainer Eskandar Zamani ist dies allerdings kein Grund zur Unruhe, ebenso wenig wie die jüngste Niederlage gegen Friesdorf (2:3): „Uns war immer klar, dass wir auch mal verlieren werden. Außerdem haben wir nach wie vor alles selbst in der Hand, zumal wir ja auch noch mehr Spiele in der Hinterhand haben als die Konkurrenz. Der Druck liegt also weiter bei den anderen.“
SV Leuscheid entpuppt sich als Favoritenschreck
Am Sonntag erwartet der Coach ein „Kampfspiel. Leuscheid agiert sehr körperbetont. Wir wollen dem Gegner den Schneid abkaufen und nicht umgekehrt.“ Mut macht den Gästen das Hinspiel (2:0) – und der Heimerfolg zum Jahresabschluss gegen den 1. FC Niederkassel (2:1). „Wir können die Großen offensichtlich ärgern“, bestätigt Trainer Slobodan Kresovic den Leuscheider Ruf als Favoritenschreck. „Um das am Sonntag zu wiederholen, muss aber alles passen. Fakt ist: Wir können auch in Oberpleis gewinnen.“
Zumal Fabian Ehrenstein im jüngsten Match gegen den MSV Bonn (1:3) sein Comeback nach einer langen Schulterverletzung gab. Ein Startelf-Einsatz kommt allerdings auch am Sonntag noch zu früh. Max Engelberth und Colin Ebert fehlen jeweils wegen einer Gelbsperre.

