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Fußball-MittelrheinligaSiegburg bezwingt Königsdorf und freut sich auf Hohkeppel

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William McIntosh (Mitte)

Hoch das Bein: William McIntosh (Mitte) vom Siegburger SV 04. 

Der Tabellenzweite wandelt einen 0:1-Pausenrückstand in ein 5:2 um. Hennefer Sportchef spricht nach dem 0:4 in Merten von einer „unverdienten Niederlage“. 

Siegburger SV 04 – TuS Königsdorf 5:2 (0:1). Rückstand gedreht, Platz zwei verteidigt: Die Mittelrheinliga-Fußballer des Siegburger SV 04 haben sich für eine starke Leistungssteigerung nach der Pause mit drei Punkten belohnt. „Erste Hälfte pfui, zweite Hälfte hui – so könnte man die 90 Minuten wohl zutreffend zusammenfassen“, sagte Trainer Alexander Otto nach dem 5:2-Erfolg über Königsdorf. Am Ende überwog eindeutig der Stolz auf die „bärenstarke Reaktion. Es war wie im Hinspiel (3:1, Anm. d. Red.) und eigentlich wie immer gegen diesen Gegner: kompliziert. Aber hinten raus haben sich die Jungs diesen Sieg absolut verdient.“

Während Waiss Ezami die einzige Siegburger Großchance in den ersten 45 Minuten vergeben hatte (11.), krönte Noah Can Kürmali ein Solo durch drei Gegenspieler hindurch mit der Gästeführung (30.). Kurz vor der Pause hatten die 04er sogar Glück, dass Königsdorf nicht nachlegte. Denn anstatt den mitgelaufenen (und völlig frei stehenden) Leo Kirnich zu bedienen, scheiterte Timo Agaltsev an SSV-Keeper Jens Fikisi.

Leo Camara

Augen zu und durch: Leo Camara vom Siegburger SV 04.

In der Halbzeit schien Otto die richtigen Worte gefunden zu haben, denn Siegburg kam wie verwandelt aus der Kabine: Leo Camara im Anschluss an eine Ecke (54.) und Oliver Gawenda nach feiner Vorarbeit von Kelana Mahessa (56.) drehten die Partie – 2:1. Dass auch die eingewechselten Tom Schnörpel (75., 90./+2) und Alexander Tackie Sai (85.) trafen, freute den Coach besonders. „Unsere Bank hat einmal mehr funktioniert“, meinte er. „Wir sind eben nicht nur auf die erste Elf angewiesen, sondern auf jeden Einzelnen.“ Kürmalis zweiter Streich war hinterher nur eine Randnotiz (85.).

Nach dem fünften Sieg in Folge fiebern die 04er bereits dem Verfolgerduell bei Eintracht Hohkeppel (So., 15.30 Uhr) entgegen: „Mit viel breiterer Brust kann man nicht anreisen“, betont Otto. „Wir freuen uns ganz einfach auf dieses Spiel.“

SSV: Fikisi – Gawenda, Weingarten, Camara, Jo (83. Keil) – Suleiman, Yilmaz – McIntosh (61. Sai), Mahessa (85. Stupp), Ezami (46. Sakamaki) – Kuhbier (72. Schnörpel).


SSV Merten – FC Hennef 05 4:0 (0:0). Das Ergebnis spiegelte aus Frank Fußhöllers Sicht keineswegs die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wider. Im Gegenteil: Der Sportchef des FC Hennef 05 sprach hinterher von einer „unverdienten Niederlage. Natürlich hört sich das nach einem 0:4 blöd an, aber: Wir haben uns für eine überragende erste Hälfte einfach nicht belohnt.“ Darüber hinaus seien die ersten beiden Gegentore aus „stark abseitsverdächtiger Position gefallen. Das hat uns leider das Genick gebrochen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Merten hat wahnsinnig viel Qualität von der Bank reingebracht und hinten raus einfach mehr Körner gehabt.“

Bilal El Morabiti trifft gegen Ex-Verein Hennef

Den großen Worten ihres Sportchefs („Es wird höchste Zeit, dass wir einen Großen schlagen“) hatten die Spieler der 05er zunächst Taten folgen lassen: Nachdem die Latte ein direktes Eckentor von Kai Schusters verhindert hatte, ließen Philipp Köhl und Fabian Ernst jeweils eine Großchance liegen. Die Heimelf aus Merten legte erst nach der Pause spürbar eine Schippe drauf, wobei ausgerechnet der eingewechselte Ex-Hennefer Bilal El Morabiti einen Doppelpack schnürte (65., 80.). Das zwischenzeitliche 2:0 hatte Mohamed Rabia erzielt (72.).

Die Entstehung des vierten Treffers passte aus Hennefer Sicht irgendwie ins Bild: Keeper Moritz Hellwig unterlief einen langen Ball der Mertener und Jerome Propheter sagte „Danke“ (88.).

FCH: Hellwig – Bouakran, Bance, Yörük, Pflüger – Rosic – Ernst (64. Delkic), Köhl (69. Dang), Mahessa, Schusters – Ichue.