Die prominente Immobilie in der Innenstadt hat den Besitzer gewechselt. Zuvor hatte es lange Verhandlungen gegeben.
Freizeitzentrum bleibtFrühere Mieter kaufen „Happy Franky“ in Troisdorf

Neue Eigentümer hat seit Dienstag, 24. Februar, das Happy Franky in Troisdorf.
Copyright: Dieter Krantz
Der Tagesordnungspunkt war wohl kaum beraten, da hatte sich das Ergebnis schon überholt: Während die Mitglieder des Troisdorfer Stadtrats am Dienstagabend, 24. Februar, eine Vorkaufsrechtssatzung für das ehemalige Forum beschlossen, wechselte das Happy Franky bereits den Eigentümer. „Nicht das Konzept war das Problem – sondern dessen fehlende Umsetzung“, teilten die neuen Besitzer mit.
Neue Besitzer finanzieren Projekt in Troisdorf aus privaten Mitteln
Andreas Waschk, Gründer der Explorado Group, und Detlef Wintzen, Gründer und langjähriger Geschäftsführer der Insglück Gesellschaft für Markeninszenierung, haben gemeinsam die Immobilie an der Kölner Straße in der Troisdorfer Innenstadt erworben, die mit einem Mix aus Gastronomie, Unterhaltung, Sport und Edutainment an den Start gegangen war. Rein aus privaten Mitteln hätten die beiden Unternehmer den Kauf bestritten, erklärte eine Sprecherin.

Andreas Waschk ist Gründer der Explorado Group.
Copyright: Explorado Group
Die bisherigen Eigentümer hätten bereits im September „gefragt, ob wir das nicht übernehmen wollen“, sagte Waschk auf Anfrage der Redaktion. Gemeinsam mit Wintzen, den er seit 25 Jahren kenne und mit dem er schon verschiedene Projekte, darunter den deutschen Pavillon für die Expo 2017 in Kasachstans Hauptstadt Astana, umgesetzt habe, „haben wir uns das angeschaut und entschieden, das zu machen.“ Wie mehrfach berichtet, hatte Explorado im Sommer 2025 den Mietvertrag im Happy Franky gekündigt.

Explorado war einer der Ankermieter im Freizeitzentrum Happy Franky und hatte im Sommer 2025 den Vertrag mit dem damaligen Betreiber aufgekündigt.
Copyright: Quentin Bröhl
„Wir mussten die Reißleine ziehen“, so Waschk in der Rückschau. Die Betreiber des Erlebnis-Tempels hätten vor der Eröffnung „schon ordentlich Geld in die Hand genommen“, vieles aber auch nicht fertig gemacht. „Wir müssen jetzt die Fehler beheben“, kündigte Andreas Waschk an; der erhebliche Modernisierungsbedarf des Gebäudes sei bislang nicht behoben worden.
Klimatechnik gehört zu den Baustellen in Troisdorf
Wintzen und er hielten das „für beherrschbar, wenn man die Kontrolle hat.“ Nach und nach wollen die neuen Besitzer die Mängel abstellen. So müssten beispielsweise der Eingang einladender und der Übergang zum Parkhaus überarbeitet werden. Auch die Klimatechnik wird eine Rolle spielen.
Unzumutbare klimatische Bedingungen hatten im vergangenen Jahr zu den Gründen gehört, mit denen Explorado seine Schließung erklärte. Aber auch Mieter wie Racing Car Benz kehrten seither dem Standort den Rücken. Die Probleme gipfelten Anfang Dezember 2025 in der Schließung des Restaurants Tuscolo während des laufenden Abendgeschäfts. Die Verkehrswege seien nicht mehr betretbar, hatten die damaligen Betreiber den Mietern wenige Stunden zuvor mitgeteilt, Mitabeiter eines Security-Unternehmens komplimentierten die Gäste nach draußen.

Pascal Schreiber, Chef der Boulderhalle Stuntwerk, sieht im Eigentümerwechsel den „richtigen Impuls“.
Copyright: Archivfoto: Ralf Rohrmoser-von Glasow
„Die Mieter werden sich freuen“, ist Andreas Waschk nun überzeugt; Pascal Schreiber, CEO bei Stuntwerk Troisdorf, äußert sich schon in der Mitteilung zum Besitzerwechsel zuversichtlich. „Das Konzept ist nicht gescheitert“, wird er zitiert. Die Mieter hätten „alle gemerkt, dass genau so ein zentraler Ort in der Stadt und in der Region gesucht und angenommen wird.“ Der Indoor-Kletterpark Stuntwerk und der Spieleanbieter Funderground hatten bereits im Dezember den Betrieb wieder aufgenommen. „Die hatten es schwer“, sagte Andreas Waschk im Gespräch mit dieser Zeitung.
Es werde mit allen bisherigen Mietern wieder Gespräche geben, sagte Andreas Waschk. „Ich glaube, dass wir das wieder voll bekommen.“ Auch Planbarkeit und Verlässlichkeit für die Mieter gehörten zu den Dingen, die er und sein Geschäftspartner schaffen wollten. Eine „gemeinsame Profilbildung“ habe es bislang nicht gegeben. Einen Zeitplan bis zur Wiedereröffnung könne er allerdings noch nicht bekannt machen.

