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KonzertGospelchor und Lebenshilfe  in Troisdorf überwinden Barrieren

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Menschen mit und ohne Behinderung werfen die Arme nach oben.

„Spannend, laut und lustig“ waren schon die Proben, berichtet die Chorvorsitzende Gudrun Schwozer (2.v.r.) in der Turnhalle der Rhein-Sieg Werkstätten der Lebenshilfe

Für das Benefizkonzert am Samstag in Sieglar gibt es nur noch Stehplätze. 

So viel Energie macht nicht an den Wänden der Kreuzkirche halt – und das nicht nur, weil die Fenster ins Freie an diesem Mittag weit offen stehen. An der Grabenstraße in Troisdorf-Sieglar hat sich vielmehr eine außergewöhnliche Musik- und Gesangsgemeinschaft zur Generalprobe versammelt: Am Samstag, 7. März, geben hier der Gospel-Chor „Let's go Gospel“ des CVJM Troisdorf und Beschäftigte der Rhein Sieg Werkstätten der Lebenshilfe ein gemeinsames Konzert. Menschen mit und ohne Behinderung singen und tanzen, trommeln und spielen weitere Instrumente wie Didgeridoo oder Calimba.

Troisdorfer Chor lässt sich auf ein Experiment ein

„Es ist für uns etwas völlig Neues“, berichtet Gudrun Schwozer, die Vorsitzende des Vereins Let's go Gospel. 2004 gegründet und seither von Detlef Höhmann ehrenamtlich geleitet, trete der über 50 Männer und Frauen starke Chor üblicherweise mit dem „normalen“ Repertoire aus traditionellen und modernen Gospelsongs auf. Aber manchmal, so Schwozer, „lassen wir uns auch auf Experimente ein.“

Das Projekt „Menschen verbinden und Barrieren überwinden mit Musik“ ist ein solches Experiment. Im Sommer 2025 habe der Chor nach einem neuen sozialen Projekt gesucht, berichtet die Vereinsvorsitzende. Warum also nicht Kontakt zur Werkstatt der Lebenshilfe an der Uckendorfer Straße aufnehmen, wo auch Daniel arbeitet, seit Jahren treuer Fan des Chores? Im August kam es zu einem ersten Treffen in der Werkstatt, im September gab es die erste gemeinsame Probe.

„Wir waren erschlagen“, erinnert sich Gudrun Schwozer an diesen Tag. Etwa 70 Beschäftigte aus der Lebenshilfe-Werkstatt hatten sich gemeldet und wollten mitmachen. Die schiere Energie sei kaum zu bändigen gewesen, berichtet Schwozer. „Das Ganze war unheimlich spannend, laut und lustig“, erzählt sie von der Probenarbeit, an der von Seiten des Chores etwa die Hälfte der Mitglieder sich beteiligte.

Neun gemeinsame Proben hat es seither gegeben; Unterstützung fanden der Chor und sein Leiter Detlef Höhmann im Vocalcoach Helmut Alba, der immer wieder in Projekten mit dem Chor gearbeitet hat, und Bernd Skrzypzak, Trommelbnauer und -lehrer aus Brühl. Maria Joao Neno hat als Tanzpädagogin mit den Beteiligten gearbeitet.

Drei Männer machen Musik in einer Turnhalle.

Auch Vocalcoach Helmut Alba (rechts) war am Gelingen des Projekts beteiligt.

Das Ergebnis der Probenzeit kann sich hören und sehen lassen: Wenn die Trommeln die Wände der Kreuzkirche vibrieren lassen, wenn das Didgeridoo im Bauch zu spüren ist und wenn aus dem Schlagzeugsolo des jungen Mannes im T-Shirt des BVB Dortmund die schiere Lebensfreude spricht. Auch szenisch haben die Beteiligten  gearbeitet und originelle Wege gefunden, die Lieder auf die Bühne zu bringen.

Troisdorfer Lebenshilfe-Werkstatt hofft auf Spenden für Rollischaukel

Das Engagement von Sponsoren hat das ungewöhnliche Projekt möglich gemacht, nicht zuletzt die Friedenskirchengemeinde, die unter anderem den Raum zur Verfügung stellt. Das abschließende Konzert soll Spenden für die Arbeit der Lebenshilfe erlösen. Von den Spenden soll eine Rollischaukel angeschafft werden, außerdem wünschen sich die Beschäftigten aus der Werkstatt, dass der Trommelkurs fortgesetzt wird. 

Für das Konzert, das am Samstag, 7. März, um 16 Uhr in der Kreuzkirche beginnt, sind höchstens noch Stehplätze zu ergattern.