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Best-of-ProgrammProfitlich verabschiedet sich in Troisdorf von der Bühne

3 min
Abschiedsshow von Markus Maria Profitlich in der Stadthalle Troisdorf, mit Ehefrau Ingrid Einfeld

Abschiedsshow von Markus Maria Profitlich in der Stadthalle Troisdorf, mit Ehefrau Ingrid Einfeld

Wegbegleiter wie Ingolf Lück überraschten den Comedian zur After-Show-Party mit einem Bluesständchen.

Mit einer fulminanten Vorstellung und XXL-Aftershowparty verabschiedete sich Markus Maria Profitlich von der Showbühne. Rund 1000 Menschen aus seinem näheren Umfeld sowie aus der Film-, Musik-, Theater-, Fernseh- und Comedybranche hatte der 1960 in Bonn geborene Künstler in die rappelvolle Troisdorfer Stadthalle eingeladen.

Diese hatte Produzentin Naomi Wien mit einem großen Team aufwendig hergerichtet für einen begeisternden Abend. Sound und Licht brachten, ergänzt um mehrere Videoleinwände, das Bühnengeschehen optisch und akustisch bis in die hintersten Reihen des bestuhlten Saals und der seitlichen Stehplätze.

Pointenreiche Gags und Mini-Einakter

In den Ruhestand – in den Profitlich ausdrücklich nicht wegen seiner Parkinson-Erkrankung geht, sondern um mehr Zeit mit seiner Familie zu haben – begleitet Profitlich seine amerikanisch-deutsche Frau Ingrid Einfeld. Als ausgebildete Tänzerin verfügt die gebürtige Ka­li­for­ni­e­rin über umfangreiche Qualitäten, um mit ihrem Mann Sketche, Gags und Mini-Einakter erster Güte auf die Bühne zu bringen – und das Schlag auf Schlag.

Dafür brauchte es nicht mehr als eine leere Bühne mit dezentem Theaterlicht und einige wenige Requisiten. Die schnellen Umkleide-Pausen überbrückten kurze Filme, etwa aus der TV-Comedyshow „Mensch Markus“.

After-Show-Party mit dem Livin-Gospel-Choir

After-Show-Party mit dem Livin-Gospel-Choir.

Jedoch erklärten die Live-Nummern, warum Profitlich zwar eine Herausforderung darin sieht, vor Publikum zu stehen, ihm diese aber umso mehr Spaß machten, wie er kürzlich in einem Interview verriet. Faszinierend waren die schnellen Wechsel der Themen und der Charaktere. So gab es Einblicke in einen überaus bildhaften Arztbesuch wegen gewisser Unterleibsprobleme, die so unangenehm waren, dass er sich für den Heimweg ein Sitzkissen kaufte.

Schenkelklopfer erzeugte das sich gegenseitige Überbieten von zwei Bauarbeitern, in wessen Verwandtschaft der bessere Kaffee getrunken wird. So wurde etwa ein beim Reiten schwer verunglückter Onkel durch ein sechswöchiges Bad in heißem Kaffee geheilt. Bei solchem Blödsinn konnten sich auch beide Mimen das Lachen nicht verkneifen. Fehlen durfte nicht die Jäger-auf-Ansitz-Pantomime.

Stumme Gesten und eingespielte Geräusche

Der krachende Erfolg beruhte auf dem perfekt synchronen Miteinander von stummen Gesten und Handlungen Profitlichs und elektronisch eingespielten Geräuschen. Die lieferte vom Öffnen der Thermoskanne bis zum Blattschuss sein Bühnenpartner und Freund Andy Muhlack. „Wir ähneln uns im Timing und haben das immer weiter entwickelt“, berichtete der Musiker.

Abschiedsshow von Markus Maria Profitlich in der Stadthalle Torisdorf, After-Show-Party.

After-Show-Partry mit Ingolf Lück am Saxofon.

Diese Nummer wird Klaus Nierhoff, der sich „bekennender Bewunderer und Freund“ Profitlichs nannte, besonders gefallen haben. „Wunderbar“ fand er im Gespräch mit dieser Zeitung neben dem Wortwitz „die Physical Comedy“, also Körperkomödie wie Slapstick, Clownerie, Grimassen. Er sei „ein so geiler Pantomime und hat eine unglaubliche Körperlichkeit“. Und: „Markus ist ja gar nicht so low im Niveau, wie er selbst gerne erzählt.“ Lob hatte Nierhoff für die Rolle Ingrid Einfelds. „Ich finde das Zusammenspiel und ihre Gegensätzlichkeit fantastisch: Sie die schmale Frau, er die große Wuchtbrumme.“

Blues-Ständchen als Überraschung

Erstklassige Unterhaltung gab es zum Abschied in der After-Show---Party, bei der auch Profitlichs Entdecker Jacky Drexler auszumachen war. Mit einem Blues-Ständchen überraschten die Wegbegleiter, darunter  Profitlichs Autor Linus Höke, Partner Thomas Wernicke sowie Regisseur Matthias Kitter.

Für die Begleitung sorgten Muhlack, jetzt als Gitarrist, und Ingolf Lück am Bass-Saxofon. Naomi Wien, Leiterin und mit Ehemann Wolfgang Gründerin des Livin-Gospel Choirs, der an Fan-T-Shirts und als emsige Helfer zu erkennen waren, hatte mit „Joyful, Joyful“ eine weitere Überraschung parat. Ob es beim Ruhestand bleibt, bezweifelte Regisseur Kitter: „Ruhe und Markus passen einfach nicht zusammen.“