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Kommentar

Bayer 04 mit neuer Qualität
Nicht zu viel wechseln, Herr Hjulmand

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2 min
Head Coach Kasper Hjulmand of Bayer Leverkusen during the UEFA Champions League, play-offs 1st leg game between Olympiacos and Bayer 04 Leverkusen at Georgios Karaiskakis Stadium on February 18, 2026, in Piraeus, Greece. PUBLICATIONxNOTxINxITA Copyright: xStefanosxKyriazis/IPAxSportx/xipa-agency.netx/xx IPA_71711877 IPA_Agency_IPA71711877

Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand vor dem Spiel bei Olympiakos Piräus.

Bayer 04 glänzt derzeit mit defensivem Handwerk. Um so weiterzumachen, braucht es einen Stammspielerkern, meint unser Autor.

Bayer 04 hat sich mit dem historischen ersten Auswärtssieg in einer K.o.-Phase der Champions League eine hervorragende Ausgangsposition für das Erreichen des Achtelfinals erspielt. Leverkusen steht kurz davor, seinen Klubanspruch als Top-16-Klub Europas zu bestätigen. Das 2:0 in Piräus war dabei die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung mit etwas überraschenden neuen Qualitäten.

Während die Werkself in jüngerer Vergangenheit für dominanten Offensivfußball mit ständig wiederkehrenden Zungeschnalzmomenten stand, hat sie seit dem missratenen Start ins neue Jahr vor allem eine neue defensive Stabilität entwickelt. Nur zwei Gegentore in den vergangenen sieben Spielen erlaubten Bayer trotzt einiger spielerischer Defizite die so wichtigen Ergebnisse einzufahren: keine Niederlage, ein Remis, sechs Siege. Diese Art der Erfolgserlebnisse sind in der Regel Qualitätsmerkmal einer Spitzenmannschaft.

Bei aller berechtigten Kritik an der Unterschreitung des eigenen Niveaus in 2026 ist deshalb auch viel Lob angesagt. Janis Blaswich hat sich als sehr stabiler Vertreter von Mark Flekken im Tor etabliert. Und auch die Dreierkette hat sich allem Anschein nach gefunden. Jarell Quansah, Robert Andrich und vor allem Edmond Tapsoba sind Garanten für ein neues Bayer-Bollwerk, das nur ab und an – meist selbstverschuldet – mal wackelt. Trainer Kasper Hjulmand kündigte zuletzt an, in den aktuellen Englischen Wochen viel rotieren zu wollen, um der hohen Belastung Rechnung zu tragen. Bei der Intensität mit der Bayer 04 Fußball spielen und arbeiten möchte, ist das wohl unumgänglich.

Stabile Achse und harter Kern

Der Coach sollte es aber nicht übertreiben mit zu vielen Wechselspielchen. Vor allem der Defensivverbund muss als eingespielte Einheit gesetzt bleiben. Auch wenn es für den designierten Abwehrchef Loic Badé derzeit harte Wochen auf der Bank sind. Die Erfolge der Vergangenheit haben gelehrt: Eine stabile Achse und ein harter Kern von sieben, acht Stammspielern sind Voraussetzung – auch dafür, den Hinspielsieg am kommenden Dienstag in der BayArena zu veredeln. Dass das kein Selbstläufer wird, betonten alle Protagonisten direkt nach der Partie in Athen. Ebenfalls ein positives Zeichen.