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1:3-HeimniederlageViktoria Köln lädt den Waldhof zum Toreschießen ein

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3.Liga: FC Viktoria Köln - SV Waldhof Mannheim Köln 31.01.2026 Terrence Boyd SV Waldhof Mannheim, 13, Lars Dietz FC Viktoria Köln, 2 3.Liga: FC Viktoria Köln - SV Waldhof Mannheim Sportpark Höhenberg, Köln 31.01.2026 DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi video. *** 3 Liga FC Viktoria Köln SV Waldhof Mannheim Köln 31 01 2026 Terrence Boyd SV Waldhof Mannheim, 13 , Lars Dietz FC Viktoria Köln, 2 3 Liga FC Viktoria Köln SV Waldhof Mannheim Sportpark Höhenberg, Köln 31 01 2026 DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Buriakovx

Viktoria-Kapitän Lars Dietz läuft Mannheims Torjäger Terrence Boyd nur hinterher.

Der Drittligist präsentiert sich defensiv fahrig und offensiv harmlos. Wahrscheinlich kommt noch ein neuer Stürmer.

Die kleine elektronische Ergebnisanzeige im Sportpark Höhenberg ist seit einigen Wochen defekt. Entweder leuchten keine Zahlen auf oder schlichtweg die falschen. Am Samstag war über der Gegengeraden mit den Mannheimer Fans kurzzeitig ein 0:15 zu lesen. Ganz so heftig war die Heimpleite des FC Viktoria Köln gegen den Waldhof zwar nicht ausgefallen, doch das 1:3 (0:1) blieb schmerzhaft genug. „Es tut gerade sehr weh, weil wir letzte Woche gegen Saarbrücken (2:0-Sieg, d. Red.) etwas aufgebaut hatten und gut trainiert haben“, sagte Torhüter Arne Schulz. „Dieses Gefühl willst du mit ins Spiel nehmen, liegst aber nach wenigen Sekunden schon hinten.“

Bereits nach zwei Minuten hatte Florian Engelhardt die Mannheimer mit einem katastrophalen Fehlpass über wenige Meter am eigenen Strafraum zur Führung eingeladen. Kushtrim Asallari ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum 1:0 ein. Dieses große Risiko im Spielaufbau gehöre zu „unserer DNA, zu unserer Haltung. So wollen wir Fußball spielen“, sagte Trainer Marian Wilhelm.

Benjamin Zank trifft zum 1:1

Die Viktoria zeigte nach dem Nackenschlag eine gute Reaktion und meldete sich dominant mit schönem Kombinationsfußball zurück. Allerdings ging es mit der Genauigkeit steil bergab, sobald der Ball in die Nähe des Waldhof-Strafraums kam. Entsprechend dürftig fiel Kölns Chancenausbeute aus – gegen ein Team, das in den beiden Spielen zuvor neun Gegentore kassiert hatte. „Im letzten Pass war es oft zu unsauber. Teilweise wollten wir es auch erzwingen“, so Wilhelm.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Höhenberger dank eines Standards zurück: Lars Dietz hatte per Kopf einen weiten Einwurf abgelegt, Benjamin Zank ging beim Abschluss volles Risiko, traf den Ball nicht richtig und jagte ihn als Aufsetzer über Thijmen Nijhuis hinweg zum 1:1 ins Netz (55.). Viktoria drückte, leistete sich jedoch defensiv entscheidende Patzer. In der 67. Minute hatte Diego Michel im Mittelfeld Zeit und Raum und spielte einen 50‑Meter‑Flugball über die desorientierte Viktoria-Abwehr in den Fuß von Arianit Ferati, der zum 2:1 traf. „Da schlafen wir komplett“, kritisierte Wilhelm, „da haben wir uns aus heiterem Himmel auf einmal tiefer gestellt und ohne Zugriff die Mitte geöffnet. Das darf uns so nicht passieren. Das war der Genickbruch.“

Waldhof Mannheim kontert Viktoria Köln aus

Köln wurde noch etwas offensiver, verlor aber kurz vor Schluss im Mittelfeld erneut den Ball, sodass Terrence Boyd nach einem Konter das 3:1 und die Entscheidung erzielte (88.). „Die Umschaltmomente von Mannheim killen uns. Wir waren manchmal zu unsauber im Ballbesitz. Dann gleitet uns das Spiel aus der Hand, was nicht hätte sein müssen“, sagte Schulz. Bei solchen Fehlern und einem solch konsequenten Gegner werde man nur selten Punkte holen, sagte Wilhelm.

3.Liga: FC Viktoria Köln - SV Waldhof Mannheim Köln 31.01.2026 Lucas Wolf FC Viktoria Köln, 21 emotionell reagiert auf die Entscheidung vom Schiedsrichter 3.Liga: FC Viktoria Köln - SV Waldhof Mannheim Sportpark Höhenberg, Köln 31.01.2026 DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi video. *** 3 Liga FC Viktoria Köln SV Waldhof Mannheim Köln 31 01 2026 Lucas Wolf FC Viktoria Köln, 21 reacts emotionally to the decision of the referee 3 Liga FC Viktoria Köln SV Waldhof Mannheim Sportpark Höhenberg, Köln 31 01 2026 DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Buriakovx

Lucas Wolf (l.) erlebte mit Viktoria einen frustrierenden Nachmittag.

Ein Problem der Viktoria ist es, dass der Kader derzeit offensiv kaum Alternativen hergibt. Gegen Mannheim blieb Zank mit Ausnahme seines Treffers blass, David Otto rieb sich in vielen Duellen auf – weitere Stürmer stehen Coach Wilhelm bislang nicht zur Verfügung. Um das Angriffsspiel anzukurbeln, hat der Trainer nur die Auswahl zwischen formschwachen oder angeschlagenen Außenbahnspielern. Am Samstag brachte er Soichiro Kozuki, Robin Velasco, Joel Vega Zambrano und Leander Popp – keiner vermochte der Offensive neuen Schwung zu verleihen.

Kommt noch ein neuer Stürmer?

Kurz vor Ende der Wintertransferfrist am Montagabend hofft die Viktoria deshalb noch auf eine Verstärkung für den Sturm. Dazu soll der Abschied von Torwart Dudu in Richtung des portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora über die Bühne gehen. Ebenso die Verpflichtung einer neuen Nummer zwei steht noch aus. Ein heißer Kandidat ist David Richter; der 26‑Jährige ist derzeit vereinslos und stand zuletzt beim SV Sandhausen unter Vertrag.

FC Viktoria Köln: Schulz – Boboy (87. Popp), Dietz, Kloss – Sponsel, Wolf, Engelhardt (74. Ronstadt), Münst (82. Velasco), Handle (82. Vega Zambrano) – Otto (74. Kozuk), Zank. – Tore: 0:1 Asallari (2.), 1:1 Zank (55.), 1:2 Ferati (67.), 1:3 Boyd (88.). – Zuschauer: 3655.