Die 20-Jährige ist seit kurzem die Nummer eins des 1. FC Köln. Im Interview spricht sie über ihre rasante Entwicklung.
FC-Keeperin Irina Fuchs„Das war alles sehr überwältigend“

Irina Fuchs (20), geboren in Basel, steht seit September 2025 beim FC unter Vertrag.
Copyright: IMAGO/Eibner
Frau Fuchs, wie fühlt man sich als Matchwinnerin nach dem 1:0 des 1. FC Köln gegen Freiburg?
Es ist schön, dass ich dem Team mit meinem gehaltenen Elfmeter helfen konnte. Im Endeffekt war der Sieg eine Mannschaftsleistung. Jede Spielerin hat bis zum Schlusspfiff alles gegeben.
Was haben Sie in dem Moment gedacht, als Sie in der Nachspielzeit den Elfmeter verursacht hatten?
Es wäre sehr bitter gewesen, wenn wir in der letzten Minute noch den Ausgleich bekommen hätten. Ich hatte in dem Moment keine Ahnung, wohin die Freiburgerin schießen wird. Ich habe mich auf mein Gefühl verlassen und das hat zum Glück funktioniert.
Ihre Trainerin Britta Carlson hat Sie danach auch öffentlich vorerst zur Nummer eins erklärt. Was bedeutet Ihnen das?
Ich freue mich sehr darüber, auch dass ich vom Staff und Verein so ein Vertrauen erhalte. Das möchte ich mit konstanten Leistungen zurückzahlen.
Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
- Fußball DFB-Kapitänin Gwinn: Was zwei Kreuzbandrisse bewirkt haben
- DFB-Pokal Erster Halbfinalist steht fest: Bayer bezwingt St. Pauli
- 1. FC Köln 50.000 Zuschauer beim Jugendfußball – Ein Fußballfest für alle
- Fußball-Bundesliga Neuer Eintracht-Coach zum Erfolgsplan: Wie mit der Freundin
- Fußball-Nationalmannschaft Nagelsmann bedauert ter Stegens Pech - Dynamik um Neuer?
- Nach Alkoholfahrt HSV-Profi Dompé muss Rekordstrafe zahlen
- Fußball-Bundesliga Kane fehlt beim FC Bayern krankheitsbedingt
Ihr Aufstieg zur Nummer eins kam unverhofft. Wie war es für Sie, im Oktober plötzlich als eigentliche dritte Keeperin zwischen den Pfosten zu stehen?
Ich war schon überrascht, weil ich nie damit gerechnet hatte, dass ich so schnell nach dem Transfer auch im Tor stehe. Ich habe mir vor dem Spiel dann gar nicht so viele Gedanken gemacht und von Tag zu Tag gedacht.
Sie sind im September erst kurz vor dem Saisonstart als Ersatz für die verletzte Paula Hoppe zum FC gekommen. Wie lief der Wechsel damals ab?
Das lief damals alles innerhalb eines Tages ab. Somit hatte ich auch kaum Zeit zum Nachdenken. Am Anfang war alles sehr überwältigend. Ich war auch zum ersten Mal von Zuhause in Basel weg. Aber der FC und das Team haben mir einen leichten Start ermöglicht.
Wie ist Ihr Austausch mit Lisa Schmitz und Aurora Mikalsen, mit denen Sie um den Platz im Tor konkurrieren?
Sie unterstützen mich sehr, das spüre ich. Wir sind zusammen ein sehr gutes Torwart-Team.
Wo sehen Sie Ihre Stärken?
Meine Präsenz, meine Kommunikation und meine Aktivität, wenn Bälle in die Tiefe kommen. Ich bin jemand, die oft aus dem Tor kommt.
Und was würden Sie gerne noch verbessern?
Ich möchte mit dem Ball am Fuß konstanter werden. Manchmal sind meine langen Bälle nicht ganz so gut.
Wie unterscheidet sich der Fußball in der Bundesliga von dem in Ihrer schweizerischen Heimat?
Es ist hier alles einen Tick schneller und körperlicher. Zudem ist es hier beim 1. FC Köln auch noch einmal deutlich professioneller als in der Schweiz. Die Voraussetzungen hier sind auch viel besser. Ich habe in den ersten Wochen etwas gebraucht, um mich an dieses Tempo zu gewöhnen.
Was ist in dieser Saison noch für den FC möglich in der Bundesliga? Schielen Sie insgeheim sogar auf den CL-Quali-Platz drei?
Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und so viele Punkte wie möglich sammeln.
Was für ein Spiel erwarten Sie am Montagabend in Wolfsburg?
Wir treffen auf einen sehr starken Gegner, der wahrscheinlich viel in unserer Hälfte sein wird. Wir wollen dagegenhalten und durch Umschalt-Momente unsere Chancen kreieren. Und es wird bei Wolfsburgs Offensivpower mit Sicherheit auch der eine oder andere Schuss auf unser Tor kommen.
Träumen Sie davon, auch in der Schweizer Nationalmannschaft die Nummer eins zu sein?
Ich war im Herbst zum ersten Mal im Aufgebot und das hat mich sehr gefreut. Mein Fokus liegt aber auf dem 1. FC Köln und darauf, hier meine Leistung zu zeigen. Die Nationalmannschaft wäre eine Ehre und ein schöner Zusatz.
Ihr Vertrag beim FC läuft bis Sommer 2027. Was sind Ihre Ziele bis dahin?
Ich möchte mich kontinuierlich weiterentwickeln und konstante Leistungen zeigen.


