Der fast 38-Jährige hilft seinem Heimatklub ein Jahr nach seinem Rücktritt im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga.
Comeback bei Schwarz-Weiß KölnWarum Abdelkader Maouel nicht vom Fußball loskommt

Abdelkader Maouel (r.) von Schwarz-Weiß Köln stellt seine Gegenspieler noch immer vor große Herausforderungen.
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Abdelkader Maouel geht wieder auf Torejagd. Mit fast 38 Jahren und ziemlich genau ein Jahr nach seinem Rücktritt meldet sich der Offensivspieler an alter Wirkungsstätte eindrucksvoll zurück – und trifft munter weiter. Für seinen Heimatverein Schwarz-Weiß Köln gelangen ihm in den vergangenen beiden Spielen in der Bezirksliga drei Treffer – nach elfmonatiger Fußballpause.
„Es ist wie eine Sucht“, gesteht er auf Nachfrage, als er mit seinem vierjährigen Sohn im RheinEnergie-Sportpark beim Fußballtennis anzutreffen ist. Vor allem die Schmerzen hatten dem langjährigen Regionalligaspieler ( Bayer 04 Leverkusen II, Fortuna Köln, Bonner SC) immer wieder zugesetzt. Schmerzmittel waren und sind nach wie vor ein täglicher Begleiter des Deutsch-Algeriers. „Ich kann mich eigentlich kaum daran erinnern, dass ich jemals ohne dieses Zeug ausgekommen bin. Es macht die Sache erträglicher, aber das Knie pocht immer noch. Mal mehr, mal weniger.“ Es seien diese wiederkehrenden „kleinen Nadelstiche“, die ihm zusetzten. Doch die Freude am Spiel überwiegt – noch immer, wie er mit einem Grinsen bestätigt.
Bis zu seinem Rücktritt im Mai des vergangenen Jahres, der für Schwarz-Weiß Köln mit dem kaum mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga einherging, war Maouel über mehrere Spielzeiten in Vogelsang ein verlässlicher Torlieferant. In der Fußball-Kreisliga A war er in der Spielzeit 2023/2024 in nur 23 Meisterschaftsspielen mit 42 Treffern und elf Assists maßgeblich am Aufstieg beteiligt. Und auch in der Bezirksliga der Saison 2024/2025 war seine Rückkehr – initiiert durch den langjährigen Trainer Frank Vones im Saisonendspurt – elementar, ja für den Klassenerhalt sogar überlebenswichtig: In sieben Spielen erzielte er 14 Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor.
„Sven (Müller, gemeinsam mit Pascal Frere bildet er das Trainerduo von Schwarz-Weiß; d. Red.) hat mich gefragt, ob ich noch einmal aushelfen kann. Natürlich konnte ich diese Bitte nicht ablehnen. Sven ist ein guter Freund, und wenn ich helfen kann, dann stehe ich bereit. Das ist doch keine Frage – und außerdem macht es einen Riesenspaß, wieder mit den Jungs zu zocken“, sagt der Knipser gut einen Monat vor seinem 38. Geburtstag.
Seitdem ich meine Leidenschaft fürs Laufen entdeckt habe, fühle ich mich besser als je zuvor
Seine drei Treffer bestätigen diese Einschätzung. Beim 3:1-Erfolg über Hoffnungsthal steuerte er nach seiner Einwechslung in nur 18 Minuten einen Treffer bei. Eine Woche später, beim 5:1-Auswärtssieg in Heiligenhaus, stand er in der Startelf und traf zweimal. „Seitdem ich meine Leidenschaft fürs Laufen entdeckt habe, fühle ich mich besser als je zuvor.“ Weitere Tore dürften folgen.
Im nächsten Duell ist Ford Niehl (Sonntag, 15.15 Uhr) in Vogelsang zu Gast. Beide Teams stehen in der Tabelle dicht beieinander, knapp über der Abstiegszone. Wie lange sein Aushilfsjob für die Schwarz-Weißen noch dauern wird, weiß er nicht. Das Ziel ist die erneute Rettung des Klubs in der dritthöchsten Spielklasse am Mittelrhein. „Ich hoffe, dass sich die Rettungsmission nicht bis zum letzten Spieltag hinzieht. Falls doch, bin ich bis zum Schluss dabei.“

