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Ärger und RudelbildungenFortuna Köln und Al-Azzawe trotzen Düsseldorf

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13.02.2026, xophax, Fussball Regionalliga West. SC Fortuna Köln gegen FC Gütersloh Jubel nach dem Sieg gegen Gütersloh mit den Fans : V.l.n. rechts Tom Geerkens , David Kamm Al-Azzawe und Rafael Garcia  alle Fortuna Köln  Koeln *** 13 02 2026, xophax, Soccer Regionalliga West SC Fortuna Köln vs FC Gütersloh Cheering after the win against Gütersloh with the fans From left to right Tom Geerkens , David Kamm Al Azzawe and Rafael Garcia all Fortuna Köln Koeln

Fortuna Kölns David Al-Azzawe (Mitte) traf gegen Düsseldorf zur zwischenzeitlichen Führung.

Der Südstadt-Klub gewinnt in einer emotionalen und harten Partie gegen Düsseldorf mit 2:0. 

Ausgerechnet David Al-Azzawe. Der Defensivakteur, dem Düsseldorfs Mechak Quiala-Tito im Hinspiel eine rassistische Beleidigung vorgeworfen hatte — ein Vorwurf, von dem das Sportschiedsgericht ihn später freisprach —, ebnete Fortuna Köln am Samstag den Weg zum 2:0-Sieg im Nachholspiel bei Fortuna Düsseldorf II.

Bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen und beschimpft, spitzelte er in der 63. Minute den Ball nach einem langen Einwurf von Kevin Brechmann und einer Hacken-Verlängerung von Hamadi Al Ghaddioui zum 1:0 ins Netz.

Fortuna Köln bejubelt Al-Azzawe

Die Jubeltraube war riesig. Am Ende gewannen der Regionalligist aus dem Kölner Süden mit 2:0 in Düsseldorf und baute die Tabellenführung der West-Staffel weiter aus. Neun Punkte trennen die Mannschaft von Trainer Matthias Mink von dem Tabellenzweiten Rot-Weiß Oberhausen, die allerdings noch ein Nachholspiel gegen den Bonner SC zu absolvieren haben und auf sechs Punkte verkürzen könnten.

Die Vorkommnisse des Hinspiels steckten der Düsseldorfer Mannschaft sichtbar in den Knochen. Vor Anpfiff verweigerte die Zweitvertretung des Zweitligisten den Kölnern den Handschlag, in der ersten Hälfte ging es kaum um Fußball: harte Fouls, Rudelbildungen, Wortgefechte auf dem Platz, zwischen den Trainerbänken und auf den Zuschauertribünen prägten das Bild. Sieben Gelbe Karten und eine Gelb-Rote für Düsseldorfs Kilian Sauck (45.+1.) — Fußball spielte in dieser Phase eine Nebenrolle. Nennenswerte Torchancen blieben vorerst rar: ein Freistoß von Adrian Stanilewicz (12.), ein Schuss von Nico Thier (16.) sowie von Enzo Wirtz (40.) sorgten für die einzige Gefahr.

Fortuna Düsseldorf verweigerte den Handschlag

„Es war ein hitziges Spiel. Am Anfang haben sie den Handschlag verweigert, das konnten wir nur gewinnen. So etwas gehört sich nicht. Die Pfiffe gegen Al-Azzawe waren nicht in Ordnung. Aber so etwas motivier einfach nochmal mehr, da waren wir noch heißer. Mentalität kann man uns nicht nehmen, da sind wir eiskalt. Da muss uns keiner ankommen“, sagte Brechmann, der vergangene Saison noch für die Düsseldorfer gespielt hatte.

Mit Beginn der zweiten Hälfte und der Überzahl kam die Fortuna aber immer besser ins gewohnte sichere Passspiel. So erzielte Al-Azzawe das 1:0 (63.), Rafael Garcia hätte nach einer Flanke erhöhen können (76.). Das machte der eingewechselte Timo Bornemann besser, der einen langen Kopfball von Stanilewicz hinter die Kette stark verwertete und frei vor dem Torwart zum 2:0-Endstand traf (79.).

„Es war ein sehr emotionales Spiel. Wir hatten viel Ballbesitz und gute Möglichkeiten. In einigen Situation war es etwas drüber, wir hätten uns gewünscht, dass wir in der ersten Hälfte schon ein Tor machen“, resümierte Fortuna-Trainer Matthias Mink: „Häufig sind es Standardsituationen, die in solchen Spielen den Unterschied machen. Jetzt war es ein langer Einwurf. Am Ende war es verdient, es war aber extrem hart erarbeitet. Am Mittwoch haben wir das Halbfinal-Spiel gegen den Bonner SC auf dem Programm, da wollen wir ins Finale.“

Danach warten in der Liga auswärts Borussia Dortmund II und zuhause Schalke 04 II. Die Wochen werden nicht leichter. Aber das war die Partie in Düsseldorf auch nicht, doch am Ende jubelten die Südstädter — und Al-Azzawe ließ sich vor den hunderten mitgereisten Fans feiern.

Fortuna Köln: Winkler, Brechmann, Fünger, Al-Azzawe, Afamefuna, Geerkens (54. Garcia), Strauch, Stanilewicz (87. Michelbrink), Thier (54. Majetic), Wirtz (74. Bornemann), Al Ghaddioui (87. Galjen). – Tore: 1:0 Al-Azzawe (63.), 2:0 Bornemann (79.). – Zuschauer: 1205.