Der stürmende Defensiv-Allrounder ist beim 2:0-Sieg gegen Stuttgart II der beste Mann auf dem Platz.
Viktoria KölnMeiko Sponsel feiert einen perfekten Geburtstag

Defensiv aufmerksam, offensiv treffsicher: Meiko Sponsel (links)
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Die Glückwünsche an Meiko Sponsel nahmen am Samstag gar kein Ende mehr. Immer wieder wurde der stürmende Defensiv-Allrounder des FC Viktoria Köln umarmt und geherzt. Gründe gab es reichlich: Der 24. Geburtstag, sein wegweisendes 1:0 im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II sowie seine insgesamt überragende Leistung beim 2:0 (0:0) gegen die Schwaben. „Ein perfekter Tag, kann man so sagen“, erklärte Sponsel mit einem breiten Grinsen. Nur zu einem Aspekt wollte er sich nicht gratulieren lassen: dem vorzeitigen Drittliga-Klassenerhalt.
Eigentlich keine allzu steile These bei inzwischen 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone. Doch Sponsel gab sich, seinem Naturell entsprechend, zurückhaltend: „Es ist noch ein bisschen früh. Man weiß ja, wie die Dritte Liga ist.“ Franz Wunderlich wurde zumindest etwas deutlicher. „Es war ein großer Schritt. Wir bleiben trotzdem auf dem Boden, auch wenn man in dieser Saison vermutlich keine 45 Punkte zum Klassenerhalt braucht. Wenn wir noch fünf Pünktchen holen, sollten wir durch sein“, sagte der Sportvorstand.
Meiko Sponsel trifft auf Vorlage von Leonhard Münst
In der aktuellen Form sollte dieses Zwischenziel kein Problem für die Viktoria sein. Gegen Stuttgart, laut Trainer Marian Wilhelm eines der fußballerisch stärksten Teams der Liga, gab es zunächst 45 unruhige Minuten. Der VfB schenkte immer wieder Bälle im Aufbau gegen Viktorias Pressing her, doch die Höhenberger machten zu wenig aus ihren Situationen am Strafraum. „Bei einigen Angriffen in der ersten Halbzeit warten wir zu lange, da fehlt uns etwas die Überzeugung“, sagte Trainer Marian Wilhelm. Auch Sponsel, pausenlos auf der rechten Schiene unterwegs, war damit gemeint. „In der ersten Halbzeit hatte ich schon ein, zwei gute Möglichkeiten, wo ich nicht schieße. In der Pause wurde mir dann gesagt: Einfach schießen, sonst gibt es auch keine Tore“, berichtete Sponsel.
Gesagt, getan. In der 62. Minute setzte sich Leonhard Münst durch bis in den Strafraum und legte den Ball zurück. David Otto, der geplante Abnehmer, verpasste den Schuss. Doch Sponsel stand richtig, fackelte nicht lange und zog ab. Der Ball wurde von einem Stuttgarter Abwehrbein abgefälscht und schlug unhaltbar zur Führung ein. „Wir haben Meiko gesagt: ‚Wenn niemand in der Mitte ist, dann schieß doch mal selbst!‘ Da hat er etwas gelächelt, weil der Torschuss nicht die Disziplin ist, in der er sich ganz vorne sieht.“ Doch so machte sich Sponsel selbst ein großes Geburtstagsgeschenk. „Er hat unglaublich viel investiert, er musste dann mit Krämpfen vom Platz“, lobte Wilhelm.
Joker Jakob Sachse erzielt das 2:0
In der Folge blieb die Viktoria defensiv konsequent und lauerte auf Konterchancen. „Wir leiden zusammen auf dem Platz und schaffen es, extrem sauber zu verteidigen, wir haben wenig zugelassen. Das war in den letzten Wochen nicht immer so“, sagte Trainer Wilhelm. Damit gemeint war vor allem das ärgerliche 2:2 gegen Erzgebirge Aue, als die Viktoria eine 2:0-Führung noch hergeschenkt hatte. Gegen Stuttgart leistete sich die Defensive um Ersatz-Kapitän Lars Dietz allerdings keine Aussetzer mehr. Und vorne schlug ein Joker zu.

Kölner Jubel nach dem 2:0 durch Jakob Sachse
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In der 84. Minute verlängerte Benjamin Zank einen weiten Ball per Kopf in den Lauf von Jakob Sachse. Die Winter-Leihgabe von Schalke 04 war erst wenige Minuten zuvor eingewechselt worden. Frei vor dem Stuttgarter Tor blieb der 19-Jährige dann eiskalt und schloss mit einem wuchtigen Linksschuss zum 2:0 ab – bereits beim 3:1 gegen Hoffenheim II hatte Sachse nach seiner Einwechslung mit einem Tor und einer Vorlage geglänzt. „Es freut mich, dass er sich so schnell eingelebt hat. Er bringt immer unfassbar viel Energie mit auf den Platz“, lobte Wilhelm den Angreifer, der auf drei Scorerpunkte in nur 43 Einsatzminuten zurückblicken kann.
Mit viel Selbstvertrauen und dem Wissen um die Stärke von der Bank tritt die Viktoria am Dienstagabend (19 Uhr) beim VfL Osnabrück an, dem neuen Tabellenführer der Dritten Liga.
Viktoria Köln: Schulz - Kloss (78. Velasco), Dietz, Boboy - Sponsel (82. Ronstadt), Wolf, Münst (77. Eisenhuth), Engelhardt, Handle - D. Otto (77. Sachse) - Zank. - Zuschauer: 2567. - Tore: 1:0 Sponsel (62.), 2:0 Sachse (84.).

