Am Sonntag treffen die Leverkusener Handballerinnen in der Zweiten Bundesliga auf den HSV Solingen-Gräfrath.
HandballJessy-Marlonne Souza von Bayer Leverkusen ist der Stolz ihrer großen Schwester Jenny

Jessy Marlonne Souza (am Ball) von Bayer Leverkusen hat sich zur Leistungsträgerin der Handballerinnen entwickelt.
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Es breitet sich ein neuer Trend in den Sozialen Medien aus. Viele feiern rückblickend das Jahr 2016 – so auch die Werkselfen, die auf ihrem Instagram-Kanal zehn Jahre alte Fotos ihres Teams in einem Post veröffentlichten. Auf dem dritten Slide kann man Jessy-Marlonne Souza erblicken – und ihre Schwester Angelina, die ebenfalls im Leverkusener Trikot auflief.
Die dritte Schwester der Familie, die auch für Leverkusen spielte, ist Jennifer. Seit Sommer trägt sie den Dress des HSV Solingen-Gräfrath, nächster Gegner des TSV Bayer 04. Am Sonntag (16 Uhr) empfangen die auch in der Zweiten Bundesliga abstiegsbedrohten Leverkusenerinnen den HSV zum Derby. Jenny Souza wird dann allerdings aller Voraussicht nach nicht auflaufen können. Seit Mitte November fällt die Rückraumspielerin aus. Eine im Training erlittene Verletzung im rechten Fuß sorgt für die unbestimmte Ausfallzeit.
Wie sie sich entwickelt hat und was sie bereits für eine Rolle übernimmt in der Zweiten Bundesliga, ist mega
„Ich bin auf dem Weg der Besserung und es sieht so aus, als ob ich zeitnah wieder spielen kann – wichtig ist aber, 100 Prozent wieder fit zu sein“, sagt sie, „auch, wenn ich dieses Spiel gegen meine Schwester in meiner alten Spielstätte unfassbar gern bestritten hätte. Das wäre mein Highlight der Saison gewesen, aber die Gesundheit geht vor.“
Aufgeschoben ist aber ja nicht aufgehoben und so dürfte sie ihrer Schwester Jessy und Bayer den Klassenerhalt wünschen, damit es in der kommenden Saison zum Wiedersehen auf der Platte kommen kann. In der Halle wird sie mit ihrem Team aber in jedem Fall an diesem Sonntag sein, beteuert sie, wenngleich ein Einsatz wohl zu früh käme.
Die 26-Jährige war aber auch sonst schon das eine oder andere Mal in dieser Saison in der Leverkusener Ostermann-Arena als Zuschauerin zu Gast, um ihre Schwester Jessy von den Rängen aus zu unterstützen. „Ich bin unfassbar stolz, ich kann das gar nicht in Worte fassen, war bei ihrem ersten Spiel dabei, habe ihr erstes Tor gesehen – wie sie sich entwickelt hat und was sie bereits für eine Rolle übernimmt in der Zweiten Bundesliga, ist mega“, unterstreicht Jenny Souza. „Ich sehe auch, wie hart sie arbeitet. Sie hat in der A-Jugend-Bundesliga und in der Zweiten Liga eine wichtige Rolle, macht außerdem ihr Abi – das ist nicht einfach und das machen auch nicht viele so, deshalb bin ich total stolz auf sie und freue mich auf alles, was noch kommt – sie hat sich das alles sehr verdient. Ich bin auch sehr froh, dass wir einen ähnlichen Weg einschlagen konnten, das wünscht sich jede große Schwester.“
Nachdem Jenny mit 15 Jahren von der HSG Wittlich aus den Sprung zu Bayer Leverkusen wagte, tat es ihr acht Jahre später Jessy, ebenfalls mit 15, gleich. „Das war der erste Schritt in Richtung meines großen Traums, eines Tages mit Jenny zusammen in einer Mannschaft zu spielen“, sagt die heute 18-Jährige.
Zumindest im Training teilten sich die beiden dann schon vergangene Saison ein Spielfeld – Jessy trainierte auf der einen, Jenny auf der anderen Seite. „Da habe ich schon immer mal rübergeschaut“, sagt die jüngere Schwester, die hofft, eines Tages sich den Traum noch erfüllen zu können. Zunächst einmal sind die Schwestern am Sonntag aber Gegner und deshalb schaut Jessy Souza auch nur auf die Ziele mit Bayer: „Ich bin sehr dankbar, dass ich das Vertrauen bekommen habe. Die Mannschaft hilft mir sehr und dadurch kann ich in meinen Aktionen sehr mutig sein.“ Anfangs in ihren ersten Einsätzen habe sie etwas überraschen können, weil sie nicht so auf dem Schirm ihrer Gegenspielerinnen gewesen sei. „Das hat sich aber ein bisschen geändert. Jetzt muss ich auch von Woche zu Woche gucken, wie ich mein Spiel ein wenig anpasse.“
Bayer-Trainerin Sybille Gruner hofft vor dem Derby auf Extra-Motivation
Bislang gelingt ihr das sehr gut. In elf Partien bringt sie es auf 36 Tore und sieben Vorlagen. Auf das Spiel gegen den HSV freut sich die Schülerin sehr, schließlich gibt es auch ein Wiedersehen mit ihrer früheren WG-Mitbewohnerin Nele Spengler, die ebenso Elfen-Vergangenheit hat, wie Sophia Pickrodt, Patricia Nikolic und Merit Müller. „Es wäre cool, wenn das Derby ein wenig Extra-Motivation bringt“, sagt deshalb auch Bayers Interimstrainerin Sybille Gruner. Solingen schätzt die 56-Jährige als ein Team mit einer guten Mischung mit Qualität und Gefahr aus dem Rückraum ein.

