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Nach 14-Siege-RekordKölner Haien winkt der Hauptrunden-Titel

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Dominik Bokk Koelner Haie, 78 feiert sein Tor zum 1:0 gegen Iserlohn GER, Koelner Haie vs Iserlohn Roosters, Eishockey, DEL, 41. Spieltag, Spielzeit 2025/2026, 18.01.2026 GER, Koelner Haie vs Iserlohn Roosters, Eishockey, DEL, 41. Spieltag, Spielzeit 2025/2026, 18.01.2026 Koeln *** Dominik Bokk Koelner Haie, 78 celebrates his goal for 1 0 against Iserlohn GER, Koelner Haie vs Iserlohn Roosters, Ice Hockey, DEL, Matchday 41, Season 2025 2026, 18 01 2026 GER, Koelner Haie vs Iserlohn Roosters, Ice Hockey, DEL, Matchday 41, Season 2025 2026, 18 01 2026 Koeln Copyright: xEibner-Pressefoto/RenexWeissx EP_RWS

Dominik Bokk traf gegen Iserlohn für die Kölner Haie. 

Ihre Leistung beim 4:2 gegen Iserlohn betrachten die Haie kritisch. Für das Playoff-Viertelfinale sind sie bei elf noch ausstehen DEL-Hauptrundenspielen schon fast sicher qualifiziert.

Wer eine Erfolgssträhne hat, sollte besser nicht hochmütig werden oder abheben. Denn das könnte der Anfang des Niedergangs sein – im normalen Leben wie im Sport. Die Kölner Haie, die gerade einen bemerkenswerten Höhenflug erleben, scheinen nicht in diese gefährliche Richtung zu tendieren. Nachdem sie am Sonntag in der Lanxess-Arena 4:2 gegen Iserlohn gewonnen und damit einen Klubrekord von 14 Siegen nacheinander aufgestellt hatten, waren ihre Kommentare jedenfalls sehr zurückhaltend.

So bemerkte Trainer Kari Jalonen unter anderem: „Es gab nicht wirklich viele Offensivchancen, gerade bei uns – wir hatten nicht die Energie, die wir sonst haben, um Offensive zu erzeugen.“

Wir haben defensiv gut gestanden und hatten einen starken Torwart – das hat uns dabei geholfen, die Punkte einzufahren
Dominik Bokk, Torschütze der Kölner Haie gegen Iserlohn

Und das stimmte auch. Iserlohn gab 26 Schüsse aufs gegnerische Tor ab, die Haie nur 17. Da aber das Kölner Powerplay stark war und Goalie Janne Juvonen sicher hielt, schafften es Jalonens Profis, trotzdem sich drei Punkte zu sichern – im Stil eines Spitzenteams, das auch an einem schwächeren Tag einen Weg zum Erfolg findet. „Wir haben defensiv gut gestanden und hatten einen starken Torwart – das hat uns dabei geholfen, die Punkte einzufahren“, meinte Stürmer Dominik Bokk, einer der Kölner Torschützen neben Nate Schnarr, Louis-Marc Aubry und Patrick Russell.

Und so befinden sich die Haie in einer sehr komfortablen Lage. Als Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben sie nach 41 von 52 Hauptrundenspielen nun schon 14 Punkte Vorsprung auf München auf Platz zwei. Die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale (Plätze eins bis sechs) ist ihnen nur noch theoretisch zu nehmen, da sie 31 Punkte vor den Eisbären Berlin auf Rang sieben liegen – und nur noch 33 Punkte vergeben werden.

Vor der vierwöchigen Olympiapause bestreiten die Haie ein Spiel in Schwenningen (Freitag, 19.30 Uhr) sowie Heimpartien gegen Nürnberg (Sonntag, 16.30 Uhr) und gegen Frankfurt (Dienstag, 19.30 Uhr). Nach der Pause folgen vor den Playoffs noch acht Begegnungen. Und da den Haien und ihrem erfahrenen Trainer Jalonen (66) ohne Weiteres zuzutrauen ist, dass sie die Form trotz der Unterbrechung nicht verlieren werden, könnten sie als Hauptrundensieger in die Playoffs gehen.

Eine Garantie für einen Durchmarsch ist die Platzierung ganz oben nicht. Seit Gründung der DEL 1994 gab es bisher zwölf Hauptrundensieger, die später auch den Meistertitel gewannen – Mannheim (1998, 2007, 2015, 2019), Berlin (2006, 2009, 2012, 2022) und München (2016, 2017, 2018, 2023). Die Haie standen bis dato dreimal  an der Spitze  (1996, 1997, 2000), jeweils ohne jedoch den Titel zu gewinnen. Bei ihren zwei deutschen Meisterschaften in der DEL, 1995 und 2002, gingen sie jeweils als Tabellensechster in die Playoffs.

Wie auch immer es in der DEL-Spielzeit 2025/26 weitergeht – man kann davon ausgehen, dass Jalonen einen Plan dafür haben wird, seine Kölner Profis in Bestform in die Playoffs zu bringen, ihre Leistungsfähigkeit nicht nur zu konservieren, sondern zu steigern. Zumal der 66-Jährige die Haie nach der Saison verlässt und sich unbedingt mit dem Titel verabschieden und in der Vereinshistorie verewigen will.

Keeper Janne Juvonen überragt bei den Kölner Haien

Im vergangenen Jahr gelang es dem Finnen bereits, die KEC-Spieler so zu präparieren, dass sie von Rang sechs aus bis ins Finale gegen Berlin kamen. Dass sie gegen die Eisbären am Ende keine Chance hatten und die Serie in fünf Begegnungen verloren, war vor allem der Kadersituation mit einer langen Liste verletzter Kölner Spieler geschuldet.

Die Gefahr, dass dem KEC wieder die Profis ausgehen könnten, ist diesmal geringer, da das aktuelle Haie-Team deutlich mehr Qualität in der Tiefe hat als sein Vorgängermodell – und mit dem 31-jährigen Finnen Juvonen einen überragenden Goalie. Von seinen 23 Spielen für die Haie hat er nur eines in der regulären Spielzeit verloren, am 2. November mit 0:2 gegen München. Es war auch das letzte Saisonspiel, in dem die Haie nicht punkteten. Sollten sie ihre Siegesserie am Freitag in Schwenningen fortsetzen, würden sie den DEL-Rekord der Adler Mannheim einstellen, die 2001/02 auf 15 Erfolge nacheinander kamen.