Während die Titelverteidigung in der Champions League eine Herausforderung bleibt, kann der SC Magdeburg schon Meister werden.
Erst Silber, dann GoldMagdeburg vor Meistertitel, Final Four steigt in Köln

Im Vorjahr setzte sich Magdeburg im Champions-League-Finale gegen die Füchse Berlin durch. (Archivbild)
Copyright: Marius Becker/dpa
Für die Handballer des SC Magdeburg bleibt die Verteidigung des Champions-League-Titels eine Herausforderung. Zwar gelang am Donnerstag ein eindrucksvoller Sieg im Viertelfinale gegen Pick Szeged, doch die Gegner im Halbfinale – Berlin, Barcelona und Aalborg – sind stark. Fünf Wochen vor dem Endturnier ist eine Titelprognose daher verfrüht.
In der Bundesliga zeichnet sich der Weg zur Meisterschaft hingegen wesentlich deutlicher ab. An diesem Wochenende könnte Realität werden, was Fachleute und Konkurrenten seit Monaten erwarten: Der SCM steht vor der Möglichkeit, zum vierten Mal in der Clubgeschichte den deutschen Meistertitel zu gewinnen.
Die Bedingungen für den Titelgewinn am Wochenende
Die Konstellation für den ersten Meisterschafts-Matchball ist unkompliziert: Ein Sieg des SCM im Heimspiel gegen Hamburg am Sonntag (16.30 Uhr) ist erforderlich, ebenso wie Ausrutscher der Verfolger. Sollten die Füchse Berlin in Kiel höchstens ein Unentschieden erreichen und die SG Flensburg-Handewitt am Samstagabend eine Niederlage gegen Lemgo erleiden, wäre der Titel für die Elbestädter schon nach 30 Partien der Saison gesichert.
Sollte eine Entscheidung ausbleiben, würde es am 21. Mai zu einem entscheidenden Duell kommen. An diesem Tag empfängt das Team von Coach Bennet Wiegert den Zweitplatzierten aus Flensburg zum Spitzenspiel. „Wann es passiert, ist uns eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass es passiert“, äußerte sich Außenspieler Tim Hornke, der seine Laufbahn nach der aktuellen Spielzeit beenden wird, in einem Interview mit der HBL.
Geringe öffentliche Aufmerksamkeit für die Meisterschafts-Chance
Im Gegensatz zur vergangenen Saison, als das Rennen bis zum finalen Spieltag offenblieb und zugunsten der Füchse entschieden wurde, mangelt es dem Titelkampf heuer an Dramatik. Das Thema hat selbst in Handball-Sendungen wie „Kretzsche & Schmiso“ eine untergeordnete Bedeutung. Auch bei den Interviews direkt nach den Spielen wurde das Rennen um den Titel zuletzt kaum angesprochen.
„Ich sehe keine Schwäche. Sie sind auf allen entscheidenden Positionen doppelt mit Weltklasse besetzt“, erklärte TV-Experte Stefan Kretzschmar bereits im September und ernannte Magdeburg frühzeitig zum Titelfavoriten. Mit dieser Einschätzung wird die deutsche Handball-Legende voraussichtlich richtigliegen.

Legte sich früh auf Magdeburg fest: Stefan Kretzschmar. (Archivbild)
Copyright: Frank Molter/dpa
Der SCM behauptet seit November die Tabellenführung. Punktverluste gab es für das Team lediglich gegen Erlangen (Unentschieden) und den THW Kiel (Unentschieden und eine Niederlage). Ein kurzes Formtief nach der Unterbrechung durch die Europameisterschaft hatte kaum Auswirkungen, da der Ligaprimus seine Partien weiterhin für sich entschied, wenngleich mit größerem Aufwand. Der Abstand ist inzwischen derart beträchtlich, dass sich Magdeburg in den ausstehenden fünf Begegnungen bis zu drei Niederlagen leisten könnte.
Zuerst die Meisterschale, dann der Triumph in Köln?
Die Hoffnung auf drei Titel endete mit dem überraschenden Ausscheiden im Halbfinale des Pokals gegen den Bergischen HC. Dementsprechend groß ist nun der Ehrgeiz, wenigstens das Double zu sichern. „Es gibt noch zwei Titel zu gewinnen. Da dürfen wir nicht so lange zurückschauen und uns mit dem Pokal-Wochenende befassen, sondern es geht immer weiter“, richtete Hornke einen Appell an seine Mannschaftskameraden.

Ex-Nationalspieler Tim Hornke beendet nach dieser Saison seine Karriere. (Archivbild)
Copyright: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa
Der Juni könnte für den Verein also sehr erfolgreich werden. Zuerst haben Gisli Kristjánsson, Matthias Musche und ihre Mitspieler am 7. Juni, dem letzten Spieltag der HBL, die Chance, die silberne Meisterschale in die Höhe zu recken. Nur eine Woche darauf könnte in Köln die Feier mit dem goldenen Pokal der Champions League folgen. Das Final Four dieses Wettbewerbs findet am 13. und 14. Juni in der Domstadt statt. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.