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Später Triumph für WinterMit 33 und neuem Stil sichert sie dem DTTB die WM-Medaille

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Sabine Winter

Tischtennis-Star Sabine Winter. (Archivbild)

Sabine Winter führt das deutsche Tischtennis-Team nach einer dramatischen Aufholjagd ins WM-Halbfinale. Bronze ist sicher.

Sabine Winter, die führende deutsche Tischtennis-Akteurin, hat die Nationalmannschaft bei der Team-Weltmeisterschaft in London in die Vorschlussrunde gebracht, wodurch eine Medaille bereits feststeht. In der Runde der letzten Acht gegen Hongkong befand sich Winter gegenüber ihrer Kontrahentin Doo Hoi Kem schon mit 0:2 Sätzen im Rückstand. Die 33-jährige Sportlerin konnte das Spiel jedoch wenden und die Begegnung schließlich mit 3:2 für sich entscheiden. Dieser Erfolg sicherte Deutschland den Einzug in das Semifinale und damit mindestens die Bronzemedaille.

„So eine WM-Medaille gewinnt man nicht jeden Tag“, äußerte Winter im Anschluss an die Partie. „Es ist ein Riesending, im Halbfinale zu sein.“ Die Mannschaft tritt am Samstag gegen Japan an, um den Finaleinzug zu erreichen. „Japan ist sicher der große Favorit gegen uns. Aber wir haben absolut gar nichts zu verlieren. Wir werden um jeden Ball kämpfen und schauen, ob wir vielleicht eine kleine Chance kriegen. Und falls wir die kriegen, schlagen wir bestimmt zu!“

Die familiäre Verbindung nach Großbritannien

Das Turnier in der Wembley Arena besitzt für die Athletin, die aus Bad Aibling in Oberbayern kommt, eine zweifache Relevanz. Zusätzlich zum sportlichen Aspekt ist auch ihre private Historie von Bedeutung, da der Vater von Winter britischer Herkunft ist. Im Vorfeld des Wettbewerbs berichtete sie von „Familienurlauben in England, bei denen wir Opa, Oma, Cousinen und Cousins getroffen haben. Natürlich habe ich mehr Bezug zu England als andere“.

Der aktuelle Turnierverlauf bestärkt die Annahme, dass der sportliche Erfolgsweg von Winter während der letzten eineinhalb Jahre unaufhaltsam scheint. Obwohl sie bei den Medaillenerfolgen bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2022 Teil der deutschen Auswahl war, hatte sie lediglich eine untergeordnete Funktion inne. Eine Nominierung für die Olympischen Spiele 2024 erhielt sie nicht.

Umstellung von Material und Taktik

Zum Abschluss des genannten Jahres unternahm sie allerdings eine Maßnahme, die in dieser internationalen Leistungsklasse als außergewöhnlich gilt: Im Alter von über 30 modifizierte Winter ihre Spielweise sowie den Belag ihres Schlägers. Seither kommt auf ihrer Rückhand ein glatter und reibungsloser Antitop-Belag zum Einsatz. Dieser Belag führt zu einer teils extremen Verlangsamung der Ballwechsel und stört den Rhythmus ihrer Kontrahentinnen. Auf diese Weise gestaltet sie die Ballwechsel so, dass sie den Punktgewinn schlussendlich mit ihrer primären Stärke, dem Schlag mit der Vorhand, erzielt.

Ihre Laufbahn verzeichnet seit dieser Modifikation einen deutlichen Aufwärtstrend. Sie konnte sich als alleinige europäische Spielerin in den Top Ten der Weltrangliste positionieren. Erfolge feierte sie beim europäischen Top-16-Turnier und bei der Team-EM, die sie ohne Satzverlust für sich entschied. Zudem gelangte sie beim Grand Smash in Singapur sowie beim prestigeträchtigen World Cup in Macau jeweils in die Vorschlussrunde. Bei der aktuellen Weltmeisterschaft in London steht ihre individuelle Statistik bei sechs gewonnenen Partien aus sieben Begegnungen.

Konkurrenz aus Asien in der Weltspitze

Über ihren Werdegang äußert sich Winter wie folgt: „Das kommt auf den Moment an. Mal bin ich stolz. Mal bin ich eher perplex. Mal verspüre ich aber auch etwas mehr Druck als vorher.“

Die fortwährende Vormachtstellung der chinesischen Athletinnen stellt eine signifikante Differenz zwischen dem Tischtennis der Damen und dem der Herren dar. In den obersten 15 Rängen der Weltrangliste sind acht Spielerinnen aus China, fünf aus Japan sowie eine aus Südkorea vertreten – und Sabine Winter auf der neunten Position.

Jeder Erfolg über eine Spitzenspielerin, beispielsweise gegen die Chinesin Wang Yidi beim World Cup oder die Japanerin Honoka Hashimoto bei der aktuellen WM, resultiert in gesteigerter Beachtung. „Die Gegnerinnen analysieren mich. Sie entwickeln im Training Methoden gegen meine Spielweise“, erläutert Winter. „Es wird sich zeigen, wer sich schneller verbessert: meine Gegnerinnen oder ich. Bislang war ich immer schneller.“ Dies muss sich auch am Samstag in der Vorschlussrunde der Weltmeisterschaft bewähren. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.