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Bürgergeld„Die Verschärfungen träfen vor allem Kinder“

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Ein Kind schaukelt vor einem Hochhaus in Meschenich bei Köln.

1,8 Millionen Kinder sind auf Bürgergeld angewiesen.

38 Wohlfahrtsverbände kritisieren in einem Offenen Brief an die Bundespolitik die geplante Bürgergeld-Reform

Wenn die Rede ist von Kinderarmut, sind damit konkret rund 1,8 Millionen Minderjährige gemeint, die hierzulande auf Bürgergeld angewiesen sind, also Leistungen nach dem SGB II beziehen. Verzicht, Scham und Ausgrenzung prägen den Alltag vieler dieser jungen Menschen, die rein gar nichts für ihre Situation können. Die für sie aber bedeutet, dass Kletterkurse, Kindergeburtstage oder angesagte Kleidung tabu sind – weil das Geld dafür fehlt. Die mit sich bringt, dass sie weniger gebildet und häufiger krank sind als andere Gleichaltrige – etwa anfälliger sind für chronische körperliche wie psychische Erkankungen. Und die auch bedingt, dass sie unter viel Stress und wenigen sozialen Kontakten leiden.

Häufig wird ihren Eltern und anderen Empfängerinnen und -empfängern der Grundsicherung unterstellt, selbst Schuld an der Misere zu sein. Dabei ist Armut in der Regel kein persönliches Versagen Einzelner, etwa aufgrund mangelnder Bereitschaft zur Arbeit, sondern sie ist meist strukturell bedingt. Laut Bundesagentur für Arbeit betrifft die oft ins Feld geführte „Totalverweigerung“ lediglich eine Minderheit von rund 0,6 Prozent.

Jede dritte Bedarfsgemeinschaft ist eine Familie mit Kindern

Die geplanten Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung zielen auf Einzelpersonen ab, um sie ins Arbeitsleben zu integrieren. Da aber jeder dritte Bedarfsgemeinschaft eine Familie mit minderjährigen Kindern ist, befürchten Wohlfahrtsverbände, dass die Sanktionen nicht auf einzelne Personen begrenzt bleiben – und Schutzbefohlene sowie Partnerinnen und Partner unmittelbar treffen werden.

Denn weniger Geld in der Familie bedeutet weniger Spielraum für gesunde Ernährung, Schulmaterial oder die soziale Teilhabe von Kindern
Aus dem Offenen Brief an die Bundespolitik

In einem Offenen Brief an die Bundesregierung fordern 38 Organisationen und Verbände, darunter die AWO, der Kinderschutzbund oder das Deutsche Kinderhilfswerk, deshalb jetzt, geplante Verschärfungen bei der Reform der SGB II-Leistungen zurückzunehmen, die Familien mit Kindern betreffen.

„Wer an Leistungen spart, spart an der Zukunft von Kindern“

„Wenn Wohnkosten gedeckelt oder Leistungen gekürzt werden, verschärft das Kinderarmut drastisch. Denn weniger Geld in der Familie bedeutet weniger Spielraum für gesunde Ernährung, Schulmaterial oder die soziale Teilhabe von Kindern. Wer an existenzsichernden Leistungen spart, spart an der Zukunft von Kindern – und produziert hohe Folgekosten für die gesamte Gesellschaft“, so die Kritik der Unterzeichnenden.

In dem Offenen Brief an die Bundespolitik fordert das Bündnis unter anderem die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe. Statt dieser Sanktionen müssten, wie neben vielen anderen das Deutsche Kinderhilfswerk fordert, deutlich mehr finanzielle Mittel als bisher für die öffentliche Infrastruktur, die Bildung, die Bekämpfung der Kinderarmut, die Medienbildung oder die Beseitigung des Fachkräftemangels im Bildungssystem aufgebracht werden.


So können Sie helfen

Auszug aus dem neuen „wir helfen“-Folder 2025_2026

  1. Mit unserer Jahresaktion „wir helfen: Kinder frühzeitig auf einen guten Weg zu bringen“ bitten wir um Spenden für präventive Projekte in Köln und der Region, die gefährdete Kinder und Jugendliche schützen , fördern und ihnen zu einer guten Zukunftsperspektive verhelfen.
  2. Die Spendenkonten lauten: wir helfen e.V.
  3. Kreissparkasse Köln, IBAN: DE03 3705 0299 0000 1621 55
  4. Sparkasse Köln-Bonn, IBAN: DE21 3705 0198 0022 2522 25
  5. Wünschen Sie eine Spendenbescheinigung, geben Sie bitte +S+ im Verwendungszweck an. Sollten sie regelmäßig spenden, ist auch eine jährliche Bescheinigung möglich. Bitte melden Sie sich hierzu gerne per E-Mail bei uns.
  6. Soll Ihre Spende nicht veröffentlicht werden, notieren Sie +A+ im Verwendungszweck. Möchten Sie anonym bleiben und eine Spendenbescheinigung erhalten, kennzeichnen Sie dies bitte mit +AS+.
  7. Bitte geben Sie in jedem Fall auch immer ihre komplette Adresse an. Auch wenn Sie ein Zeitungsabonnement der „kstamedien“ beziehen, ist Ihre Adresse nicht automatisch hinterlegt.
  8. Sollten Sie per PayPal spenden, beachten Sie bitte, dass Ihre Spende immer anonym ist. Wünschen Sie eine Spendenbescheinigung schicken Sie eine E-Mail an uns.
  9. Möchten Sie anlässlich einer Trauerfreier, einer Hochzeit oder eines Geburtstags zu einer Spendenaktion aufzurufen, informieren Sie uns bitte vorab per E-Mail über die Aktion. Sehr gerne lassen wir Ihnen dann, zwei Wochen nach dem letzten Spendeneingang, die gesammelte Spendensumme zukommen.
  10. Kontakt: „wir helfen e.V.“, Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln, Telefon: 0221-224-2789 (Allgemeines, Anträge, Regine Leuker/Meike Vojta), 0221-224-2130 (GD/Redaktion, Caroline Kron) wirhelfen@kstamedien.de
  11. Mehr Infos und die Möglichkeit, online zu spenden, finden Sie auf unserer Vereinshomepage www.wirhelfen-koeln.de