Zum Weltfrauentag am 8. März fordern Kinderschutz-Experten mehr Gewaltpräventionsangebote – und mehr Geld.
Häusliche GewaltWer Frauen schützt, schützt auch Kinder

Gewalt in den Familien betrifft immer auch Kinder - und belastet sie ein Leben lang.
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Seit vielen Jahrzehnten wird am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert. Weltweit wird mit diesem Aktionstag auf Frauenrechte und fortbestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht - und mehr Schutz von Frauen und Müttern gegen Gewalt gefordert. Dass diese nicht als isoliertes Verbrechen betrachtet werden darf, das mahnen dieser Tage erneut Kinderschützerinnen und -schützer an, denn sie betrifft immer auch Kinder.
Wenn Frauen Gewalt erfahren, geraten meist auch ihre Kinder körperlich und seelisch in Gefahr. Mit weitreichenden Folgen. Etliche Studien beweisen: Kinder, die ständig erfahren, dass Konflikte mit Gewalt gelöst werden – weil sie selbst Opfer sind oder Gewalt miterleben – speichern dieses Muster ab. Was bedeutet, dass sie ein deutlich erhöhtes Risiko tragen, später erneut in gewalttätige Beziehungen zu geraten – oder selbst Gewalt auszuüben, weil sie nie gelernt haben, Konflikte anders zu lösen.
Häusliche Gewalt zieht sich durch alle Schichten
Die aktuelle „LeSuBiA“-Studie zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland des Bundeskriminalamts unterstreicht, dass Gewalt in Familien kein Einzelfall ist, sondern strukturell auftritt. Mit mehr als 250.000 registrierten Fällen finden Gewalttaten sogar überwiegend im häuslichen Umfeld statt – dort, wo Kinder eigentlich behütet und sicher aufwachsen sollten. Es handelt sich damit um ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sich durch alle sozialen Schichten zieht.
„Wir haben gesetzlich verankerte Schutzansprüche, gleichzeitig werden präventive und freiwillige Leistungen gekürzt. Das widerspricht sich fundamental.Wenn bei der Prävention gespart wird, zahlen Kinder den Preis.
Wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich diese Muster ohne frühzeitige Intervention über Generationen hinweg fortsetzen können. Weshalb sich Expertinnen und Experten einig sind, dass frühe Prävention vor diesem Hintergrund das oberste Gebot ist, dass präventiver Gewaltschutz immer auch bedeutet, Gewaltkreisläufe zu durchbrechen – und Hilfsangebote zu bieten, bevor ein Kind in Obhut genommen werden muss. Oder die Frauen mit ihren Kindern Schutz in Frauenhäusern suchen.
Frühe Prävention ist oberstes Gebot
Kurz: Wirksamer, vorbeugender Kinderschutz bedeutet mehr als nur die akute Gefahrenabwehr, nämlich mehr Prävention und Aufklärung in den Familien, Kitas und Schulen – indem Gewaltmuster frühzeitig erkannt und alternative Strategien zur Konfliktlösung trainiert werden.
Das Problem: Sowohl die frühen Unterstützungsangebote wie ambulante Familienhilfen als auch Anti-Aggressionstrainings in den Kitas und Schulen sind häufig freiwillige Leistungen der Kommunen und deshalb meist unterfinanziert, wenn nicht von Kürzungen betroffen. Was fehlt ist eine verlässliche Finanzierung von Beratungs- und Präventionsangeboten – und ausreichend qualifiziertes Personal, das betroffene Frauen und ihre Kinder engmaschig begleitet.
Als Gesellschaft versagt
„Wir haben gesetzlich verankerte Schutzansprüche, gleichzeitig werden präventive und freiwillige Leistungen gekürzt. Das widerspricht sich fundamental. Wenn wir erst handeln, wenn Kinder in Obhut genommen werden müssen, haben wir als Gesellschaft bereits versagt“, mahnt Maike Seufer von den Albert-Schweitzer-Kinderdörfern und Familienwerken. Die Expertin stellt klar: „Wenn bei der Prävention gespart wird, zahlen Kinder den Preis. Wer aber Frauen schützt, schützt Kinder und investiert in eine gewaltfreie Zukunft.“
Hier gibt's Hilfe in und um Köln für von häuslicher Gewalt Betroffene
So können Sie helfen

Auszug aus dem neuen wir helfen-Folder 2025_2026
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- Mit unserer Jahresaktion „wir helfen: Kinder frühzeitig auf einen guten Weg zu bringen“ bitten wir um Spenden für präventive Projekte in Köln und der Region, die gefährdete Kinder und Jugendliche schützen , fördern und ihnen zu einer guten Zukunftsperspektive verhelfen.
- Die Spendenkonten lauten: wir helfen e.V.
- Kreissparkasse Köln, IBAN: DE03 3705 0299 0000 1621 55
- Sparkasse Köln-Bonn, IBAN: DE21 3705 0198 0022 2522 25
- Wünschen Sie eine Spendenbescheinigung, geben Sie bitte +S+ im Verwendungszweck an. Sollten sie regelmäßig spenden, ist auch eine jährliche Bescheinigung möglich. Bitte melden Sie sich hierzu gerne per E-Mail bei uns.
- Soll Ihre Spende nicht veröffentlicht werden, notieren Sie +A+ im Verwendungszweck. Möchten Sie anonym bleiben und eine Spendenbescheinigung erhalten, kennzeichnen Sie dies bitte mit +AS+.
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- Sollten Sie per PayPal spenden, beachten Sie bitte, dass Ihre Spende immer anonym ist. Wünschen Sie eine Spendenbescheinigung schicken Sie eine E-Mail an uns.
- Möchten Sie anlässlich einer Trauerfreier, einer Hochzeit oder eines Geburtstags zu einer Spendenaktion aufzurufen, informieren Sie uns bitte vorab per E-Mail über die Aktion. Sehr gerne lassen wir Ihnen dann, zwei Wochen nach dem letzten Spendeneingang, die gesammelte Spendensumme zukommen.
- Kontakt: „wir helfen e.V.“, Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln, Telefon: 0221-224-2789 (Allgemeines, Anträge, Regine Leuker/Meike Vojta), 0221-224-2130 (GD/Redaktion, Caroline Kron) wirhelfen@kstamedien.de
- Mehr Infos und die Möglichkeit, online zu spenden, finden Sie auf unserer Vereinshomepage www.wirhelfen-koeln.de

