Die Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt haben sich gedreht. Viele Bewerber werden von Firmen einfach ignoriert, zeigt eine Studie.
Arbeitgeber auf TauchstationUmfrage: Mehrheit der Bewerber erhält keine Rückmeldung

Bewerbungen bleiben bei Arbeitgebern zunehmend häufig unbeantwortet - mit ungünstigen Folgen. (Symbolbild)
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Eine deutliche Veränderung ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu beobachten: Die Verhandlungsposition von Arbeitgebern hat sich wieder gefestigt, zugleich können sich Jobsuchende nicht mehr aus einer Fülle von Optionen entscheiden. Als Konsequenz tritt das Phänomen des „Ghosting“ auf, bei dem Bewerber ohne Antwort bleiben. Wie die dpa berichtet, belegt dies eine repräsentative Studie des Instituts Appinio, die im Auftrag der Jobbörse Indeed durchgeführt wurde. Für die Erhebung wurden zwischen dem 9. und 11. März jeweils 500 Männer und Frauen im Alter von 16 bis 66 Jahren befragt.
Unzureichende Einstellungsprozesse
Demnach gaben 63,5 Prozent der Kandidaten an, im Vorjahr keine Reaktion auf ihre Bewerbungsschreiben bekommen zu haben. Für beinahe 80 Prozent der Teilnehmenden hat die Häufigkeit des „Ghosting“ zugenommen. „Personalabteilungen stehen in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität unter erheblichem Druck“, erläuterte der Geschäftsführer von Indeed, Frank Heesgens. „Die sich wandelnde Marktdynamik darf jedoch keine Entschuldigung für mangelhafte Rekrutierungspraktiken sein.“ Das Nichtbeachten von Kandidaten schwäche die Zuversicht in den Arbeitsmarkt.
Zusätzlich zur fehlenden Rückmeldung wirkt auch die Anstrengung während des Bewerbungsverfahrens für viele Arbeitssuchende abschreckend. Bei der Befragung nach den signifikantesten Hindernissen rangierte der administrative und zeitliche Aufwand mit 41,5 Prozent an oberster Stelle. Aufwendige Dokumente, die teilweise manuell bearbeitet werden müssen, und die Furcht vor einer Absage wurden ebenso als erschwerende Faktoren identifiziert.
Forderung nach mehr Gehaltstransparenz
Ein zusätzlicher wesentlicher Aspekt der Studie ist die Forderung nach größerer Offenheit bei Jobausschreibungen. Eine deutlichere Auskunft, vor allem bezüglich der Vergütung, wird von 63 Prozent der Teilnehmenden gefordert. Nach Angaben von Indeed beinhalten aktuell allerdings nur 11,5 Prozent der Inserate solche Details.
In den Resultaten erkennt Geschäftsführer Heesgens eine Herausforderung für die gesamte ökonomische Struktur, weil Enttäuschung zu Stillstand beiträgt. „Unzufriedene Fachkräfte bleiben aus Sorge vor den Bewerbungshürden länger in ungeeigneten Jobs“, hob er hervor. „Das mindert die Gesamtproduktivität und behindert den notwendigen Wissenstransfer.“ (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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