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Weniger Gewinn im Jahr 2025Kreissparkasse Köln wird zur Großbank

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Kreissparkasse Köln KSK Sparkasse Großsparkasse Filiale Gebäude Außenansicht Innenstadt Neumarkt 
Aufgenommen am: 06.03.2018
Foto: Alexander Roll (Staff)

Logo der Kreissparkasse Köln an der Zentrale am Neumarkt

Der Gewinn der Bank ist durch Zinssenkung und höhere regulatorische Kosten gesunken. Zahl der Filialen soll stabil bleiben.

Viele Jahre hat die Kreissparkasse diesen Schritt vorbereitet, nun ist es soweit. Für das Berichtsjahr 2025 gilt die größte kommunale Sparkasse Deutschlands als Großbank. Erstmals wurde im abgelaufenen Jahr die Marke von 30 Milliarden Euro bei der Bilanzsumme nach oben gerissen. Der Grund, warum man diesen Schritt lange hinausgezögert hat: Ab dieser Grenze fallen Kreditinstitute unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank.

Das hat für das Geldhaus zur Folge, dass die Kosten für die Regulatorik erheblich steigen. Die Rede ist von mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr. Hauptsächlich sind es Personalkosten für relativ gut bezahlte Experten in Sachen Bankenaufsicht. Rund 50 Beschäftigte wurden für die Einhaltung der neuen Regulatorik eingestellt.

Gewinn ist spürbar rückläufig

Der Gewinn der Kreissparkasse Köln ist im vergangenen Jahr nach zwei Steigerungen gesunken. Das Ergebnis vor Steuern beträgt 269 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 327 Millionen Euro, ein Rückgang um rund 18 Prozent. Trotz des Rückgangs betont der neue Vorstandsvorsitzende des Instituts, Thomas Pennartz: „Es ist damit das drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Kreissparkasse Köln.“

Die Gründe für den Rückgang des Gewinns sind vielfältig. Der Zinsüberschuss, wichtigste Einnahmequelle einer Universalbank, ist um 30 Millionen auf 619 Millionen Euro gesunken. Die Sparkasse begründet dies unter anderem mit den schrittweisen Zinssenkungen der EZB in den zurückliegenden Jahren.

23.02.2026, Köln: Interview mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Köln Thomas Pennartz Foto: Arton Krasniqi

Der neue Vorstandschef der Kölner Kreissparkasse: Thomas Pennartz

Ein zweiter Punkt sind um 20 Millionen auf mehr als 300 Millionen Euro gestiegene Personalkosten. Die sind durch drei Punkte zu erklären. Erstens gab es eine Tariferhöhung im Öffentlichen Dienst. Zweitens ist die Zahl der Mitarbeiter, einschließlich der Experten für die EZB, um 70 Mitarbeiter auf 3485 gestiegen. Drittens schlagen die Kosten für die Einführung der EZB-Überwachung negativ zu Buche.

Mehr Baukredite vergeben

Ungeachtet der sinkenden Gewinne laufen die Geschäfte bei der Kreissparkasse gut. Die Zahl der neu zugesagten Immobilienkredite steigt um zehn Prozent auf 1,9 Milliarden. Darunter steigen die privaten Baufinanzierungszusagen  auf rund 1,2 Milliarden Euro. Die Kreditvergabe an die öffentliche Hand hat sich sogar mehr als verdoppelt auf 462 Millionen Euro.

Trotz gesunkener Sparzinsen wächst die Summe der Spar- und Termineinlagen bei der Kreissparkasse, und zwar um knapp eine Milliarde Euro auf 24 Milliarden. Dieser Trend ist bei vielen deutschen Banken zu beobachten. Branchenkenner sprechen von Angstsparen. Aktuelle Kriege und eine verschlechterte Lage am Arbeitsmarkt drängen die Kunden zu mehr Ersparnissen, quasi als Notgroschen für schlechte Zeiten. Besonders kurzfristige Geldanlagen sind bei den Kunden der Sparkasse sehr gefragt.

Keine Filialschließungen geplant

Das gleiche gilt für die Anlage in Wertpapieren, hier stieg der Umsatz um eine Milliarde Euro auf 9,5 Milliarden. Am liebsten – das gilt für etwa die Hälfte – setzen die Sparkassenkunden dabei auf Investmentfonds, der Rest entfällt zu gleichen Teilen auf Aktien-Direktanlagen und ETFs. Klassische festverzinsliche Wertpapiere waren dagegen weniger gefragt, der Umsatz sank um eine halbe Milliarde Euro auf 3,3 Milliarden.

Genau wie die andere große Kölner Bank, die Sparkasse Köln-Bonn, will die Kreissparkasse ihr Filialnetz zunächst stabil halten. Schließungen sind laut Pennartz in nächster Zeit nicht geplant.

Die Kreissparkasse Köln ist nicht die Bank der Stadt Köln, sondern der Umlandkreise Oberberg, Rhein-Berg, Rhein-Sieg und Rhein-Erft. Die Kreise, hinter denen 45 kleinere und größere Städte stehen, sind die Träger der Bank, die Stadt Köln gehört nicht dazu. Dort stehen nur die Zentrale der Bank am Neumarkt, die gerade umfassend renoviert wird, sowie aus historischen Gründen zwei Filialen in Mülheim und Worringen.

Mit einem neuen digitalen Depot will die Sparkasse Neobrokern wie Traderepublic Konkurrenz machen, es heißt entsprechend auch S-Neo. „Ziel ist es, mit S-Neo den digitalen Selbstentscheidern unter unseren Kunden und Kundinnen ein intuitives, modernes und kostengünstiges Depot direkt in der App zu bieten“, sagte Vorstandsvorsitzender Pennartz.