Die Container-Sparte der Kölner Hafengesellschaft (HGK) wird neu aufgestellt. Das soll nun auch nach außen sichtbarer werden.
Container-LogistikHGK-Terminals am Rhein treten nun gemeinsam auf - Abstand zum Branchenprimus Duisport verkürzt

Die HGK hat ihre Container-Sparte 2025 mit Anteilsübernahmen gestärkt.
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„Der Container gehört zu unserer DNA“, sagt Markus Krämer, CEO der HGK-Tochter „HGK Logistics and Intermodal“. Der Name der Gesellschaft, der er vorsteht, existiert seit 2023 und hebt darauf ab, dass Container im HGK-Netzwerk über mehrere Verkehrsträger hinweg transportiert werden können, egal ob auf der Schiene, der Straße oder auf dem Wasser. Intermodal eben. Krämer spricht auch gerne davon, dass seine Gesellschaft „integrierte Supply-Chain-Solutions“ biete. Also Lösungen für die Lieferketten aus Industrie und Handel aus einer Hand.

„Der Container gehört zu unserer DNA“, sagt Markus Krämer. Er ist CEO der HGK-Tochter „HGK Intermodal GmbH“.
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Zum 1. Januar sollen die Terminals einheitlich als „HGK Intermodal GmbH“ sichtbarer werden. Zwei Töchter werden umbenannt. Dahinter steckt mehr als nur ein neuer Anstrich für das bestehende Geschäft. Denn die Sparte hat 2025 kräftig zugekauft. Weil die Bahn-Tochter DB Cargo sich europaweit aus dem Terminal-Geschäft zurückzieht, ergab sich für die HGK eine Gelegenheit, ihre Position als Nummer zwei unter den deutschen Binnenhäfen zu stärken.
HGK hat Anteile der DB Cargo übernommen
Der Hafenbetreiber schlug zu und erwarb - ergänzend zur eigenen Beteiligung - einen Anteil von 22,5 Prozent am Kölner Containerterminal. Auch der Mehrheitsanteil von 51 Prozent am Düsseldorfer Container-Hafen ging im Zuge des Deals auf die HGK über. Seit Mai 2025 sind damit beide Umschlagplätze komplett im Besitz des städtisch kontrollierten Unternehmens. Damit bedient die HGK nun die gesamte Rheinschiene von Duisburg über Krefeld und Düsseldorf bis nach Köln. Entlang der Hauptschlagader verzweigt sich das Netz in kleine Satelliten- und Verbindungsterminals. Die Drehscheiben verfügen über ausgedehnte Depotflächen mit Stationen etwa für gekühlte Fracht oder Gefahrgut-Container. Dienstleistungen zum Be- und Entladen von Containern und Tanks oder zur Containerreparatur können an allen Standorten als HGK-Leistungen erbracht werden.
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Die Stärke des Verbunds spiegelt sich nun in einem gemeinsamen Auftritt nach außen. So wird aus der „DCH Düsseldorf Container-Hafen GmbH“ nun die „HGK Intermodal Düsseldorf GmbH“. Das Gegenstück in Köln-Niehl, die „CTS Container Terminal GmbH“, wird zur „HGK Intermodal Köln GmbH“. „Mit einem ganzheitlichen Markenauftritt können wir unsere Identität klarer kommunizieren, unsere Marktposition nachhaltig festigen und unsere Zusammenarbeit noch deutlicher nach außen zeigen“, erläutert Krämer den Schritt.
Für Mitarbeiter und Kunden ändert sich nichts
Für Mitarbeiter und Kunden ändere sich durch die Umbenennung nichts, heißt es aus dem Unternehmen. Die Ansprechpartner für Geschäftspartner blieben erhalten. Auch die DB Cargo, nun ja nicht mehr an den Terminals in Köln und Düsseldorf beteiligt, bekräftigte bereits im Zuge der Transaktion, das Unternehmen wolle auch in Zukunft gemeinsam mit der HGK „den dringend notwendigen Wechsel des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene vorantreiben“.
Die individuellen Qualitäten der einzelnen Standorte bleiben erhalten. Dank eines gemeinsamen Auftritts werden wir aber stärker sein
CEO Markus Krämer betont ebenfalls die Kontinuität nach der Expansion: „Ganz wichtig für uns ist: Die individuellen Qualitäten der einzelnen Standorte bleiben erhalten. Dank eines gemeinsamen Auftritts werden wir aber stärker sein und so einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit an Rhein und Ruhr leisten.“
Synergien bei IT und Organisation
Bleibt also alles beim Alten? Das nicht. Unter der Haube wird kräftig an Verbesserungen geschraubt. Ein Standortübergreifendes Projekt tüftelt an der Weiterentwicklung des Unternehmens. „Wir arbeiten gemeinsam an der Modernisierung unserer IT-Systemlandschaft sowie an der Optimierung der organisatorischen Strukturen“, sagt Rainer Görtler, Geschäftsführer der HGK Intermodal GmbH. Beides seien zentrale Voraussetzungen für weiteres Wachstum. Ziel ist es demnach, Redundanzen zu vermeiden und Synergieeffekte zu schaffen. Das sei auch angesichts des Fachkräftemangels notwendig.
In der Vergangenheit hatte die HGK ihre Kosten auf diese Weise gut im Griff. Im Jahr 2024 konnte die Gruppe einen Gewinn von 19,6 Millionen Euro ausweisen, ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr, in dem noch 13,3 Millionen Euro erwirtschaftet worden waren. 1,5 Millionen Container wurden zuletzt umgeschlagen nach 1,15 Millionen im Jahr zuvor. Damit konnte die HGK den Abstand zum Branchenprimus Duisport leicht verkürzen. Einholen wird man die Hafen AG aus dem Ruhrgebiet aber so schnell nicht. Der Umschlag in Duisburg lag jüngst bei 3,9 Millionen Containern.

