Nordrhein-Westfalens Förderbank weitet ihr Engagement - auch wegen der multiplen Krisen - massiv aus. Die Kehrseite davon ist ein schrumpfender Gewinn.
NRW-BankFördervolumen steigt auf mehr als 16 Milliarden Euro

Die NRW-Bank vergibt deutlich mehr Kredite. Der Gewinn 2025 ging dagegen zurück.
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Im Angesicht der multiplen Krisen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten hat die NRW-Bank ihre Fördertätigkeiten massiv ausgeweitet. Die landeseigene Bank hat 2025 insgesamt 16,2 Milliarden Euro an Fördermitteln vergeben – ein deutliches Plus gegenüber 11,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Im Fokus standen Investitionen in nachhaltige und digitale Transformation sowie zentrale Zukunftsfelder in Nordrhein-Westfalen, wie auf der Jahrespressekonferenz der NRW.Bank am Dienstag mitgeteilt wurde.
Die Zahlen wurden erstmals von Gabriela Pantring präsentiert. Sie ist seit dem 1. Februar 2026 die neue Vorstandsvorsitzende der nordrhein-westfälischen Förderbank. Sie übernahm den Vorsitz von Eckhard Forst, der in den Ruhestand ging. Pantring ist seit 2016 Vorstandsmitglied und war zuvor stellvertretende Vorsitzende.
Betrachtet man die Verwendung der Fördermittel im Einzelnen, so ging etwa die Hälfte (7,9 Miliarden) der 16,2 Milliarden Euro in die Bereiche Infrastruktur und Kommunen. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 84 Prozent. Treiber waren vor allem Projekte im Bereich Energiewende und Umweltschutz.
Mehr Geld für Start-ups
Auch die Wirtschaftsförderung legte zu: Unternehmen und Start-ups erhielten 3,3 Milliarden Euro (+26 Prozent), wobei Transformations- und Innovationsprogramme deutlich an Bedeutung gewannen. „2025 war für uns ein Jahr mit klarer Wachstumsdynamik in zentralen Zukunftsthemen“, sagte Gabriela Pantring.
„Wir leben in wirtschaftlich und geopolitisch herausfordernden Zeiten. Umso wichtiger ist gerade jetzt: Die Kommunen, Unternehmen und Menschen in unserem Bundesland können sich auf ihre Förderbank verlassen. Wir fördern, was Nordrhein-Westfalen braucht“, so die neue Vorstandsvorsitzende weiter.
Im Bereich Wohnraum erreichte die Förderbank mit fünf Milliarden Euro ein neues Rekordniveau. Parallel baute die NRW-Bank ihre Eigenkapitalfinanzierungen aus und erhöhte den Bestand an Zusagen auf 822,1 Millionen Euro. Im Vorjahr beliefen sich die Zusagen auf 713,5 Mio. EUR – damit erreichte die Bank 2025 ein Plus von 15,2 Prozent.
Förderung auch für fortschrittene Gründer
2026 startete die NRW-Bank mit dem neuen Programm „Venture EU Tech&Scale“, das 200 Millionen Euro für wachstumsstarke Scale-ups bereitstellt. Scale-up (englisch für „aufskalieren“ oder „vergrößern“) bezeichnet ein Unternehmen, das nach der Start-up-Phase durch ein validiertes Geschäftsmodell ein besonders schnelles Wachstum durchläuft. Es ist die Übergangsphase von einem jungen Start-up zu einem etablierten, skalierenden Unternehmen
Ziel des neuen Fonds ist es, Aktivitäten im Bereich Innovation weiter auszubauen. „Wir wollen die Unternehmen in NRW halten und schließen gemeinsam mit der EU eine Finanzierungslücke. So sorgen wir dafür, dass Unternehmen langfristig in Nordrhein-Westfalen halten können“, so Pantring zum neuen Fonds.
Neue Öko-Anleihen aufgelegt
Auch auf der Finanzierungsseite legte die NRW-Bank zu: Das eingesammelte Funding-Volumen stieg auf 15,7 Milliarden Euro, unter anderem durch Green- und Social-Bonds, also Anleihen, die dem Anleger eine weiterverwendung der Mittel nach sozialen oder ökologischen Kriterien garantieren.
Auf die Frage, zum Engangement der Förderbank angesichts der vollkommen veränderten Sicherheitslage reagierte die Vorstandsvorsitzende ausweichend. „Sicherheit beginnt im Rathaus“, so Gabriela Pantring. „Denn Verteidigung heißt auch: Kommunen stärken und in resiliente öffentliche Infrastruktur investieren.“
Konkret gemeint sind damit Investitionen in die öffentliche Sicherheit (u. a. Bau von Gefahrenabwehrzentren, Feuerwehr), Sie spielten 2025 weiter eine Rolle – sie lagen bei 137,5 Millionen Euro und damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres von 147,2 Millionen Euro.
Die Erhöhung des Fördervolumens hat aber auch eine Schattenseite. Das Ergebnis der NRW-Bank hat sich verschlechtert. Das operative Erebnis, also der Gewinn, liegt 2025 bei nur noch 59 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 295 Millionen Euro. 4,9 Millionen Euro des Gewinns werden an das Land NRW ausgeschüttet, das ihn als Tilgung an den Bund weiterreicht.

