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Viertes deutsches Handynetz1&1 baut aus und dementiert VerkaufsgerüchteFirmenchef Dommermuth will bis 2030 über 50 Prozent der Haushalte erreichen

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1&1 Handynetz

Die Nummer vier der deutschen Handynetzbetreiber: 1&1. (Archivbild)

Der Mobilfunkanbieter 1&1 treibt den Ausbau seines eigenen Netzes voran. Bis zum Jahr 2030 soll die Abdeckung die Hälfte der deutschen Haushalte umfassen.

Obwohl das vierte Mobilfunknetz Deutschlands noch eine geringe Größe aufweist, verzeichnet es ein kontinuierliches Wachstum. Der Telekommunikationsanbieter 1&1 gab von seinem Sitz in Montabaur bekannt, dass um die Jahreswende etwa 2.000 Antennenstandorte in Betrieb waren. Im Vorjahr wurden pro Quartal durchschnittlich 300 neue Standorte ergänzt, und diese Expansionsgeschwindigkeit soll im laufenden Jahr beibehalten werden. „Wir wachsen weiter und erreichen mit diesen Standorten (...) über 25 Prozent der Haushalte“, erklärte Firmenchef Ralph Dommermuth. Die Zielmarke für 2030 liegt bei mehr als 50 Prozent. Eine diesbezügliche Auflage der Bundesnetzagentur werde 1&1 laut eigener Aussage „sehr gut schaffen“.

Schon im Jahr 2019 erwarb 1&1 bei einer Auktion zum ersten Mal eigene Frequenzen. Anschließend sah sich das Unternehmen jedoch mit Lieferschwierigkeiten bei seinen Vertragspartnern konfrontiert, was zu Verzögerungen bei der Expansion führte. Laut Informationen der dpa waren zu Beginn des Jahres 2023 lediglich fünf Standorte aktiv, während eine behördliche Auflage die Inbetriebnahme von 1.000 Standorten vorsah. Die Netzinfrastruktur von 1&1 ist im Verhältnis zu den drei etablierten Anbietern gering: Vodafone betreibt in Deutschland ungefähr 28.000 Standorte, O2 kommt auf 29.000 und die Telekom auf 36.500. In Gebieten ohne eigene 1&1-Abdeckung greifen die Kunden auf das Netz von Vodafone zurück.

Klares Nein zu Verkaufsgerüchten

Zusätzlich veröffentlichte der Mobilfunkanbieter seine Jahresergebnisse. Demnach erhöhte sich der Umsatz für 2025 um 1,8 Prozent auf etwa 4,1 Milliarden Euro. Der Nettogewinn reduzierte sich dagegen um fast die Hälfte auf 166 Millionen Euro. Als Ursachen hierfür wurden unter anderem Roamingkosten für das Vodafone-Netz, die die Erwartungen überstiegen, sowie höhere Abschreibungen durch den Ausbau von Rechenzentren und die Antenneninstallation angeführt.

Jüngst hatten Finanzexperten darüber spekuliert, ob der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica 1&1 übernehmen könnte, um seine Deutschlandtochter O2 zu stärken. Dommermuth, der auch Hauptanteilseigner des Mutterkonzerns United Internet ist, wies diese Gerüchte entschieden zurück: „Ich habe nicht vor, das Unternehmen zu verkaufen.“ Er ergänzte: „Wir sind aus dem Schlimmsten draußen. Warum sollten wir jetzt das Unternehmen verkaufen, die Party hat ja noch gar nicht begonnen.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.